Lauftext mit dem Scroll pHAT HD, CPU-Kühlung per Mini-Ventilator, höhere WLAN-Reichweite dank Pi Zero W mit U.FL-Buchse, Geek-LED-Uhr zum Selbstprogrammieren.
Hingucker
Mit einem bunten Lauftext zieht der Scroll pHAT HD die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich.
Der Scroll pHAT HD in der Größe eines Pi Zero besteht aus einer Matrix von 17 x 7 einfarbigen LEDs, insgesamt also 119, eine ältere Version verfügt nur über 11 x 5 Dioden. Der Hersteller Pimoroni bietet den HAT in verschiedenen Farben an, von LEDs in schlichtem Weiß bis hin zu Pink. Der RasPi steuert ihn per I2C, es genügen also die vier Pins 5V, GND, SCL und SDA. Für Selbstlöter liegt eine komplette Buchsenleiste bei. Sie ist auch sinnvoll, falls Sie den HAT direkt am RasPi montieren, denn er hat nur zwei Bohrlöcher zur Stabilisierung.
Nach dem Anschluss erledigen Sie die I2C-Basiskonfiguration anhand eines der vielen im Internet verfügbaren Tutorials. Das notwendige Paket python3-scrollphatd beziehungsweise python-scrollphatd installieren Sie per Apt. Außerdem lohnt es sich, das Github-Repository des entsprechenden Pakets zu klonen: Zahlreiche nützliche Demoprogramme im Unterverzeichnis examples/ demonstrieren die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten. Sie beschränken sich nicht nur auf Lauftext, sondern zeigen auch beliebige statische und dynamische Muster an.
In der Praxis zeigt sich, dass die Auflösung des HATs für statischen Text nicht ganz ausreicht. Im Gegensatz dazu lässt sich Lauftext überraschend gut lesen. Bei etwas Abstand verschwimmen die einzelnen LEDs und der Gesamteindruck wirkt schärfer. Die CPU-Last auf einem Pi Zero fällt mit fast 30 Prozent relativ hoch aus, deswegen sollten Sie einen eigenen Rechenzwerg für den Scroll pHAT HD abstellen. Ansonsten gibt es nichts zu kritisieren.
Gebläse
Unter Last wird es dem RasPi schnell heiß unterm Pony. Ein Mini-Ventilator sorgt für Abhilfe.
Schon bei geringer Last erwärmt sich die CPU des RasPi schnell auf über 40 Grad. Richtig heiß läuft er, wenn es tatsächlich etwas zum Rechnen gibt. Sicherheitshalber drosselt das System bei 70 Grad die CPU-Frequenz und schaltet spätestens bei 85 Grad deutlich zurück. Nach wie vor fehlt vielen Gehäusen eine ausreichende Belüftung, auch dem offiziellen Case der Foundation. Zum Glück lässt sich aber bei fast jedem Gehäuse ein kleiner Lüfter nachrüsten.
Diese Ventilatoren gibt es für wenige Euro bei den bekannten Versendern. Typischerweise ziehen Sie 200 mA und liegen damit innerhalb der Spezifikation aller RasPis ab der zweiten Generation. Gemessen haben wir im Betrieb 60 mA an 5 V und 40 mA an 3,3 V. Die Ausführung aus der Abbildung ist nicht optimal; besser eignen sich getrennte Kabel für Strom und Masse, denn der Lüfter läuft auch mit 3,3 Volt ausreichend schnell.
Mit wenig Aufwand lässt sich mit einem NPN-Transistor eine kleine Schaltung bauen, die den Lüfter temperaturgesteuert an- und ausschaltet. Ein kleines Skript setzt dann bei zu hoher Temperatur einen mit der Transistorbasis verbundenen GPIO-Pin auf HIGH. Im neuen Zustand surrt der Lüfter fast unhörbar vor sich hin, was sich aber naturgemäß mit der Zeit ändert: Hochwertige Lager finden sich in Ventilatoren dieser Preisklasse nicht. Fertige Gehäuse aus dem 3D-Drucker, Modelle und Anregungen für eigene Designs erhalten Sie bei Thingiverse.com oder Tinkercad.com.
