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Aus Raspberry Pi Geek 06/2020

Mit Imaginary Teleprompter Texte einsprechen

© gstockstudio, 123RF

Klare Ansage

Erik Bärwaldt

Videoplattformen laden dazu ein, eigene Videoclips zu drehen und hochzuladen. Mithilfe einer pfiffigen Teleprompter-Lösung vertonen Sie diese im Handumdrehen ohne Stottern oder Aussetzer.

Bei Film und Fernsehen gehören sie längst zum Standard: Teleprompter, die dem Sprecher den Text anzeigen und beim Zuschauer den Eindruck einer freien Rede vermitteln. Doch das Aufkommen des Internets und der Erfolg von Plattformen wie Youtube oder Dailymotion demokratisierte auch die Videoproduktion, sodass zunehmend private Videoblogger Inhalte ins Netz stellen.

Um eigene Videos oder Vlogs professionell mit eigenen Texten zu unterlegen, benötigen Sie kein teures Equipment. Mit einem RasPi und der freien Software Imaginary Teleprompter [1] steht Ihnen dasselbe Equipment zur Verfügung wie den Sprechern in Film und Fernsehen.

Für alle

Das Programm steht für alle gängigen Plattformen auf der Projektseite zum Herunterladen bereit. Für zahlreiche Distributionen gibt es hier auch passende Binärpakete für die entsprechenden Paketverwaltungen. Da der RasPi in dieser Auflistung nicht explizit erscheint, empfiehlt es sich, aus der Rubrik Other Linux Distros das geeignete AppImage zu wählen.

Das dort gelistete Paket ARM 7L eignet sich sowohl für 32- als auch für 64-Bit-Systeme und umfasst etwa 36 MByte. Mit dem Befehl aus dem ersten Teil von Listing 1 gewähren Sie der Software die benötigten Ausführungsrechte. Danach verschieben Sie das Paket in ein Verzeichnis Ihrer Wahl und rufen es anschließend mit dem Befehl aus der zweiten Zeile von Listing 1 auf.

Listing 1

$ chmod +x imaginary-teleprompter-2.3.4-armv7l.AppImage
$ ./imaginary-teleprompter-2.3.4-armv7l.AppImage

Nach einer Abfrage, ob sich das Paket in die Menüstruktur Ihres Desktops integrieren soll, öffnet sich das Programmfenster (Abbildung 1). Da Imaginary Teleprompter erhebliche Ressourcen benötigt, dauert der Programmstart vor allem auf älteren RasPi-Modellen einige Sekunden. Das Editorfenster wirkt auf den ersten Blick wie eine herkömmliche Textverarbeitung: Oben horizontal finden Sie zwei Schalterleisten mit Gestaltungselementen, um den Text anzupassen.

Abbildung 1: Das Editorfenster des Teleprompters erinnert an die Oberfläche eines herkömmlichen Textverarbeitungsprogramms.

Abbildung 1: Das Editorfenster des Teleprompters erinnert an die Oberfläche eines herkömmlichen Textverarbeitungsprogramms.

Darunter findet sich der große Textbereich, der den abzulesenden Texte enthält. Und unter diesem sehen Sie eine Statusleiste, die nach dem Aufruf der Software noch keine Informationen bietet. Der integrierte Texteditor basiert auf dem webbasierten Editor CKEditor [2], der wie Imaginary Teleprompter unter einer freien Lizenz steht.

Anpassung

Rufen Sie als Erstes durch einen Klick auf das Zahnradsymbol oben rechts im Programmfenster das Setup-Panel der Software auf. Hier finden Sie allerdings kein herkömmliches Konfigurationsmenü, sondern lediglich acht Optionen, die sich mit der Textdarstellung befassen (Abbildung 2).

Abbildung 2: Der Konfigurationsdialog des Prompter-Moduls beschränkt sich auf das Notwendige, was auch zur Übersichtlichkeit des Programms beiträgt.

Abbildung 2: Der Konfigurationsdialog des Prompter-Moduls beschränkt sich auf das Notwendige, was auch zur Übersichtlichkeit des Programms beiträgt.

Im Auswahlmenü In-frame prompter legen Sie fest, wie Imaginary Teleprompter den Text darstellt. Neben der normalen Ausgabe kann sie ihn auch spiegeln, wenn Sie die Bildschirmausgabe mit einer Spiegelvorrichtung an einer Aufnahmekamera umlenken.

Für professionelle Aufnahmen gibt es rechts daneben die Option External prompter. Deren Konfigurationsoptionen sind für einen zweiten Teleprompter vorgesehen, wie er bei Reden und Vorträgen zum Einsatz kommt. Er lässt sich vollkommen unabhängig vom ersten ansteuern. Es ist nicht möglich, beide Prompter gleichzeitig auszuschalten. Stellen Sie versehentlich beide Dialoge auf Disabled, quittiert das Programm diese Fehleinstellung mit einer entsprechenden Meldung.

Die Einstelloption Prompter style gestattet das optische Anpassen des Prompters: Voreingestellt erscheint eine helle Serifenschrift auf dunklem Hintergrund. Mehrere im Programm hinterlegte Farb- und Schriftkombinationen erlauben es, die Ausgabe Ihren Präferenzen anzupassen.

Im vierten Auswahlfeld Focus area legen Sie fest, wo sich die Fokuszeile befinden soll. In der Vorgabe stellt Imaginary Teleprompter beim Ablauf des Texts die Zeile in der Bildmitte am hellsten dar, was dem Sprecher eine Orientierungshilfe gibt. Wahlweise lässt sich die Zeile jedoch auch innerhalb des Wiedergabefensters verschieben.

Die unter diesen vier Auswahlfeldern angeordnete Zeile mit Schiebereglern befasst sich primär mit der Ablaufgeschwindigkeit des Texts, der Schriftgröße sowie dem Einblenden eines Timers. Modifikationen an diesen Optionen treten für den aktuell geladenen Text sofort in Kraft, wobei der Timer erst beim Start des Prompt-Modus unten im Fenster erscheint.

Nach Abschluss der Einstellungen klicken Sie erneut auf das Zahnradsymbol, um den Optionsbereich zu verlassen.

Text erfassen

Den später im Teleprompter angezeigten Text erfassen Sie wie in einer herkömmlichen Textverarbeitung. Dazu klicken Sie zunächst links in der Schalterleiste auf New Page, woraufhin der Beispieltext verschwindet. Geben Sie nun Ihren zu sprechenden Text wie bei jeder grafischen Textverarbeitung ein und formatieren Sie ihn bei Bedarf.

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