Probleme
Als Plattform für die Upribox-Software setzen Sie derzeit am besten einen RasPi 2 ein, der Dank seiner ausreichend starken Hardware das werbefreie Surfen ohne Geschwindigkeitseinbußen ermöglicht. Als Massenspeicher benötigen Sie eine schnelle Micro-SD-Karte mit mindestens 4 GByte Kapazität für das System.
Der brandneue Raspberry Pi 3 eignet sich im Augenblick noch nicht uneingeschränkt für den Einsatz mit der Upribox-Software, da diese dessen internen WLAN-Adapter noch nicht unterstützt. Als WLAN-Stick empfiehlt das Projektteam den TL-WN722N [6] des Herstellers TP-Link. Dieses bereits seit mehreren Jahren produzierte Modell unterstützt die gängigen WLAN-Standards 802.11b/g/n und verfügt über eine externe Antenne.
Für den Fall, dass Sie einen anderen WLAN-Stick verwenden möchten, empfiehlt es sich, einige lästige Stolpersteine bei der Auswahl zu beachten: Da die Box mithilfe des Sticks ein eigenes WLAN aufspannt, muss der Adapter den AP-Modus unterstützen. Verschiedene WLAN-Chipsätze sind zwar unter Linux mit entsprechenden Modulen grundsätzlich einsatzfähig, beherrschen jedoch entweder aufgrund einer eingeschränkten Firmware oder wegen fehlender Treiberfunktionen den AP-Modus nicht.
Zudem nennen viele Hersteller in den technischen Spezifikationen ihrer WLAN-Komponenten nicht den Typ des verwendeten Chipsatzes, sodass sich oft nicht eindeutig erkennen lässt, ob sich ein WLAN-Stick für den Einsatz mit der Upribox eignet. Sie sollten daher zunächst prüfen, welche gängigen Chipsätze überhaupt im AP-Modus arbeiten [7], und vor dem Kauf eines ins Auge gefassten WLAN-Moduls nach der darin verbauten Chipsatz-Variante fragen.
Vorsicht ist zudem bei aktuellen WLAN-Sticks geboten, die einen sogenannten SoftAP-Modus bieten. Dieser ist in aller Regel nicht mit dem unter Linux verwendeten HostAP-Dämon kompatibel, sodass der damit betriebene USB-Dongle mit der Upribox kein eigenes WLAN aufspannt. Bei bereits vorhandenen WLAN-Sticks können Sie in praktisch jeder Linux-Distribution prüfen, ob diese den AP-Modus unterstützen.
Geben Sie dazu auf der Kommandozeile bei eingestecktem WLAN-Stick den Befehl iw list | grep AP$ ein. Erscheint keine Ausgabe, unterstützt der Adapter den AP-Modus nicht. Die Anzeige * AP hingegen bezeichnet den korrekt funktionierenden AP-Modus. Im Test identifizierten wir neben dem TP-Link TL-WN722N lediglich noch den offiziellen WiPi-Adapter [8] als Komponente, die den AP-Modus unterstützt (Abbildung 2).

Abbildung 2: Der TP-Link- und der WiPi-USB-WLAN-Adapter arbeiten auch im AP-Modus und harmonieren mit der Upribox.
Ein weiteres Problem kann sich aus der Sende- und Empfangsqualität des WLAN-Sticks ergeben: Sogenannte Nano-Sticks geben zwar aufgrund ihrer geringen Baugröße als Client-Adapter am Notebook eine gute Figur ab, eignen sich wegen ihrer eingeschränkten Fähigkeiten beim Senden und Empfangen aber nicht für den Einsatz am Access Point.
Es empfiehlt sich daher, für die Upribox einen WLAN-Adapter mit einer externen Antenne zu nutzen. Der Handel führt Adapter mit sogenannten High-Gain-Antennen, die aufgrund ihrer größeren externen Antenne eine wesentlich bessere Leistung aufweisen als Kleinstadapter mit integrierter Antenne.
Installation
Um die Upribox startklar zu machen, laden Sie zunächst das ZIP-Image von Github herunter (oder verwenden die Abbilddatei von der Heft-DVD). Nach dem Entpacken des Archivs transferieren Sie die rund 3,2 GByte große Image-Datei mithilfe folgenden Befehls auf die ausgehängte SD-Karte:
$ dd if=/Pfad/zum/Image of=/dev/Device bs=4M
Dabei setzen Sie für Device den Gerätebezeichner der fraglichen Micro-SD-Karte ein, üblicherweise mmcblk0 oder sdb. Beachten Sie, dass Sie hier ausschließlich Gerätebezeichnungen angeben müssen, keine Partitionsnamen.
Nach dem Übertragen des Images starten Sie den Raspberry Pi von der neu generierten Speicherkarte und melden sich mit dem Benutzernamen upri und dem Passwort changethedefaults! an. Achten Sie darauf, dass Sie den RasPi vor dem Hochfahren mit dem Internet verbinden, andernfalls gelingt der Start nicht fehlerfrei.
Wechseln Sie danach an einen beliebigen Computer mit WLAN-Fähigkeit und lassen Sie sich die vorhandenen drahtlosen Netze anzeigen. In der Liste tauchen nun die neuen Einträge upribox und ninja-upribox auf (Abbildung 3).

Abbildung 3: Nach dem Start erscheinen die Access Points der Upribox in der Auswahlliste der verfügbaren WLANs auf den Client-Rechnern.
Beim Netz upribox handelt es sich um ein gehärtetes WLAN, das Werbeeinblendungen und Tracking-Software auf ausgelieferten Webseiten blockiert. Das WLAN ninja-upribox wickelt den gesamten Internetdatenverkehr zudem über das Tor-Netzwerk ab, sodass sich Ihre Spuren im Internet nicht nachverfolgen lassen. Beide Netze sind bereits vorkonfiguriert.
Ein dauerhafter effektiver Schutz vor Trackern und Werbenetzwerken setzt jedoch voraus, dass Sie die entsprechenden Filterlisten permanent aktualisieren. Deswegen führt die Upribox alle vier Stunden Updates aus, und zwar nicht nur solche für die Filterlisten: Auch System-Updates wandern automatisch auf den Massenspeicher, um potenzielle Sicherheitslücken umgehend zu schließen. Somit stellt das Betriebssystem quasi eine Rolling-Release-Variante dar, die sich ohne Zutun des Nutzers stets auf dem neuesten Stand hält.





