Editorial
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
für ein Projekt, das als Kleinserie eines Lernrechners für Schüler in die Startlöcher getreten ist, hat der RasPi inzwischen ein beachtliches Moment erzielt. Wie die Raspberry Pi Foundation Anfang November bekannt gab, wanderte irgendwann in der letzten Oktoberwoche 2013 der zweimillionste Kleinrechner über die Auslieferungsrampe – volle drei Monate eher als eigentlich erwartet [1].
Deswegen hat man bei der Foundation das Ereignis auch verpasst, und es lässt sich nicht mehr feststellen, an wen das Board mit der Seriennummer 2 000 000 gegangen ist. Haben Sie kürzlich einen RasPi erworben, lohnt es sich also, mittels cat /cpu/procinfo mal kurz nachzusehen [2], ob das Jubiläumsexemplar vielleicht auf Ihrem Schreibtisch (oder sonst irgendwo im und ums Haus) seinen Dienst versieht.
Dass der Raspberry Pi sich mittlerweile längst vom Nerd-Spielzeug zum begehrten Dauerbrenner entwickelt hat, lassen aber nicht nur die Stückzahlen erkennen, sondern auch die Tatsache, dass sich inzwischen eine kleine, aber feine Gemeinde von Zubehörlieferanten rund um den Minirechner gebildet hat. Durch die Recherchen für unseren Retro-Gaming-Artikel (Seite 48) sind wir auf zwei Beispiele dafür gestoßen, die wir Ihnen keinesfalls vorenthalten wollen, denn beide eignen sich ganz besonders für ein Bastelprojekt über die stillen Feiertage.
So hat sich Helmut Wendt damit beschäftigt, wie sich ein Retro-Gaming-Pi auch stilecht verpacken lässt. Dabei ist er auf das eigentlich für iPhones gedachte Arcadi iPad Mini Cab gestoßen, für das er ab Mitte Dezember einen kompletten Einbausatz für einen Pi anbietet, samt Steuerungsboard, 5,7-Zoll-TFT sowie Kabel und Zubehör [3]. Damit lässt sich der Minirechner mechanisch sicher und ohne großes Gefrickel zu einem schicken Mini-Spielautomaten mit allem Drum und dran ausbauen (Abbildung 1).
Einen etwas breiteren Ansatz wählte Jochen Zurborg: Sein Ende November noch namenloses Projekt [4] – wir hoffen, er benennt es nach unserem Vorschlag PiJAMMA (Abbildung 2) – bietet nicht nur Anschlussmöglichkeiten für alle gängigen Spielekonsolen-Controller und Vintage-Joysticks an den RasPi. Es offeriert zudem eine komplette JAMMA-Schnittstelle, sodass sich ein Raspberry Pi damit auch zum Wiederbeleben eines originalen Spielhallenautomaten einsetzen lässt. Nach derzeitigem Planungsstand können Sie ab Mitte Dezember ein “PiJAMMA”-Board ordern.
Beide Projekte bieten neben Bastelspaß über die “stille Zeit” auch die Möglichkeit, das eventuell vom persönlichen Umfeld als etwas exotisch empfundene Hobby Raspberry Pi endlich einmal auf eine rundum breitentaugliche Basis zu stellen. Viel Spaß dabei, schöne Feiertage und einen guten Rutsch wünscht Ihnen im Namen des ganzen RPG-Teams
mit herzlichen Grüßen,
Jörg Luther
Chefredakteur
Infos
- “Two Million!”: http://www.raspberrypi.org/archives/5265
- RasPi-Seriennummer herausfinden: http://www.youtube.com/watch?v=RC6p7tb_gcE
- RPi Mini Cab DIY Kit: http://www.hwhardsoft.de/deutsch/projekte/raspberry-pi-mini-cab/
- RasPi-JAMMA-Adapter: http://bencao74.blogspot.de/2013/11/raspberry-pi-for-arcade-jamma-adapter.html


