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Aus Raspberry Pi Geek 02/2014

Aktuelle Software im Kurztest

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Das gut gepflegte Lionwiki 3.2.9 stellt alle wichtigen Wiki-Funktionen auch ohne schwergewichtige Datenbank bereit und lässt sich modular erweitern.

Der RasPi eignet sich hervorragend als interner Webserver – da darf ein lokales Wiki natürlich nicht fehlen. Angesichts begrenzter Systemressourcen empfiehlt sich dazu ein Leichtgewicht wie Lionwiki. Es benötigt neben einem Webserver mit CGI-Unterstützung lediglich PHP5, jedoch keine Datenbank.

Zur Installation entpacken Sie das Lionwiki-Quellarchiv ins Dokumentenverzeichnis des Webservers, wobei automatisch die benötigte Verzeichnisstruktur entsteht. Sämtliche Einträge landen als einfache Textdatei im Verzeichnis pages/. Um das Wiki nach Ihren Wünschen zu konfigurieren, müssen Sie lediglich die Datei config.php mit einem Editor anpassen. Hier geben Sie den Titel des Wikis vor und legen eines der sieben mitgelieferten Templates für das Erscheinungsbild fest. An gleicher Stelle hinterlegen Sie auch das Admin-Passwort, das Anwender zum Bearbeiten eines Eintrags angeben müssen. Im Gegensatz zu größeren Wikis kennt Lionwiki weder eine Benutzerverwaltung noch ein feinmaschiges Rechtekonzept.

Die Formatierungssyntax von Lionwiki lehnt sich an die gängigen Standards an. Über zahlreiche Plugins lässt sich das Tool darüber hinaus mit weiteren Funktionen anreichern, wie Menüs, Tabellen, Kommentareigenschaften, Captchas oder RSS-Feeds. Beispiele zur Syntax und den Plugins finden Sie auf der Projektseite des Wikis.

Lionwiki 3.2.9

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://lionwiki.0o.cz/index.php?page=Main+page

Systemwächter

Das schlanke Systemmonitoring-Tool Monit 5.4 belegt nur wenig Arbeitspeicher, lässt sich individuell anpassen und bietet viele professionelle Funktionen.

Zu den interessantesten Werkzeugen zur Systemüberwachung im Raspbian-Repository zählt zweifellos das schlanke Tool Monit. Mit seiner Hilfe behalten Sie nicht nur die Systemlast im Auge, sondern auch einzelne Dienste. Das Programm läuft dezent als Dienst im Hintergrund und kontrolliert in Intervallen – standardmäßig alle zwei Minuten – die zu überwachenden Ressourcen.

Worauf es ein Auge haben soll, legen Sie in der Konfigurationsdatei /etc/monit/monitrc fest. Diese enthält bereits einige Beispiel-Checks, die Sie nur noch aktivieren müssen – eventuell gilt es dabei noch IP-Adresse oder Schwellwerte anzupassen. Letztere legen fest, wann Monit den Zustand einer Ressource als bedenklich einstuft und aktiv wird. Es alarmiert dann nicht nur den Benutzer via E-Mail, sondern leitet gegebenenfalls auch Gegenmaßnahmen ein, indem es etwa Dienste neu startet oder stoppt. Beispiele für die verschiedensten Dienste finden Sie im Wiki auf der Monit-Website.

Für das Überwachen der Ressourcen bietet das Tool drei Monitoring-Modi. Standardmäßig arbeitet es im aktiven Modus und leitet im Problemfall die vom Anwender definierten Gegenmaßnahmen ein. Im passiven Modus erfolgt nur lediglich eine Alarmierung per E-Mail. Der manuelle Modus ist für den Einsatz in Cluster-Umgebungen gedacht.

Den aktuellen Status des Systems fragen Sie wahlweise über den Konsolenbefehl monit status oder die Weboberfläche des Monit-Dienstes ab, die Sie über Port 2812 am lokalen Interface erreichen. Für einen Netzwerkzugriff passen Sie Schnittstelle, Port und Zugangsdaten in der Konfigurationsdatei an. Über Konsole und Weboberfläche können Sie jederzeit die Überwachung einzelner Ressourcen starten oder stoppen.

Monit 5.4

Lizenz: AGPLv3

Quelle: http://mmonit.com/monit/

Fensterjongleur

Gerade im Headless-Einsatz des Raspberry Pi erleichtert Screen 4.1.0, das Schweizer Taschenmesser für Remote-Konsolen, die Arbeit deutlich.