Mini-Ventilator
Preis: 3 bis 5 Euro
Bezugsquelle: Amazon, Ebay
Fernfunker
Benötigen Sie mehr WLAN-Reichweite, hilft der Pi Zero W mit U.FL-Buchse zum Anschluss einer externen Antenne weiter.
Seit der dritten RasPi-Generation, zu der auch der Pi Zero gehört, bringen die Mini-Rechner auch WLAN mit. Benötigen Sie eine höhere Reichweite, als die integrierte Antenne sie ermöglicht, spielt der RasPi 3 seine Ethernet-Buchse aus, die dem Zero jedoch fehlt. Erschwerend kommt hinzu, dass den SBCs ein Anschluss für externe Antennen fehlt, obwohl der Zero entsprechende Pads mitbringt.
Hier hilft ein modifizierter RasPi von Pi3g weiter. Die Anpassung legt allerdings die interne Antenne lahm, was eine externe samt Adapterkabel zwingend erforderlich macht. Wegen der klein dimensionierten Buchse gerät die Montage etwas frickelig und der Adapter hält darauf nicht gut. Daran kranken allerdings auch andere SBCs. Dafür verspricht die Antennenlösung einen stärkeren Empfang, im Idealfall erlaubt sie auch höhere Datenraten. Das Kommando iwconfig gibt alle WLAN-Parameter aus, insbesondere die Qualität und Stärke des Signals.
Die Ergebnisse unserer Tests attestieren der eingebauten Antenne schon eine recht gute Leistung. Liegt die Signalstärke bei -65 dBm oder besser, lohnt sich eine externe Antenne nicht. Liegt sie niedriger, punktet die externe Antenne – insbesondere dann, wenn sie per Kabel abgesetzt an einem Ort mit besserem Empfang steht. Allerdings ruft Pi3g für den Pi Zero W mit U.FL-Buchse den doppelten Preis eines normalen Zero W auf.
Geek-Uhr
Wer mit seiner Smartwatch wirklich auffallen will, trägt eine Timesquare DIY Watch Kit von Adafruit.
Adafruits Timesquare-Uhr glänzt durch ein 8×8-LED-Matrix-Display und fällt schon allein wegen ihrer üppigen Dimensionen auf. Sie basiert auf einem ATMEGA328P-Mikrochip sowie einer DS1337-RTC. Adafruit liefert das Kit mit programmiertem Atmega aus; für die Montage gibt es eine ausführlich bebilderte, englische Anleitung. Alles in allem dauert der Bastelspaß eine gute Stunde und lässt sich auch von Anfängern problemlos meistern.
Den Strom liefert eine CR2032-Knopfzelle, die nicht zum Lieferumfang gehört – dafür aber ein Gummiarmband, das die Uhr hält. Zwar hat die Uhr zwei Knöpfe, das Armband aber nur eine Aussparung. Der zweite Knopf lässt sich jedoch problemlos auch durch das Gummi hindurch bedienen. Drückt man beide Buttons gleichzeitig, erscheint der Einstellmodus für Datum und Uhrzeit. Das erweist sich als etwas fummelig: Bedingt durch die kurze Distanz, die für das Drücken der Knöpfe notwendig ist, lassen sich die Ziffern nur schwer erkennen.
Es gibt drei Watchfaces, die Sie per langem Knopfdruck durchschalten. Eines lässt die Zeitanzeige durchlaufen – nach dem Geschmack des Autors etwas zu schnell. Ein weiteres schaltet auf eine binäre Uhr um, das dritte auf eine Anzeige der Mondphase. Ein kurzer Druck wechselt zum Datum beziehungsweise fördert eine Batteriestatusanzeige zutage. Die Open-Source-Software lädt zum Erstellen eigener Varianten ein, etwa der Anzeige der Tage bis zum nächsten Urlaub. Programmieren lässt sich die Uhr über die Arduino IDE. (tle)






