Startseite>Time Capsule ersetzen mit Netatalk auf dem RasPi
Aus Raspberry Pi Geek 02/2014

Time Capsule ersetzen mit Netatalk auf dem RasPi (Seite 2)

Backup-Speicherplatz einrichten

Das Anschließen einer einzelnen externen Festplatte gestaltet sich einfach: Tippen Sie den Befehl aus der ersten Zeile von Listing 1 ein, und bestätigen Sie mit [Eingabe]. Stecken Sie die Festplatte an, und halten Sie auf dem Bildschirm Ausschau nach einer Zeile ähnlich der Zeile 2. Sie beenden die Anzeige mittels [Strg]+[C].

Listing 1

 

sudo tail -f /var/log/syslog
sd 0:0:0:0: [sda] Attached SCSI Disk

Falls die Festplatte sda bereits formatiert ist, folgt auf einer weiteren Zeile die Liste der Partitionen. Die SD-Karte trägt den Namen mmcblk0, die beiden Partitionen darauf heißen mmcblk0p1 respektive mmcblk0p2.

Auch, wenn innerhalb von mehr als einer halben Minute nun nichts passiert, besteht nicht unbedingt Grund zur Besorgnis: Der Raspberry Pi gibt sich ziemlich wählerisch, je nach USB-Hub und Festplatte erkennt er den Datenträger möglicherweise erst nach einem Neustart. Starten Sie also den Rechner neu, wobei die Festplatte angeschlossen bleibt. Rufen Sie lsblk auf. Spätestens jetzt sollte die Festplatte dort als sda erscheinen, gegebenenfalls samt weiterer Einträge für Partitionen.

Rufen Sie nun über den Befehl sudo fdisk /dev/sda das Programm zum Partitionieren auf. Möglicherweise gibt dieses im Betrieb die Warnung aus Listing 2 aus. Diese weist darauf hin, dass die Festplatte entweder noch nicht partitioniert ist, oder aber – falls der Text erst später erscheint – die bisherige Tabelle verworfen wurde und aktuell keine gültige vorliegt.

Listing 2

 

Warning: invalid flag 0x0000 of partition table 4 will be corrected by w(rite)

Drücken Sie [O] gefolgt von [Eingabe], um eine neue, leere Partitionstabelle anzulegen. Danach drücken Sie [N] und [Eingabe], um eine neue Partition zu erstellen. Mit [P], wiederum gefolgt von [Eingabe], deklarieren Sie diese als primäre Partition. Teilen Sie der Partition die Nummer 1 zu ([**1**],[Eingabe]). Bestätigen Sie, dass die Partition am Anfang der Festplatte beginnt und abermals, dass Sie den kompletten Festplattenplatz ausnutzen wollen.

Weisen Sie der neu erstellten Partition den Typ HFS+ zu, indem Sie die [T], gefolgt von [Eingabe] drücken. Dann geben Sie den Partitionscode af ein und bestätigen mit [Eingabe]. Drücken Sie [W], um die Änderungen auf die Festplatte zu schreiben, und bestätigen Sie noch einmal mit [Eingabe]. Danach beenden Sie das Tool.

Bevor Sie die Partition mit einem Dateisystem formatieren, sollten Sie ein erneutes Einlesen der Partitionstabellen erzwingen. Geben Sie dazu sudo partprobe ein, und drücken Sie [Eingabe]. Liefert der Befehl keinen Fehler, fahren Sie mit dem Formatieren fort; andernfalls starten Sie das System mittels sudo reboot neu.

Zum Formatieren benötigen Sie die HFS-Tools. Hierfür stellen Sie zunächst mittels des Befehls sudo apt-get update sicher, dass die Liste der Software-Pakete auf dem neuesten Stand ist. Danach installieren Sie die passenden Programme (Listing 3, Zeile 1).

Anschließend formatieren Sie die Partition mit dem Befehl aus Zeile 2, wobei Sie den Partitionsnamen entsprechend anpassen. Als Gerätedatei käme im Beispiel /dev/sda1 zum Zug. In Ihrem Setup passen Sie diesen Pfad entsprechend an. Danach führen Sie die Befehle aus Zeile 3 und 4 aus. Kontrollieren Sie den Befehl aus Zeile 4 vor dem Ausführen noch einmal Zeichen für Zeichen.

Listing 3

 

$ sudo apt-get install hfsplus hfsprogs
$ sudo mkfs.hfsplus -s -J -v Partitionsname Gerätedatei
$ sudo cp -v /etc/fstab{,.orig}
$ echo -e "UUID=$(sudo blkid -o value -s UUID /dev/sda1)\t/var/timemachine\thfsplus\tforce,rw\t0 0" | sudo tee -a /etc/fstab
$ sudo install -o nobody -g nogroup -m 775 -d /var/timemachine
$ sudo mount -a
$ sudo ls -la /var/timemachine

Der letzte Befehl aus Zeile 3 legt zunächst eine Sicherungskopie der Datei /etc/fstab unter dem Namen /etc/fstab.orig an. Das Kommando in Zeile 4 legt eine zusätzliche Zeile in der Systemdatei an, die den Einhängepunkt der erstellten Partition auf /var/timemachine festlegt und Dateisystem-Optionen deklariert.

Um die Zugriffsrechte direkt zu spezifizieren, eignet sich anstatt des mkdir der Befehl install (Zeile*5). Haben Sie das Verzeichnis angelegt, weisen Sie das System an, alle in der Datei /etc/fstab konfigurierten Partitionen einzuhängen (Zeile 6). Klappt das, erhalten Sie keine Meldung.

Ist bisher alles fehlerfrei abgelaufen, finden Sie durch den Befehl aus Zeile 7 im Verzeichnis jetzt mindestens eine Datei .journal. Sollte dies nicht der Fall sein, liegt in der bisherigen Konfiguration ein Fehler vor.

Im Verbund

Bei einem Verbund von Platten fällt die Konfiguration sehr ähnlich aus wie bei einer einzelnen Disk. Bevor Sie jedoch die Festplatten partitionieren, richten Sie vorab das RAID-Werkzeug Mdadm ein:

DIESEN ARTIKEL ALS PDF KAUFEN
EXPRESS-KAUF ALS PDFUmfang: 7 HeftseitenPreis €0,99
(inkl. 19% MwSt.)
€0,99 – Kaufen
RASPBERRY PI GEEK KAUFEN
EINZELNE AUSGABE Print-Ausgaben Digitale Ausgaben
ABONNEMENTS Print-Abos Digitales Abo
TABLET & SMARTPHONE APPS
Deutschland