RasPis aufrüsten
Als Systemsoftware für unsere RasPi-APs dient ein aktuelles Release der Distribution Raspbian “Wheezy” [1]. Um es mit allen notwendigen Softwarepaketen zum Einsatz als Access Point und der Herstellung von Netzwerkbrücken anzureichern, tippen Sie in einem Terminal folgendes Kommando ein:
$ sudo apt-get install iw hostapd bridge-utils
Die einzigen obligatorischen Bedingungen für einen geeigneten WLAN-USB-Stick stellen die Verfügbarkeit eines Linux-Treibers sowie die Unterstützung des Access-Point-Modus dar. Für welche Adapter es passende Treiber gibt, eruieren Sie recht zielsicher über einschlägige Foren und Wikis, wie etwa Elinux.org [2] oder Linux Wireless [3].
Mehr Klarheit über die Unterstützung und Eignung des Sticks bringen die Ausgaben von dmesg (Listing 1 zeigt ein Beispiel) und iw list, das die vom Stick unterstützten Funktionen auflistet.
Listing 1
[...] [ 3.212744] usb 1-1.2: new high-speed USB device number 4 using dwc_otg [...] [ 3.400052] usb 1-1.2: Product: 802.11 n WLAN [ 3.409572] usb 1-1.2: Manufacturer: Ralink [...] [ 5.580236] cfg80211: Calling CRDA to update world regulatory domain [...] [ 6.549881] usbcore: registered new interface driver rt2800usb [...]
Abbildung 3 zeigt einen RasPi als WLAN-AP im Betrieb mit einer schwenk- und drehbaren Antenne. Optimal eignen sich USB-Sticks mit abnehmbaren Antennen: Diese eröffnen die Möglichkeit, bei Bedarf die Originale gegen Antennenmodelle mit Richtcharakteristik, höherem Antennengewinn oder für die Außenmontage auszutauschen.
Access Point einrichten
Den AP-Daemon des RasPis richten Sie über entsprechende Anpassungen in insgesamt vier Dateien ein [4]. In /etc/network/interfaces konfigurieren Sie nach dem in Listing 2 gezeigten Schema die Netzwerkgeräte. Wir gehen im Beispiel von einem Netz mit der Netzwerkadresse 192.168.0.0/24 aus.
Listing 2
# /etc/network/interfaces für AP0 # (und AP1 auskommentiert) auto lo iface lo inet loopback auto br0 iface br0 inet static address 192.168.0.100 #AP0 # address 192.168.0.101 #AP1 netmask 255.255.255.0 broadcast 192.168.0.255 gateway 192.168.0.1 bridge_ports eth0 wlan0
Damit sich jeder Access Point im eigenen Netzwerk auch orientieren kann, gilt es, die Datei /etc/resolv.conf mindestens mit dem Eintrag nameserver 192.168.0.1 zu erweitern.
In der Datei /etc/default/hostapd fügen Sie lediglich die Zeile DAEMON_CONF=/etc/hostapd/hostapd.conf ein, um bei jedem Systemstart auch den Daemon mitzustarten.
Die eigentliche Konfiguration findet dann in der Datei /etc/hostapd/hostapd.conf statt. Diese sollte aber nur für den Systemverwalter root zugänglich sein, da sie den geheimen PSK im Klartext beinhaltet.
Die Befehle aus Listing 3 konfigurieren AP0 und AP1 so, dass diese auch das Inter-Access-Point-Protocol (IAPP) nach dem zurückgezogenen Standard 802.11f unterstützen. Dieses Mobility-Verfahren sieht vor, dass jener Access Point, bei dem sich ein Endgerät einbucht, dies allen anderen APs mitteilt. Diese streichen dann dieses Gerät aus ihrer Client-Liste.
Listing 3
# /etc/hostapd/hostapd.conf # für AP0 (und AP1 auskommentiert) # allgemein ctrl_interface=/var/run/hostapd ctrl_interface_group=0 driver=nl80211 eap_server=0 logger_syslog=-1 logger_syslog_level=0 logger_stdout=-1 logger_stdout_level=0 # Schnittstellen interface=wlan0 # WLAN-Device bridge=br0 # WLAN-LAN-Bridge iapp_interface=br0 # Device für 802.11f-Meldungen # WLAN Konfiguration channel=5 # AP0 #channel=9 # AP1 ssid=Himbeernetz ignore_broadcast_ssid=0 hw_mode=g country_code=DE beacon_int=100 dtim_period=5 # Authentifizierung macaddr_acl=0 auth_algs=1 # Verschlüsselung wpa=2 # AP bietet nur WPA2 wpa_key_mgmt=WPA-PSK # normal ohne Fast-BSS-Transition # normal mit Fast-BSS-Transition: # wpa_key_mgmt=WPA-PSK FT-PSK rsn_pairwise=CCMP wpa_passphrase=ganzgeheim # PSK für alle APs gleich
Der Standard IEEE 802.11r standardisiert ein weiteres Mobility-Verfahren: Er regelt eine Fast-BSS-Transition (“Handover”) von einem Access Point zum anderen. Bei dieser Konfiguration ist größte Sorgfalt geboten. Im Zweifelsfall lassen Sie diesen Teil lieber komplett weg – außer Linux-Systemen mit WPA-Supplicant gibt es ohnehin kaum Endgeräte, die das Verfahren unterstützen.
Für eine Fast-BSS-Transition nach 802.11r hängen Sie einfach die Zeilen aus Listing 4 an die Datei /etc/hostapd/hostapd.conf (Listing 2) an und passen die Inhalte – insbesondere die spezifischen MAC-Adressen – dabei entsprechend der in Ihrem WLAN verwendeten Geräte an.





