Aus Raspberry Pi Geek 06/2017

Syncloud verwandelt den RasPi per Mausklick in einen Server (Seite 2)

Abbildung 4: Über das Webfrontend auf dem Syncloud-RasPi erlauben Sie bei Bedarf den Zugriff über das Internet.

Abbildung 4: Über das Webfrontend auf dem Syncloud-RasPi erlauben Sie bei Bedarf den Zugriff über das Internet.

Externer Zugriff

Der Syncloud-RasPi funktioniert in der Grundkonfiguration nur im lokalen Netzwerk, aus dem Internet heraus lässt sich das Gerät nicht ansprechen. Mit dem Aktivieren von External Access versucht das System über UPNP die Ports 80 und 443 (sowie bei Bedarf weitere) vom WLAN-Router zum Syncloud-RasPi weiterzuleiten. Dafür müssen Sie eventuell noch die dynamische Konfiguration via UPNP beim von Ihnen genutzten WLAN-Router aktivieren.

Bei einer Fritzbox erledigen Sie das im Reiter Netzwerkverbindungen, den Sie über Heimnetz | Heimnetzübersicht öffnen. Dort tippen Sie in der Zeile des Syncloud-RasPi auf den Stift zum Bearbeiten der Einstellungen und aktivieren die Option Selbstständige Portfreigaben erlauben (Abbildung 5). Mit OK sichern Sie die Einstellung und verlassen den Dialog. Bislang lassen sich die von Syncloud angeforderten Ports noch nicht von Hand anpassen, daher müssen Sie auf dem Router zwingend UPNP aktivieren [10].

Des Weiteren sollten Sie auch den Schalter für eine verschlüsselte Verbindung auf HTTPS umstellen. Das leitet sämtliche Zugriffsversuche auf das verschlüsselte HTTPS-Protokoll um, sodass Zugangsdaten nicht mehr im Klartext übertragen werden. Ein über Let’s Encrypt [11] generiertes Zertifikat sorgt dafür, dass sich der Webserver korrekt gegenüber dem Browser authentifiziert.

Abbildung 5: Bei vielen WLAN-Routern müssen Sie die Option per UPNP Änderungen an der Router-Konfiguration vorzunehmen bewusst aktivieren.

Abbildung 5: Bei vielen WLAN-Routern müssen Sie die Option per UPNP Änderungen an der Router-Konfiguration vorzunehmen bewusst aktivieren.

Zur Installation genügt ein Klick auf Install. Unter der Haube lädt Syncloud dann automatisch die Software aus dem Netz und richtet die notwendigen Serverdienste (wie etwa einen Web- oder Mailserver) auf dem Raspberry Pi ein. Aufgrund der Größe der Programme dauert die Installation ein wenig. Hier ist Geduld angesagt: Trennen Sie den Syncloud-RasPi vorzeitig von der Spannungsversorgung oder dem Netzwerk, zerschießen Sie im schlimmsten Fall die Paketverwaltung, sodass das System nicht mehr korrekt funktioniert.

Nach der Installation wechseln Sie mit Open zum frisch installierten Dienst. Die Login-Daten entsprechen jenen, die Sie auch für Syncloud verwenden (Abbildung 6). Als URL nutzt Syncloud eine Subdomain in der Art https://nextcloud.<I>Server<I>.syncloud.it. Die wichtigsten Konfigurationsarbeiten sind bereits erledigt, wie etwa die Erlaubnis, größere Dateien hochzuladen.

Abbildung 6: Das webbasierte Nextcloud-Frontend erreichen Sie im Browser über eine von Syncloud eingerichtete Subdomain.

Abbildung 6: Das webbasierte Nextcloud-Frontend erreichen Sie im Browser über eine von Syncloud eingerichtete Subdomain.

Der Dienst steht sofort im vollen Umfang zur Verfügung (Abbildung 6). Auch der Zugriff von außen über WebDAV-fähige Dateimanager wie Files (über die URL http://davs://nextcloud.<I>name<I>.syncloud.it/remote.php/dav/) oder der Nextcloud-Client für Android funktionieren sofort – sofern Sie den externen Zugriff erlaubt haben (Abbildung 7).

Abbildung 7: Mit der entsprechenden Erlaubnis funktioniert der Zugriff auf den Syncloud-RasPi auch aus dem Mobilfunknetz.

Abbildung 7: Mit der entsprechenden Erlaubnis funktioniert der Zugriff auf den Syncloud-RasPi auch aus dem Mobilfunknetz.

Fazit

Wer frisch in die Welt des Raspberry Pi einsteigt, muss in der Regel viel lernen. Der Umgang mit RasPi-Images, Linux-Kommandos, das Installieren von Paketen sowie das Konfigurieren von Diensten und des lokalen Netzes lässt die Lernkurve steil ansteigen.

Syncloud nimmt Ihnen hier viel Arbeit ab: Per Mausklick lässt sich der RasPi in einen Nextcloud/Owncloud-Server oder Mailserver verwandeln. Zudem erübrigt Syncloud das manuelle Einrichten einer DynDNS-Adresse und übernimmt die Konfiguration des Routers. Damit lässt sich der Syncloud-RasPi, sobald Sie die entsprechende Option aktivieren, ohne weitere Konfiguration aus dem Internet erreichen.

Was Einsteigen viel Arbeit abnimmt, erschwert fortgeschrittenen Anwendern jedoch die Arbeit: Bislang kann man die Netzwerkkonfiguration nicht von Hand anpassen, sodass der Betrieb von Syncloud eventuell mit anderen Netzwerkgeräten wie einem NAS kollidiert. Die Ports 80 und 443 müssen im Router frei bleiben, damit sich Syncloud diese per UPNP (oder alternativ per statischem Forwarding) weiterleiten kann. Eine Option, die vom System genutzten Ports manuell anzupassen, wollen die Entwickler allerdings demnächst bereitstellen. 

Glossar

UPNP

Universal Plug and Play basiert auf einer Reihe von standardisierten Netzwerkprotokollen, über die sich diverse elektronische Geräte (Drucker, Audio-Geräte, WLAN-Router) ansteuern lassen. Aus Sicherheitsgründen ist die Funktion in manchen Router in der Grundkonfiguration deaktiviert.

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