Linux unterstützt viele Webcams direkt. Auf Ebay findet sich zum Beispiel die Logitech C170 für unter 15 Euro. Die für unseren Prototyp genutzte Microsoft LifeCam HD liefert zu viele Pixel, was das Verarbeiten der Aufnahme entsprechend aufwendig macht. Daher reduzierten wir die Auflösung der Kamera per Konfiguration künstlich auf das kleinste Format: Je geringer die Auflösung, umso schneller verarbeitet der RasPi die Bilder.
Software
Als Grundsystem kommt Raspbian zum Einsatz [2], das sich recht einfach installieren lässt [3] und gut beschrieben ist. Die notwendige Software für den Player finden Sie direkt in den Debian-Repositories und installieren Sie bei Bedarf über die Paketverwaltung nach. Die Tabelle “Software” listet die Pakete auf, die Sie mittels sudo apt-get install Paket einrichten.
Software
|
Paket |
Funktion |
|---|---|
|
xmms2 |
Musik-Player |
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xmms2-client-medialib-updater |
Automatisches Aktualisieren der Musik-Bibliothek |
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xmms2-plugin-curl |
Plugin für Radio-Streams aus dem Internet |
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lirc |
Infrarot-Tools |
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zbar-tools |
QR-Code-Tools |
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id3v2 |
Tag-Editor, der ID3 Version 2 beherrscht |
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id3 |
Tag-Editor, der ID3 Version 1 beherrscht |
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qrencode |
QR-Code-Generator |
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mpg123 |
MP3-Player, der die MP3-Bibliotheken mitbringt |
Vorbereitung
Der Player braucht natürlich Musik zum Abspielen. Die Alben liegen idealerweise unterhalb eines Verzeichnisses, das die Software später automatisch auf Änderungen überwacht. Falls noch nicht vorhanden, legen Sie dafür mit mkdir /home/pi/Musik ein lokales Verzeichnis an.
Da der Barcode-Auswerter Zbarcam nicht mit UTF8-Zeichen klarkommt, insbesondere nicht mit Umlauten, konvertieren Sie anschließend bei Bedarf mit dem Tag-Editor Id3v2 die Albentitel. Das erledigen Sie mit dem Skript rename.sh (Listing 1) im betreffenden Verzeichnis für alle MP3-Dateien in einem Rutsch.
Heißt das Album beispielsweise “Der Grüffelo”, so setzt ~/rename.sh "Der Gruffelo" bei allen Dateien im Verzeichnis den Titel entsprechend des Parameters. Im Test lag das Skript im Home-Verzeichnis /home/pi/; das Kommando chmod a+x ~/rename.sh sorgte für die richtigen Rechte.
Listing 1
#!/bin/bash #rename.sh fs=$IFS IFS=$(echo -en "\n\b") for i in *.mp3; do id3v2 -A "$1" "$i"; done IFS=$fs
Der Audioplayer
Als Audioplayer kommt XMMS2 zum Einsatz, dessen modularer Aufbau und Musikbibliothek es für das Ansteuern per Skript und Fernbedienung geradezu prädestinieren. Dafür verteilt der Player die Aufgaben auf die Serverkomponente xmms2d und den Client xmms2.
Der Player läuft als Daemon im Hintergrund, ein Login fällt somit flach. Den Daemon starten Sie vor dem Aufruf des Clients mit xmms2-launcher. Mit folgendem Aufruf bauen Sie die Musikbibliothek aus den Musikdateien im Verzeichnis auf:
$ xmms2 server import /home/pi/Musik
Ob es geklappt hat, zeigt die Ausgabe des Befehls xmms2 search artist:*, die alle Titel der Datenbank auflisten sollte. Um das Musik-Verzeichnis – es muss zu diesem Zeitpunkt bereits existieren – mit Xmms2-mlib-updater zu überwachen, nehmen Sie es in dessen Konfiguration auf:
$ xmms2 server config clients.mlibupdater.watch_dirs /home/pi/Musik
TIPP
Bei älteren XMMS2-Versionen müssen Sie beim Hinzufügen des zu überwachenden Verzeichnisses im Xmms2-Aufruf den Parameter server weglassen.
Anschließend brauchen Sie nur mit dem Aufruf von xmms2-mlib-updater & das automatische Aktualisieren der Bibliothek zu starten, bevor Sie Änderungen an den Dateien vornehmen oder neue Dateien ins Verzeichnis kopieren.
Fernbedienung
Nach der Installation von Lirc nehmen Sie die jeweilige Fernbedienung in die Konfiguration auf. Dazu erstellen Sie entweder mithilfe von Irrecord eine Konfiguration für die Fernbedienung der Wahl oder laden eine vorhandene Konfiguration von der Lirc-Webseite [4] herunter.





