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Aus Raspberry Pi Geek 02/2014

Colocation von RasPi-Servern

© Medialinx AG

Beeren-Hosting

Marko Dragicevic

Inzwischen bieten mehrere Rechenzentren Raspberry-Pi-Housing an. Was hat es damit auf sich?

README

Der Text stellt die im Jahr 2013 aufgekommene Entwicklung vor, RasPis professionell hosten zu lassen. Im Anschluss reflektiert er den Nutzen dieser Angebote.

An einem Morgen im Februar 2013 kam das Team eines niederländischen Hosting-Providers [1] auf die Idee, in ihrem Rechenzentrum kostenloses Housing von Raspberry Pis anzubieten. Man rechnete damit, dass vielleicht 50 Interessenten dies in Anspruch nehmen würden. Als aber die Neuigkeit durch die Nachrichtenseiten des Internets geisterte, registrierten sich im Laufe der Zeit immer mehr Leute für das Angebot. Sechs Wochen später betrieb der Hoster bereits drei Serverschränke, gefüllt mit jeweils 150 RasPis.

Dies machte es notwendig, die zunächst provisorisch gehaltenen Aufbauten (Abbildung 1) zu überdenken. Seit einigen Monaten verwendet das Unternehmen nun eigens angefertigte, spezielle Racks, in denen pro Schrank 500 RasPis Platz finden (Abbildung 2). Mittlerweile nehmen 2000 Kunden das Angebot in Anspruch, ferner berechnet der Anbieter Neukunden seit Kurzem 3 Euro monatlich für das Unterstellen eines RasPi. In der Zwischenzeit kopierten auch die Anbieter Edis aus Österreich [2] und FSdata aus Schweden [3] die Idee.

Abbildung 1: Eine Raspberry-Pi-Kolonie im Server-Rack.

Abbildung 1: Eine Raspberry-Pi-Kolonie im Server-Rack.

Abbildung 2: Professionelle Stromversorgung für die eng gepackten RasPis.

Abbildung 2: Professionelle Stromversorgung für die eng gepackten RasPis.

Erstrebenswert?

Technisch gesehen ergibt das Angebot, Colocation für Raspberry Pis anzubieten, eigentlich nur wenig Sinn. Man sollte es eher als Marketing-Gag des anbietenden Hosters ansehen, vielleicht auch einfach nur als Hobby-Projekt des RZ-Teams, dem es darum ging, die Möglichkeiten auszutesten.

Endbenutzer, die eine breitbandig angebundene Linux-Shell oder eine dynamische Webpräsenz benötigen, bekommen bei etlichen Anbietern für 3 Euro pro Monat genauso gut einen V-Server. Der bietet nicht nur den Vorteil, dass Sie für einen solchen nicht erst die Hardware erwerben müssen: Reinstallationen, etwa zum Austesten einer bestimmten Distribution, bewerkstelligen Sie bei einem V-Server vollautomatisiert per Knopfdruck.

Bei dem RasPi-Hosting-Angebot setzt eine Neuinstallation dagegen das Absenden einer Supportanfrage und ein folgendes manuelles Eingreifen eines Rechenzentrumsmitarbeiters voraus. Möchten Sie den verwendeten RasPi irgendwann wieder zurückhaben, fallen noch einmal 7,50 Euro für Verpackung und Versand an. Auch in Sachen automatisiertes Backup erscheint ein V-Server sinnvoller.

Abgesehen von der rational-logischen Denklinie: Irgendwie ist es doch ein netter Anblick, ein improvisiertes Serverrack voller RasPis zu sehen. Es erstaunt schon, auf welche Ideen der kleine Einplatinenrechner Leute bringt. Vielleicht liegt auch hier der Grund, weswegen so viele Menschen einen Pi in einem Rechenzentrum stehen haben möchten: Nicht weil es furchtbar viel Sinn ergibt, sondern aus Spaß – einfach, weil es möglich ist.

Falls es für Sie infrage kommen sollte, eines dieser Angebote in Anspruch zu nehmen, sollten Sie jedoch daran denken, den RasPi vor seinem Einsatz – wie jeden anderen Internet-Server auch – zur Sicherheit zu “härten”. Das fängt schon mit dem Entfernen des Standard-Benutzers pi an. 

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