$ qrencode -s 10 -o qr.png < qr.txt
Die Option -s 10 sorgt dafür, dass die Ausgabe 10 Pixel je Datenpunkt benutzt. Das vergrößert das Bild etwas und erleichtert es der Webcam, das Muster zu erkennen.
Aus dem Album-Cover und dem QR-Code basteln Sie kleine Kärtchen (Abbildung 2). Eine Vorlage in Form einer LibreOffice-Datei finden Sie zusammen mit den anderen Listings im QRMusic-Github-Repository [6].
Zusammenspiel
In diesem Projekt arbeiten eine ganze Menge Konfigurationsdateien und Skripte zusammen. Abbildung 3 zeigt noch einmal im Überblick, wie die einzelnen Komponenten ineinandergreifen.

Abbildung 3: Der Aufbau fällt zwar relativ komplex aus, aber in der Praxis lässt sich der Player leicht bedienen.
So erzeugen Sie zunächst eine Konfiguration für den Infrarot-Empfänger in /etc/lirc/Logi.conf. In der Datei /etc/lirc/hardware.conf aktivieren Sie Irexec, was seinerseits die Tastendrücke der Fernbedienung anhand der Datei /etc/lirc/lircrc verarbeitet.
Die Events der Fernbedienung rufen das Skript /home/pi/remote.sh auf. Das wiederum greift auf Zbarcam zum Einlesen des QR-Codes zurück und gibt die gelesenen Daten an das Skript /home/pi/rbar.sh weiter. Letzteres wertet die Daten aus dem QR-Code aus und steuert den XMMS2-Client entsprechend.
Zum Erzeugen der QR-Codes übergeben Sie Textdateien an das Programm Qrencode. Die so erzeugten QR-Code-Bilddateien drucken Sie zusammen mit den Album-Covern auf Kärtchen. Alternativ käme hier die Software Glabels infrage, um die Kärtchen im Seriendruck zu erstellen [7].
Abbildung 4 zeigt den Aufbau im Kinderzimmer. Die Kamera erhielt eine Halterung aus Lego-Steinen, da es den Kindern oft schwerfiel, das Kärtchen lange genug ruhig zu halten. Der RasPi und die Verkabelung wurden unter dem Tisch verschraubt, sodass die sichtbaren Komponenten lediglich aus der Webcam, dem IR-Empfänger und den Boxen bestehen.
Fazit
Das Projekt war zwar etwas aufwendiger, aber es macht den Kindern im Alltag Spaß, damit umzugehen. Die Auswahl des Titels geht wirklich schneller von der Hand, und so ist der Prototyp schon komplett in den Alltag integriert.
Das hier gezeigte Setup beherrscht übrigens auch den Empfang von Radio-Streams aus dem Netz. Dazu geben Sie anstelle des Albumtitels die URL an. Für den Kindersender Kiraka gelang das probeweise mit folgendem Kommando:
$ xmms2 add http://kiraka.akacast.akamaistream.net/7/285/119443/v1/gnl.akacast.akamaistream.net/kiraka; xmms2 play
Eine Textdatei, aus der Sie einen passenden QR-Code erzeugen, finden Sie im QRMusic-Github-Repository [6] als kiraka.txt.
Glossar
- Lirc
-
Linux Infrared Remote Control. Linux-Software zum Senden, Empfangen und Auswerten von Infrarot-Signalen.
- Daemon
-
Als Daemon bezeichnet man auf unixoiden Systemen ein Hintergrundprogramm, das Dienste zur Verfügung stellt. Daemons entsprechen also den Services (Systemdiensten) unter Windows.
Infos
- Infrarot-Empfänger IgorPlug USB: http://www.blue-backlight.de
- Debian-Image für den RasPi: http://www.raspberrypi.org/downloads
- Installationsanleitung für das RasPi-Image: http://elinux.org/RPi_Easy_SD_Card_Setup
- Lirc-Konfigurationen für Fernbedienungen: http://lirc.sourceforge.net/remotes/
- Seki Slim “einlernen”: http://www.my-seki.de/images/Bedienungsanleitungen/seki_slim_de.pdf
- QRMusic-Github-Repository: https://github.com/rheikvaneyck/QRMusic
- Glabels: Mario Blättermann, “Ausgezeichnet”, LU 07/2011, S. 58, http://www.linux-community.de/23783







