Als Erstes wäre hier Filesystems zu nennen, mit dessen Hilfe Sie das Dateisystem bearbeiten können. Das Plugin dient zum Erstellen und Editieren von Einhängepunkten und schreibt direkt in die Datei /etc/fstab. Firewall Tables bietet ein kleines grafisches Frontend für Iptables [10], dem meistbenutzten Firewall-Skript unter Linux. Das Plugin erlaubt das grafische Konfigurieren der Ketten und Regeln der im Kernel implementierten Firewall. Hierzu brauchen Sie zumindest gute grundlegende Kenntnisse über Iptables.
Das Plugin Packages dient dem Nachziehen von Paketen aus dem ArkOS-Repository und dient als Frontend für den unter Arch verwendeten Paketmanager Pacman (Abbildung 6). Die Applikation System Users erlaubt das Bearbeiten aller auf dem System vorhandenen Nutzer – inklusive Root – und deren Passwörter. Über das normale Users-Plugin hinaus erlaubt es das Setzen von UID und GID, das Erstellen von und Zuweisen zu Gruppen sowie die Definition einer Standard-Shell pro Anwender.
Der Task Monitor bietet eine Ansicht des Zustandes aller Prozesse inklusive PID, CPU-Last und RAM-Verbrauch. Er gestattet auch das Beenden der Prozesse per Kill-Befehl oder über andere Interrupts. Schließlich gibt es noch das Terminal, einen VT-100-Terminal-Emulator [11]. Er verhält sich wie ein normales Linux-Terminal, es lassen sich mehrere Instanzen gleichzeitig öffnen.
Systemd-Befehle
Da ArkOS auf das relativ neue Init-System Systemd setzt, unterscheidet sich der Befehlssatz zur Dienstesteuerung vom bisher Gewohnten. Um beispielsweise Befehle an einen Service abzusetzen, lautet das Schema:
# systemctl Operation Name der Anwendung
Die Operationen start und stop lassen den angegebenen Dienst anlaufen beziehungsweise halten ihn wieder an. Um eine Anwendung automatisch zu starten, wenn der RasPi hochfährt, verwenden Sie enable, wohingegen disable den Start unterdrückt. Über status prüfen Sie den Zustand des Dienstes und sehen eventuelle Fehlermeldungen ein.
Als sehr nützlich erweist sich auch der Befehl journalctl (ohne Parameter): Er zeigt den kompletten Ablauf des letzten Bootvorganges. Weitere Informationen zu Systemd finden Sie im Systemd-Wiki [19].
Ausblick
Wenn Sie diesen Artikel lesen, dürfte bereits Genesis 0.4 erschienen sein – zumindest hat uns das der Entwickler Anfang September bescheinigt. Neben Sicherheitsaktualisierungen wird die neue Version auch zusätzliche Funktionen mitbringen. Dazu gehört, wie bereits erwähnt, ein Zertifikatsmanager, mit dessen Hilfe Sie selbst signierte Zertifikate erstellen und einbinden oder vorhandene SSL-Zertifikate importieren. Der File Manager wird die Fähigkeit erhalten, Dateien zwischen dem Client-Computer, auf dem Genesis läuft, und der ArkOS-Instanz auszutauschen. Darüber hinaus soll das Netzwerk-Plugin komplettiert werden.
In Sachen Sicherheit meldet in Genesis 0.4 jede installierte Applikation die benötigten Ressourcen, etwa offene Ports, an ein kleines Programm, das diese gesammelt anzeigt. So können Sie schnell entscheiden, ob etwa eine Applikation nur im LAN agieren darf oder der Dienst im gesamten Internet zur Verfügung steht. In der Rubrik Server kommt die Möglichkeit hinzu, einen Mailserver mittels Postfix und Dovecot aufzusetzen. Ein Webapp-Plugin für Jekyll [12] gestattet, einfachen Text, Markup oder Textile in statischen Webseiten und Blogs umzusetzen und mithilfe des Webservers Nginx auszuliefern. Für die stabile Version Genesis 1.0, die im Verlauf des Spätherbstes erscheinen soll, ist zudem die Integration von Plugins für Tent [13], XMPP [14] und Pump.io [15] vorgesehen.
Nach dem Erscheinen von Genesis 1.0 steht dann erst einmal die Lokalisierung der Anwendung in andere Sprachen im Vordergrund. Wer hier gerne beitragen möchte, Genesis ins Deutsche oder in andere Sprachen zu übersetzen, kann sich direkt an Jakob Cook wenden [16]. Bugreports sind auf Github [17] willkommen, wo ArkOS auch gehostet ist.
Fazit
ArkOS gefällt sowohl von der Idee als auch von der Umsetzung her. Die aktiv entwickelte Distribution soll noch in diesem Jahr die stabile Version 1.0 erreichen. Sie lässt sich nicht nur über viele vorhandene Erweiterungen ausbauen, sondern auch mit eigenen Python-basierten Plugins individuell anreichern. Auch Webapp-Konfigurationen kann man selbst erstellen oder bereits vorhandene an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Der Entwickler zeigt sich offen für Ideen, ArkOS weiter auszubauen und zu verbessern.
Der Raspberry Pi zeigte während unserer Tests unter ArkOS keinerlei Lastprobleme, sowohl ein installiertes Owncloud als auch WordPress liefen ausreichend flott. Der derzeitige Projektstand reicht zum Testen innerhalb des eigenen Netzwerkes vollkommen aus und erlaubt bereits eine fundierte Entscheidung darüber, ob ArkOS zukünftig das Mittel der Wahl für die eigene Datenhaltung sein kann.
Infos
- Citizenweb: https://citizenweb.is/
- ArkOS: https://ark-os.org/
- Arch für ARM: http://archlinuxarm.org/platforms/armv6/raspberry-pi
- General Public License: http://de.wikipedia.org/wiki/GNU_General_Public_License
- ArkOS-Download: https://arkos.io/downloads/
- Win32DiskImager: http://sourceforge.net/projects/win32diskimager/
- Putty: http://www.putty.org/
- TLS: http://de.wikipedia.org/wiki/Transport_Layer_Security
- Genesis Plugins: https://arkos.io/genesis/plugins
- Iptables: http://de.wikipedia.org/wiki/Iptables
- Terminal Emulator: http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_terminal_emulators
- Jekyll: http://jekyllrb.com/
- Tent: https://tent.io/
- XMPP: http://de.wikipedia.org/wiki/Extensible_Messaging_and_Presence_Protocol
- Pump Streaming-Server: http://pump.io/
- Mitarbeit bei der Übersetzung: mailto:[email protected]
- ArkOS Bugtracker: https://github.com/cznweb/genesis/issues?direction=desc&sort=created&state=open
- Raspberry Center: http://raspberrycenter.de/handbuch/sd-karten-raspberry-pi
- Informationen zu Systemd: http://www.freedesktop.org/wiki/Software/systemd/






