Zwei Plugins für Amazon
Im Repository von Sandmann79 befinden sich mit Amazon und Amazon VOD zwei für den Streaming-Dienst von Amazon geeignete Addons. Der Unterschied zwischen den beiden Varianten liegt darin, dass das Amazon-Addon (ohne VOD) eine lokale Datenbank führt, während Amazon VOD alle Titel und Menüs immer frisch von Amazon lädt. Die datenbankgestützte Version bietet den Vorteil, dass das Stöbern durch die Amazon-Videos nach dem initialen Befüllen zügiger vonstattengeht. Allerdings gilt es, die Datenbank regelmäßig aufzufrischen, was bei der VOD-Version automatisch geschieht [14].
Auch beim Amazon-Addon gilt es, wieder die Zugangsdaten aus Login und Passwort einzugeben. Die speichert das System allerdings nicht ab, sondern es erstellt ein individuelles Token, das in Zukunft zur Authentifizierung gegenüber Amazon dient. Wie auch das Netflix-Addon listet Kodi die Amazon-Erweiterung unter Addons auf. Nach dem Start lässt sich die Videosammlung des Online-Versandhändlers durchstöbern. Die Wiedergabe erfolgt bei Amazon im Gegensatz zu Netflix stets ruckelfrei – allerdings auch nur mit 540p und ohne Möglichkeit zum Erhöhen der Auflösung (Abbildung 10).

Abbildung 10: Auch Amazon Prime Video lässt sich in LibreELEC integrieren, mit ähnlich hohem Aufwand wie Netflix. Amazon begrenzt die Qualität der Streams allerdings auf 540p.
Fazit
Auf den ersten Blick erscheint Kodi 18.0 gegenüber seinem Vorgänger als nur behutsames Update ohne viele Änderungen. Erst wer genauer hinsieht, bemerkt, dass sich unter der Haube mit dem InputStream-Addon gewaltig etwas getan hat. So lassen sich nun per DRM verschlüsselte Streams wiedergeben, was die Tür zu Streaming-Diensten wie Netflix, Amazon und Konsorten öffnet. Die Situation rund um die Entschlüsselungsroutine Widevine erinnert allerdings ein wenig an den Umstand, Video-DVDs mithilfe der Libdvdcss [12] unter Linux wiederzugeben. Technisch geht es, doch es gibt weder offiziellen Support noch gehen Installation und Konfiguration leicht von der Hand.
Mit der Integration von Spielen arbeitet Kodi weiter konsequent daran, die Software zu einer umfassenden digitalen Unterhaltungsplattform auszubauen. In der Praxis fällt es gar nicht schwer, alte Retro-Games aus C64-Zeiten zum Laufen zu bekommen. Es fehlt allerdings noch an einer Dokumentation der neuen Funktionen. Optimal wäre zusätzlich eine Kooperation mit einer Spieledatenbank, sodass sich die Games-Klassiker mit wenigen Klicks installieren lassen. Aufgrund der oft nicht gerade einfachen rechtlichen Lage und unklarer Urheberrechte bleibt ein solcher Komfort jedoch wohl eher Utopie.
Glossar
- DRM
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Digital Rights Management, wörtlich: digitale Rechteverwaltung. Euphemismus für technische Verfahren zur Kontrolle der Nutzung und Verbreitung digitaler Medien. Von Kritikern im Deutschen treffender auch als digitale Rechteminderung apostrophiert.
- RDS
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Radio Data System. Ermöglicht beim analogen UKW-Rundfunk das Übermitteln digitaler Zusatzinformationen.
- PVR
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Personal Video Recorder. Gängige Bezeichnung für digitale Videorekorder mit einem Massenspeicher statt eines Bandlaufwerks und intelligenten Zusatzfunktionen.
Infos
- “Kodi 18 is here!”: https://kodi.tv/article/kodi-180
- Libretro: https://www.libretro.com/index.php/api
- RetroArch: http://retroarch.com
- Mame: https://www.mamedev.org
- Release Notes: https://libreelec.tv/2019/02/libreelec-leia-9-0-0-release
- The GameBase64 Collection: http://www.gamebase64.com/search.php?h=0
- Disk-Image-Formate beim C64: https://www.c64-wiki.de/wiki/Disk-Image
- Netflix-Addon: https://github.com/kodinerds/repo/tree/master/repository.netflix
- Widevine: https://www.widevine.com
- Chrome OS: https://www.chromium.org/chromium-os
- Kodinerds: https://www.kodinerds.net
- Libdvdcss: https://www.videolan.org/developers/libdvdcss.html
- LibreELEC USB-SD Creator: https://libreelec.tv/downloads_new
- Diskussion zu Amazon Prime Instant Video: https://www.kodinerds.net/index.php/Thread/44211-Release-Amazon-Prime-Instant-Video





