Nach fünf bis zehn Minuten testen Sie an Ihrem Rechner, ob sich der RasPi bereits online erreichen lässt. Dazu geben Sie als User in ein Terminalfenster den Befehl ping ubos-raspberry-pi2.local ein (Abbildung 1). Ist der Pi bereits über eine IP-Adresse zu erreichen, können Sie den USB-Stick nun abziehen und an den Rechner anstecken.

Abbildung 1: Ein erfolgreicher Ping zeigt, dass der mit Ubos installierte Raspberry Pi einsatzbereit ist.
Sollten Sie sich über die Endung .local wundern – die gibt mDNS [8] vor, das Ihnen erlaubt, ohne Aufsetzen von DNS Geräte im lokalen Netzwerk zu finden. Microsoft unterstützt diese Art der Namensauflösung jedoch erst seit Windows 10, in älteren Windows-Versionen lässt sich die Funktion über Apples Bonjour-Druckdienste für Windows nachrüsten [9].
Zugangsschlüssel übertragen
Werfen Sie nun einen Blick auf den Inhalt des USB-Sticks, finden Sie dort die neu erzeugten Schlüssel (Abbildung 2). Den privaten Schlüssel id_rsa kopieren Sie am besten in den SSH-Ordner im Home-Verzeichnis Ihres Rechners. Bei Bedarf geben Sie der Datei passend zum Verwendungszweck einen aussagekräftigen Namen.
Sollten Sie den Schlüssel außerhalb des SSH-Verzeichnisses ablegen wollen, sorgen Sie am besten mittels chmod 600 /Pfad/zum/Schlüssel dafür, dass nur Sie auf den Schlüssel zugreifen dürfen. Den USB-Stick brauchen Sie künftig nicht mehr, löschen Sie sicherheitshalber die darauf befindlichen Daten.
Ubos-Admin starten
Jetzt ist alles vorbereitet, damit Sie sich ohne Passwort mit Ubos verbinden und erste Applikationen installieren können. Mit folgendem Kommando stellen Sie die Verbindung her:
$ ssh -i /Pfad/zum/Schlüssel [email protected]
Als erste Maßnahme sollten Sie die Installation aktualisieren. Das erledigen Sie, wie auch andere administrative Tätigkeiten, mit dem Befehl ubos-admin. Er legt eine Abstraktionsschicht über das darunterliegende Arch Linux, die die für Ubos wichtigen Befehle umsetzt, andere potenziell gefährliche Handlungen aber nicht zulässt [10].
Dazu ist Sudo so eingerichtet, dass die notwendigen Befehle ohne Passwort funktionieren. Dass es einen Weg gibt, diese Restriktion zu umgehen und den vollen Befehlsumfang zu nutzen, sehen wir später noch.
Snapshots anlegen
Eine Aktualisierung starten Sie mit sudo ubos-admin update -v. Damit aktualisieren Sie sowohl das zugrundeliegende Arch Linux sowie später auch installierte Webdienste (Abbildung 3). Verfolgen Sie die Ausgabe des genannten Befehls, wird schnell klar, warum die Entwickler inzwischen Btrfs anstatt Ext4 als Dateisystem nutzen: Snapper [11]. Das Programm stammt aus der Entwicklung von Suse und nutzt die eingebaute Snapshot-Funktion von Btrfs.

Abbildung 3: Beim Aktualisieren erstellt Ubos Snapshots, über die sich Updates wieder rückgängig machen lassen.
Snapper erstellt vor und nach jedem Update einen Snapshot, also ein Abbild des Systems. Änderungen speichert es dabei inkrementell und muss daher nicht jedes Mal alle Daten in einen neuen Snapshot sichern, sondern nur die Änderungen. Damit lässt sich dann ein fehlerhaftes Update wieder auf den vorherigen Stand zurückrollen. Ein Snapshot des Systems ist allerdings kein Ersatz für ein Backup, dafür gibt es separat den Befehl sudo ubos-admin backup [12].
Nun installieren Sie die erste Webapplikation. Um die Verbindung zu dieser zu verschlüsseln, kann Ubos ein selbst signiertes Zertifikat erzeugen. Bei der Verwendung einer eigenen Domain (beispielsweise einer DynDNS-Adresse) lässt sich zudem sehr einfach Let’s Encrypt [13] zum Erstellen eines Zertifikats in den Prozess zur Installation der Webanwendung einbinden. Die Dokumentation bietet dazu ausreichend Anleitung [14].
WordPress ausrollen
Als erstes Beispiel soll die Installation von WordPress das Vorgehen zeigen. Sie stoßen den Prozess mit dem folgenden Befehl an:
$ sudo ubos-admin createsite --tls --selfsigned
Daraufhin fragt das System einige Informationen ab (Abbildung 4). Als Erstes müssen Sie den Hostnamen angeben, unter dem die App später zu erreichen sein wird. Möchten Sie nur eine App nutzen, tragen Sie dort * ein und erreichen die App später unter der jeweiligen IP-Adresse. Diese ermitteln Sie im Zweifelsfall per ip addr.






