Der Onboard-Sound des Raspberry Pi ist nichts für Audiophile. Mit der kostengünstigen Alternative WM8960 von Waveshare verbessern Sie nicht nur den Klang, sondern erweitern auch die Anschlüsse.
Die Onboard-Soundchips, die beim Raspberry Pi zum Einsatz kommen, sorgen normalerweise für kein berauschendes Klangerlebnis – der Sound ist eher nervig. Der Onboard-Chip taugt bestenfalls für VoIP-Gespräche oder zum Abhören von Sprachnachrichten; Anwendungsfälle für fortgeschrittene User sind mit der Hardware kaum zu bewerkstelligen. Das gilt etwa für das Normalisieren sowie die Rauschunterdrückung von Tonaufnahmen.
Planen Sie außerdem einen mobilen Einsatz des Mini-PCs, macht das die Suche nach einer geeigneten Sounderweiterung nicht unbedingt einfacher. Zum Einstieg eignet sich die Soundkarte WM8960 von Waveshare, denn diese leichte Karte passt gut ins Reisegepäck und ermöglicht Hi-Fi-Stereosound mit dem RasPi.
Features
Die Hardware verfügt über mehrere Anschlüsse [1]. Die 3,5-mm-Kopfhörerbuchse bietet eine höhere Klangqualität als der gleiche Anschluss direkt am RasPi. Beim Test mit Kopfhörern des Typs Gioteck TX-30 [2] fällt auf, dass der Stereosound deutlich zu hören ist, Bässe satter und Musikinstrumente klarer klingen.
Daneben ist eine Zweikanal-Lautsprecherschnittstelle an Bord, an die Sie bei Bedarf das mitgelieferte Lautsprecherpaar anschließen. Obwohl aus Kunststoff, gibt es den Ton dennoch gut wieder, was vor allem auf Bässe sowie Musikinstrumente zutrifft. Andererseits fallen die kleinen Boxen leicht um, sodass es sich empfiehlt, sie in ein Gehäuse aus Holz einzubauen.
Den Umstand, dass der RasPi über keinen Soundeingang verfügt, machen Sie mit den zwei hochwertigen MEMS-Silizium-Mikrofonen der externen Soundkarte wieder wett. Diese ermöglichen Aufnahmen im Stereoformat. Weitere technische Details entnehmen Sie der Tabelle “Technische Daten”.
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Codec |
WM8960 |
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Stromversorgung |
5 Volt |
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Logikspannung |
3,3 Volt |
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Steuerschnittstelle |
I2C |
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Audioschnittstelle |
I2S |
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Signal-Rausch-Verhältnis (DAC) |
98 dB |
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Signal-Rausch-Verhältnis (ADC) |
94 dB |
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Kopfhörertreiber |
40 mW |
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Lautsprechertreiber |
1 W pro Kanal |
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Maße Soundkarte |
65 x 30 mm |
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Maße Lautsprecher |
100 x 44 x 20 mm |
Einbau Soundkarte
Die WM8960 ist als HAT ausgeführt, Sie stecken die Soundkarte also auf die GPIO-Pins. Da diese auf der hinteren Seite der Platine liegen, müssen Sie unter Umständen das Gehäuse öffnen, um Lautsprecher oder Kopfhörer anzuschließen. Als Gehäuse eignet sich etwa das Universalgehäuse von HiFiBerry [3], das im Shop der Firma rund 10 Euro kostet [4]. Es verfügt über zwei Öffnungen, sodass sich die Kabel der Lautsprecher und Kopfhörer hinausführen lassen. Außerdem ist es hoch genug, um die Soundkarte aufzunehmen.
Da die WM8960 nur wenig Leistung aufnimmt, brauchen Sie zum Betrieb keine zusätzliche Stromquelle. Sowohl die Karte als auch die Lautsprecher wiegen wenig, sodass der Einsatz unterwegs oder auf Reisen kein Problem darstellt. Die Soundkarte findet sich im Sortiment diverser Online-Händler wie Reichelt [5] oder Eckstein [6]. Dort kostet das Set aus Soundkarte und Lautsprecher um die 17 Euro.
Distribution
Die Tests ergaben, dass sich der Waveshare-Treiber auf Debian-basierten Betriebssystemen wie Raspberry Pi OS oder DietPi installieren ließ. Zusätzlich konnten wir die Soundkarte auf weiteren Betriebssystemen wie Gentoo ARM [7] und Manjaro ARM XFCE4 [8] zum Laufen bringen. Bei beiden kam der Kernel 4.19 zum Einsatz.
Probleme bereitete OpenSuse Leap 15.2 [9]: Dort ließ sich der Treiber nicht kompilieren, was eventuell an der älteren Kernel-Version 5.7.5 von OpenSuse lag. Laut Herstellerangaben ist die Soundkarte WM8960 kompatibel zum Pi Zero, Zero W, Zero WH sowie den Modellen 2B, 3B und 3B+. Im Test kam ein RasPi 4B zum Einsatz – die Hardware ist also mit der neuesten Serie kompatibel.
Installation
Am einfachsten verläuft das Einrichten des Treibers auf Debian-basierten Betriebssystemen, was nicht zuletzt daran liegt, dass das Installationsskript für Raspberry Pi OS geschrieben wurde [10]. Listing 1 zeigt, wie Sie den Treiber auf Debian-basierten Distributionen einspielen.






