Aus Raspberry Pi Geek 01/2016

Ubuntu Maté auf dem Raspberry Pi (Seite 2)

Die Paketverwaltung übernimmt das von Raspian bekannte Dpkg mit dem Konsolen-Frontend Apt. Ziehen Sie ein grafisches Paketmanagement vor, installieren Sie den Paketmanager Synaptic nach. Bevorzugen Sie eher App-Stores, richten Sie stattdessen via sudo apt-get install software-center das Ubuntu Software Center ein.

Mehr Power, weniger Strippen

Auf dem Raspberry Pi dauert der Start der Anwendungen ein wenig länger als vom PC gewohnt – für LibreOffice beispielsweise rund sechs Sekunden, bei Firefox etwa zehn Sekunden. Das Arbeiten geht jedoch flüssig von der Hand, auch Speichervorgänge dauern nicht übermäßig lange. Ungeduldige übertakten für etwas Leistungszuwachs den Raspberry Pi über Raspi-Config unter dem Menüpunkt 7 Overclock. Die entsprechenden Einstellungen bieten am unteren Ende der Skala einen Modus für den RasPi 2 (Abbildung 3).

Abbildung 3: Das Übertaktungsmodul aus dem Werkzeug Raspi-Config erlaubt es Ihnen, die CPU für mehr Rechenleistung schneller als vorgesehen zu takten. In der Praxis gab es damit keinerlei Probleme.

Abbildung 3: Das Übertaktungsmodul aus dem Werkzeug Raspi-Config erlaubt es Ihnen, die CPU für mehr Rechenleistung schneller als vorgesehen zu takten. In der Praxis gab es damit keinerlei Probleme.

Das Testsystem in der Redaktion läuft seit geraumer Zeit auf der Übertaktungsstufe Pi2, ohne die geringste Instabilität zu zeigen. Reagiert Ihr RasPi da anders, kehren Sie einfach zum Modus High zurück. Das Drücken der Umschalttaste während des Hochfahrens deaktiviert das Übertakten für die aktuelle Sitzung. Generell gilt die Warnung, dass Übertakten die Lebensdauer des RasPi verkürzen kann.

Falls das Netzwerkkabel am RasPi Sie stört, stellen Sie die Netzanbindung via WLAN her. Dazu benötigen Sie einen WLAN-Adapter für USB. Wir verwendeten dazu einen Logilink WL0084B [3], der für unter 8 Euro nominell 150 Mbit/s bietet und nur wenige Millimeter aus dem USB-Port herausragt. Da die benötigte Firmware bereits vorinstalliert ist, verbindet er den Mini-Rechner gleich nach dem Anstecken automatisch mit dem Netz. Nachteil dieser Methode: Der Stick blockiert einen der vier USB-Ports dauerhaft.

Fazit

Ubuntu Maté macht auf dem Raspberry Pi 2 definitiv eine gute Figur – und kam auch zum Verfassen dieses Artikels samt der erforderlichen Recherchen zum Einsatz. Dabei kam dank der geringen Systemanforderungen (Abbildung 4) zu keinem Zeitpunkt das Gefühl eines zähen Arbeitsflusses auf. Als einzige Schwäche fiel die nicht hundertprozentige Lokalisierung auf – hier und da finden sich noch Menüeinträge in englischer Sprache.

Abbildung 4: Ubuntu Maté begnügt sich auf dem RasPi auch bei gestartetem Firefox und LibreOffice mit moderaten 370 MByte Hauptspeicher. Damit lässt es genug Reserven für andere Anwendungen.

Abbildung 4: Ubuntu Maté begnügt sich auf dem RasPi auch bei gestartetem Firefox und LibreOffice mit moderaten 370 MByte Hauptspeicher. Damit lässt es genug Reserven für andere Anwendungen.

Auch für umsteigewillige Windows- oder Mac-Anwender, die ein Linux-System auf realer Hardware testen möchten, eignet sich die intuitiv benutzbare Oberfläche sehr gut. Im Konfigurationstool Maté-Tweak schalten Sie dazu unter Schnittstellen die Desktop-Anmutung auf Redmond (Windows) oder Cupertino (Mac OS) um.

Martin Wimpress arbeitet gerade mit dem Team von Lubuntu an der Umsetzung des LXDE-Ubuntu-Flavours für den RasPi2. Diese Portierung dürfte noch etwas ressourcenschonender ausfallen als die vorliegende, bietet aber auch eine so gediegene Optik wie Maté. 

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