Aus Raspberry Pi Geek 04/2017

Ubos: Daten unter Kontrolle (Seite 3)

Abbildung 4: Mit Ubos installieren Sie Webanwendungen wie WordPress mit einem Kommando.

Abbildung 4: Mit Ubos installieren Sie Webanwendungen wie WordPress mit einem Kommando.

Möchten Sie mehr als eine App installieren, nutzen Sie ubos-raspberry-pi2.local, eine IP-Adresse, über die Sie verfügen, oder eine Wunschadresse, die Sie auf dem Router per DNS freischalten. Sofern Sie ubos-raspberry-pi2.local nutzen, lässt sich in unserem Beispiel WordPress unter der URL ubos-raspberry-pi2.local/blog erreichen. Als Nächstes geben Sie als Pfad für WordPress /blog oder einen selbst gewählten Namen an. Die nächsten drei Fragen von Ubos beziehen sich auf die User-ID, die E-Mail-Adresse und das Administratorpasswort.

Daraufhin installiert und konfiguriert Ubos die benötigten Anwendungen wie den Webserver Apache, die Datenbank MariaDB, PHP sowie die gewünschte Anwendung. Es dauert einige Minuten, bis Ubos Ihnen die Seiten-ID der installierten Anwendung anzeigt. Diese können Sie nun in unserem Fall durch Eingabe von https://ubos-raspberry-pi2.local/blog in einen Browser starten (Abbildung 8).

Abbildung 8: Das von Ubos installierte WordPress-Blog mit einem selbst signierten Zertifikat.

Abbildung 8: Das von Ubos installierte WordPress-Blog mit einem selbst signierten Zertifikat.

Der Hinweis, die Seite sei unsicher, rührt von dem selbst signierten Zertifikat her – im Heimnetz dürfen Sie sie getrost ignorieren. Der Befehl sudo ubos-admin listsites führt alle auf dem Ubos-System installierten Anwendungen auf (Abbildung 5). Bei Bedarf löschen Sie einzelne Apps mittels sudo ubos-admin undeploy --siteid Site-ID wieder vom Rechner, wobei Sie die Site-ID dem vorhergehenden Befehl entnehmen.

Abbildung 5: Über die Site-ID lassen sich Apps managen und bei Bedarf auch wieder löschen.

Abbildung 5: Über die Site-ID lassen sich Apps managen und bei Bedarf auch wieder löschen.

Es lassen sich auch mehrere Apps gleichzeitig installieren, indem Sie den Hostnamen ändern (Listing 1), diesen im Router eintragen und eine feste IP-Adresse vergeben. Diesen Hostnamen tragen Sie dann anstelle von * ein. Nach der Zeile Next app to run (or leave empty when no more apps) können Sie dann weitere Anwendungen angeben und das Frage- und Antwortspiel wiederholen (Abbildung 6). Die Apps starten Sie nach der Installation nach dem Schema http://<i>Hostname<i>/<i>App<i>.

Abbildung 6: Bei Bedarf installieren Sie mehrere Anwendungen in einem Rutsch, wie hier WordPress, Webtrees und Selfoss.

Abbildung 6: Bei Bedarf installieren Sie mehrere Anwendungen in einem Rutsch, wie hier WordPress, Webtrees und Selfoss.

Listing 1

 

$ sudo bash
$ hostname Rechnername
$ hostname > /etc/hostname
$ systemctl restart avahi-daemon
$ exit

Fazit

Ubos auf dem Raspberry Pi macht im eigenen Netzwerk eine gute Figur, lässt sich ohne große Vorkenntnisse aufsetzen und ist ausführlich (allerdings nur auf Englisch) dokumentiert. Die Grenzen setzt im Falle eines RasPi eher die Hardware: So ist eine Installation von Nextcloud für das Vorhalten von Daten im Familien- oder Freundeskreis nur dann sinnvoll, wenn kleinere Datenmengen durch das Netz wandern sollen. Der geringe Datendurchsatz des Raspberry Pi bremst den Spaß sonst zu sehr aus.

Gerade in der Familie ist etwa Webtrees [15] zur Ahnenforschung und zum Erstellen und Verwalten von Stammbäumen eine interessante Anwendung (Abbildung 7). Für den Hobbyentwickler findet sich unter den Anwendungen auch Jenkins [16] als System für die kontinuierliche Integration bei der Software-Entwicklung. Wenn die Ansprüche an die Leistung höher ausfallen, lässt sich Ubos auch auf einem PC, in Containern oder in der Amazon-Cloud verwenden.

Abbildung 7: Auch weniger bekannte Anwendungen, wie hier Webtrees zur Ahnenforschung, lassen sich mit Ubos leicht ausrollen.

Abbildung 7: Auch weniger bekannte Anwendungen, wie hier Webtrees zur Ahnenforschung, lassen sich mit Ubos leicht ausrollen.

Das durchgängige Bedienen ohne Passwort und mit restriktiv konfiguriertem Sudo erhöht die Sicherheit und schützt unbedarfte Anwender vor Fehlbedienung. Falls Sie sich als fortgeschrittener Anwender durch die Sudo-Konfiguration eingegrenzt fühlen, kommt Ihnen der nicht dokumentierte Befehl sudo bash zupass, der einen echten Root in der Bash-Shell bietet. 

Infos

  1. Ubos: http://ubos.net/about
  2. Ubos-Artikel: Ferdinand Thommes, “Du bist der Boss”, RPG 03/2015, S. 42, http://www.raspi-geek.de/34568
  3. Let’s Encrypt: https://letsencrypt.org
  4. Virtualbox: https://www.virtualbox.org
  5. Ubos-Download: http://ubos.net/quickstart
  6. Rufus: https://rufus.akeo.ie
  7. Images schreiben: Christoph Langner, “Wie gemalt”, RPG 04/2015, S. 14, http://www.raspi-geek.de/35088
  8. mDNS: https://de.wikipedia.org/wiki/Zeroconf#Multicast_DNS
  9. Bonjour-Druckdienste für Windows: https://support.apple.com/kb/DL999?viewlocale=de_DE&locale=en_US
  10. Ubos-Admin: http://ubos.net/docs/developers/understanding-ubos-admin.html
  11. Snapper: Ferdinand Thommes, “Rettungsring”, LU 05/2015, S. 68, http://www.linux-community.de/34777
  12. Ubos-Backup: http://ubos.net/docs/users/backup.html
  13. Ubos mit Let’s Encrypt: http://ubos.net/blog/2016/08/25/migrate-to-letsencrypt.html
  14. Netzwerk und DNS: http://ubos.net/docs/users/networking.html
  15. Webtrees: https://www.webtrees.net
  16. Jenkins: https://jenkins.io
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