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Aus Raspberry Pi Geek 12/2018

Maker Faire 2018 in Hannover

© Chatri_Attanatwong, 123RF

Bastelstunde

Martin Mohr

Bei der diesjährigen Maker Faire in Hannover trafen sich über 900 Aussteller und präsentierten teils skurrile, teils fantasievolle Projekte. Mitmachen war ausdrücklich erwünscht.

Maker interessieren sich für Technik und setzen ihre Projekte gern in Eigenregie um. Dabei spielen die wirtschaftlichen Aspekte eher eine Nebenrolle. Es geht vielmehr darum zu verstehen, wie etwas funktioniert, oder es anderen Makern zu vermitteln. Ein weiterer Aspekt ist, selbst etwas zu erschaffen, was es so noch nicht gibt.

Ein Maker ist so etwas wie ein moderner Enthusiast mit Freude am Experimentieren und ein Querdenker. Innerhalb der Szene gibt es darüber hinaus kunstbegeisterte Personen, die in die Kategorie Cosplay und Steampunk fallen. Eins ist allen Strömungen gemein: Der Spaß liegt darin, selbst etwas zu erschaffen.

Viele dieser Maker zog es in diesem Jahr wieder auf die Maker Faire, die zum sechsten Mal in Hannover am 15. und 16. September im Congress Center stattfand. Mehr als 900 Bastler und Enthusiasten zeigten auf ihren Ständen und Flächen interessierten Besuchern ihre Projekte. Diese kommen aus unterschiedlichen Bereichen wie Kunst, Handwerk, Wissenschaft und Technik. [1].

Die Veranstalter der Maker Faire rechnen dieses Jahr mit über 100 000 Besuchern bei den verschiedenen Veranstaltungen. Die Homepage [2] zeigt eine Übersicht der Veranstaltungsorte.

RasPi als 3D-Scanner

Bei FabScanPi handelt es sich um einen auf dem RasPi basierenden 3D-Scanner-Bausatz, der es Einsteigern leicht macht. Auf der Webseite des Projekts [3] finden sich detaillierte Anleitungen und Videos, die diesen beschreiben. Der RasPi übernimmt das Steuern aller Funktionen des Scanners. Das Gehäuse (Abbildung 1) des 3D-Scanners besteht aus gelasertem Sperrholz und macht einen soliden Eindruck.

Abbildung 1: Aufgebauter FabScanPi mit einem Demo-Objekt. (Foto: Markus Moch)

Abbildung 1: Aufgebauter FabScanPi mit einem Demo-Objekt. (Foto: Markus Moch)

Die Scanner-Software starten Sie über ein leicht zu bedienendes Webinterface. Die Applikation steht auf der Projekt-Homepage als Image für SD-Karten zum Herunterladen bereit, einen kompletten Bausatz mit allen Komponenten erhalten Sie auf der Webseite von Watterott [4] für 185 Euro.

Richtig abheben

Für alle, die hoch hinaus möchten, aber nicht das nötige Kleingeld für eine Weltraumrakete haben, ist Stratoflights genau das Richtige: Das Projekt verwendet Wetterballons, um Objekte bis auf 40 000 Meter Höhe in die Stratosphäre zu befördern.

Die Ballons nehmen bei Bedarf zusätzlich Kameras auf, die atemberaubende Bilder und Filme liefern. Einige Beispiele finden Sie auf der Webseite von Stratoflights [5]. Auf der Maker Faire starteten die Macher einen Ballon mit einem Peilsender und dem Maskottchen der Maker Faire (Abbildung 2). Mit ein wenig Glück umrundet er mehrfach die Erde. Oft kommen die Ballons zum Einsatz, um einzigartige Werbung zu erstellen.

Abbildung 2: Die Nutzlast des Ballons besteht aus dem Maker-Faire-Maskottchen und einem Peilsender. (Foto: Markus Moch)

Abbildung 2: Die Nutzlast des Ballons besteht aus dem Maker-Faire-Maskottchen und einem Peilsender. (Foto: Markus Moch)

Auf Cousteaus Spuren

Wer gern einmal trockenen Fußes die Tiefen der Meere erkunden möchte, sollte sich den U-Boot-Bausatz Horus genau ansehen: Auf der Maker Faire standen unterschiedliche Tauchroboter in einem Schwimmbecken zum Probetauchen bereit (Abbildung 3).

Abbildung 3: Der Tauchroboter Horus erreicht eine Tiefe von etwa 60 Meter. Die Daten überträgt die Hardware über eine lange Koaxialleitung. (Foto: Markus Moch)

Abbildung 3: Der Tauchroboter Horus erreicht eine Tiefe von etwa 60 Meter. Die Daten überträgt die Hardware über eine lange Koaxialleitung. (Foto: Markus Moch)

Die mit einer Kamera bestückten Roboter erreichen eine Tiefe von etwa 60 Meter. Eine bis zu 500 Meter lange Koaxialleitung übermittelt die Bilder der Bordkamera an die Basisstation, Wasser dämpft das Signal so stark, dass das Übertragen per Funk unmöglich wäre.

Die Bausätze für ein Modell-U-Boot bestellen Sie bei Bedarf über die Homepage des Herstellers [6]. Dort finden Sie auch verschiedene Upgrades für die Tauchroboter, etwa einen Greifarm. Mit einem Modell-U-Boot bekommen Sie die Möglichkeit, einmalige Unterwasserbilder zu schießen oder kleine Bergungsmissionen zu starten.

Brick’R’knowledge

Auf dem Stand von Allnet gab es für den Bastler eine Menge interessanter Themen zu sehen. Das Stecker-System Brick’R’knowledge [7] sticht besonders heraus. Die einzelnen Bausteine bestehen aus robustem Plastik. Dieses System erlaubt es, elektronische Schaltungen leicht zusammenzubauen.

Es eignet sich sowohl für die Aus- und Weiterbildung wie zum Entwickeln und Bauen von Prototypen. Die Bricks gibt es für analoge und digitale Schaltungen. Im IoT-Baukasten befindet sich ein Mikrocontroller, mit dem Sie über das WLAN Schaltungen ansteuern. Weitere Informationen über Brick’R’knowledge finden Sie auf der Homepage des Herstellers.

3D-Druck

Die Maker-Szene macht vom 3D-Druck intensiv Gebrauch. Entsprechend viele Projekte zeigten auf der Messe einen solchen live im Einsatz. Mit einem 3D-Drucker fertigen Sie sehr einfach komplexe Einzelstücke an. Das Unternehmen Prusa stellte ein aktuelles Modell vor (Abbildung 4), das mit einer hohen Qualität der Werkstücke und einer rasanten Geschwindigkeit beeindruckte.

Abbildung 4: Der 3D-Drucker Prusa i3 MK3 überzeugt durch ein flottes Tempo und geringen Lärm.

Abbildung 4: Der 3D-Drucker Prusa i3 MK3 überzeugt durch ein flottes Tempo und geringen Lärm.

Der Prusa i3 hat viele neue Eigenschaften, etwa Druckfortsetzung nach Stromausfall, optischer Filament-Decoder und verbesserte Filament-Förderung. Durch den Einsatz von modernen Treibern für die Motoren und kugelgelagerten Lüftern arbeitet der Drucker extrem leise.

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