Er sieht aus wie ein RasPi 4, ist aber ein Intel-Rechner. Kann Intel jetzt auch GPIO, oder dient die Stiftleiste des Radxa X4 nur der Optik?
Die chinesische Firma Radxa wirft seit Jahren leistungsstarke Kleincomputer im RasPi-Format auf den Markt. Als Basis dient in der Regel ein SoC von Rockchip. Die Papierform und das Preis-Leistungs-Verhältnis sind immer besser als bei den Originalen, allerdings sind die Radxa-Boards im Detail nicht RasPi-kompatibel. Das macht den Anwendern den Betrieb abseits von Serveranwendungen schwer. Die Softwareunterstützung beschränkt sich oft auf ein rudimentäres Betriebssystem-Image, das die Radxa-Entwickler einmal bauen und dann nicht weiter pflegen.
Mit dem X4 wählt Radxa einen neuen Ansatz. Das Board (Abbildung 1) basiert auf dem Intel N100, also einem stinknormalen Einstiegsrechner, dem die ganze Softwarewelt von Linux und Windows offensteht. Es überrascht allerdings mit einer GPIO-Leiste, die es bei Intel-Boards normalerweise nicht gibt (obwohl Intel sehr wohl schon immer GPIO konnte).
Der eigentliche Prozessor sitzt beim X4 unterhalb der Platine (Abbildung 2). Für die GPIOs ist allerdings nicht die N100-CPU verantwortlich, sondern ein RP2040-Chip (in Abbildung 1 oberhalb der Netzwerkbuchse). Wie das zusammenpasst und ob das Sinn ergibt, versuchen wir im Folgenden zu klären. Außerdem sehen wir uns an, wie sich der Radxa X4 im Performance-Vergleich zum RasPi 5 schlägt.
Hardware
Der X4 war zu Redaktionsschluss des Artikels nicht in Deutschland erhältlich, sondern ließ sich nur via Aliexpress direkt in Fernost bestellen. Allerdings erwies sich selbst dort die Verfügbarkeit der verschiedenen Ausstattung...
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