Aus Raspberry Pi Geek 06/2015

Der RasPi als Multimediazentrum auf einem Boot (Seite 3)

Das Gegenstück auf der Client-Seite heißt Tvheadend, läuft unter OpenELEC aber auf dem gleichen System. Für das Modul steht ein eigenes Web-Interface bereit: Hier richten Sie zunächst den DVB-T-Adapter ein, insbesondere, welchen DVB-Modus der Adapter nutzen soll, sofern er mehrere beherrscht. Dann folgt ein Kanalsuchlauf und der anschließende Export der gefundenen Kanäle in das OpenELEC-Menü, in dem danach ein zusätzlicher Menüpunkt TV erscheint. Weil das System CEC beherrscht, fühlt sich DVB-T per RasPi tatsächlich an, als handelte es sich um einen echten DVB-T-Receiver.

Ein interessantes Detail am Rand: Der genutzte Grundig-Fernseher dekodiert zwar selbst auch DVB-T-Signale, der TripleStick von PCTV erwies sich aber gerade bei schlechtem Signal als deutlich leistungsstärker. Während schon bei geringem Wellengang der Grundig-Fernseher den Empfangsbetrieb einstellte, lief das DVB-T-Bild per Raspberry Pi problemlos weiter.

Fazit

Der Raspberry Pi erweist sich als ideale Ergänzung für die schon auf dem Boot vorhandene Elektronik (Abbildung 5). Per Fernseher lässt sich nicht nur das Programm aus dem terrestrischen Fernsehen wiedergeben, auch das Ansehen hochauflösender Filme etwa im Matroschka-Format stellt keinerlei Problem dar. Wer auf dem Boot Musik hören will, der stöpselt einen USB-Stick mit passenden Dateien an den Raspberry Pi und legt los. Der Grundig-Fernseher erzeugt trotz der sehr kleinen Boxen einen erstaunlich brauchbaren Ton. 

Abbildung 5: Voilà: Der montierte Fernseher, den der RasPi mit multimedialen Inhalten versorgt. Der Mini-Rechner befindet sich (hier unsichtbar) auf der Rückseite des Monitors.

Abbildung 5: Voilà: Der montierte Fernseher, den der RasPi mit multimedialen Inhalten versorgt. Der Mini-Rechner befindet sich (hier unsichtbar) auf der Rückseite des Monitors.

Über den Autor

Martin Gerhard Loschwitz arbeitet als Cloud-Architect bei SysEleven in Berlin. Er beschäftigt sich dort bevorzugt mit den Themen Distributed Storage, Software Defined Networking und OpenStack. Falls er nicht auf Berliner Gewässern schippert, spielt er in seiner Freizeit gern Bowling.

Glossar

MCX

Miniature Coax. Bei einem Durchmesser von lediglich 3,5 Millimeter Durchmesser eignen sich MCX-Verbinder für Frequenzen bis 6 GHz und lassen sich aufgrund ihrer Schnappverbindung sehr einfach handhaben.

CEC

Consumer Electronics Control. Standardisierte Schnittstelle für komponentenübergreifende Ansteuerungsfunktionen bei Unterhaltungselektronik. Maximal lassen sich 15 Geräte herstellerübergreifend gemeinsam kontrollieren. Viele Hersteller verwenden einen eigenen Markennamen für HDMI-CEC.

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