Um im Headless-Betrieb des RasPi bequem mit mehreren Konsolen zu arbeiten, ohne dazu jedes Mal eine neue SSH-Verbindung öffnen zu müssen, setzen Sie das vielseitige Werkzeug Screen ein. Dieser Fenstermanager für die Konsole findet sich bereits in den Raspbian-Paketquellen. Nach dem Installieren des Tools auf dem RasPi rufen Sie in der per SSH verbundenen Konsole den Befehl screen ein, um das Tool zu aktivieren.

Über das Tastenkürzel [Strg]+[A],[C] lassen sich dann beliebig viele weitere Konsolen öffnen, in die Screen jeweils sofort wechselt. Mit [Strg]+[A],[A] vergeben Sie einen eindeutigen Namen für die Konsole – beispielsweise jenen des Programms, das darin laufen soll. Eine Übersicht aller offenen Screen-Konsolen erhalten Sie mit der Kombination [Strg]+[A],[Umschalt]+[2]. Über die Cursor-Tasten wählen Sie dann eine Konsole aus und wechseln zu dieser. Verlassen Sie eine Konsole, in der gerade ein Programm aktiv ist, läuft dieses einfach weiter. Kehren Sie später zurück, steht die Ausgabe des Programms wieder zur Verfügung.

Über das Tastenkürzel [Strg]+[A],[D] trennen Sie die gesamte Screen-Sitzung, alle aktiven Programme laufen aber in ihren jeweiligen Konsolen weiter. Später können Sie sich dann mit dem Aufruf screen -rd wieder zur Screen-Sitzung verbinden und dort weiterarbeiten, wo Sie aufgehört haben. Das klappt sogar dann, wenn die Session unfreiwillig durch eine wegbrechende Netzverbindung terminiert wurde.

Darüber erlaubt Screen, eine Sitzung zu protokollieren oder sich dabei von anderen Anwendern über die Schulter sehen zu lassen. Die umfangreiche Manpage gibt Aufschluss über alle Funktionen und Tastenkombinationen.

Screen 4.1.0

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://www.gnu.org/software/screen/

Synchronmotor

Für den Abgleich externer Webseiten oder das Sichern einer Webpräsenz auf dem lokalen System bietet Sitecopy 0.16.6 eine einfach zu bedienende, übersichtliche Lösung.

Bei Sitecopy ist der Name Programm: Das Tool gleicht den Inhalt einer Webseite mit der lokalen Testumgebung ab oder stellt geänderte Daten online. Als Übertragungsprotokoll kommt dabei neben dem klassischen FTP als auch WebDAV zum Einsatz, wobei nur Letzteres eine verschlüsselte Synchronisation unterstützt.

Die zu synchronisierenden Webseiten konfigurieren Sie in der Datei ~/.sitecopyrc. Diese enthält für jede Site einen Konfigurationsblock mit einem eindeutigen Namen. Jeder Block umfasst die Server-URL oder IP-Adresse, den Pfad zu den Daten auf der entfernten und der lokalen Seite sowie eventuell benötigte Ausnahmeregeln, falls nicht alle Dateien übertragen werden sollen.

In der Vorgabe prüft Sitecopy die Aktualität der Dateien anhand des Zeitstempels, alternativ mit dem Parameter state checksum via MD5-Prüfsumme. Erfordert der Zugriff auf eine Webseite einen Proxy-Server, können Sie auch diesen für jede Webseite individuell angeben. Standardmäßig ignoriert Sitecopy beim Abgleich die Dateiberechtigungen. Über den Parameter permissions passen Sie dieses Verhalten gegebenenfalls an. Die gültigen Einstellungen dazu entnehmen Sie der Manpage.

Zum Abgleich starten Sie Sitecopy mit dem Befehl für die jeweilige Synchronisationsrichtung, gefolgt vom eindeutigen Namen der Webpräsenz in der Konfigurationsdatei. Bei Angabe der Parameter --list oder --verify prüft Sitecopy lediglich die Synchronizität. Um zusätzlich auf Nummer sicher zu gehen, starten Sie Sitecopy mit dem Parameter --dry-run: Dann zeigt das Tool alle Aktionen lediglich an, ohne sie tatsächlich auszuführen.

Sitecopy 0.16.6

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://www.manyfish.co.uk/sitecopy/

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