$ sudo ln -s /usr/share/zoneinfo/Europe/Berlin /etc/localtime
Anschließend öffnen Sie die Datei /etc/timezone mit einem Texteditor und fügen – wieder für Deutschland – die Zeile Europe/Berlin hinzu.
Die Standard-Installation von Arch Linux aktiviert den SSH-Server bereits, sodass Sie sofort in den Headless-Betrieb wechseln können. Andere Server-Software müssen Sie hingegen erst nachinstallieren, die Konfiguration unterscheidet sich kaum von der unter anderen Distributionen.
Benötigen Sie beispielsweise einen Samba-Server, richten Sie diesen erst einmal mit pacman -S Samba über den Paketmanager ein. Nach dem Anpassen der Konfigurationsdatei /etc/samba/smb.conf) lässt sich der Server mit systemctl enable samba aktivieren. Bei anderen Diensten gehen Sie analog vor.
Im LAN sprechen Sie den unter Arch Linux laufenden Raspberry Pi über den Hostnamen alarmpi an. Bei Bedarf ändern Sie diesen Namen in den Dateien /etc/hostname und /etc/hosts. Der neue Bezeichner wird erst nach einem Neustart des Systems aktiv.
Slitaz
Startet Ihnen Arch Linux noch nicht schnell genug, dann sollten Sie sich Slitaz [4] näher ansehen: Die minimalistische Distribution brauchte im Test lediglich vier Sekunden, um nach dem Einschalten bis zum Login-Prompt der Shell zu booten. Dies ist allerdings auch kein Wunder: Die Größe des SD-Karten-Images [5] beträgt im gepackten Zustand gerade einmal 46 MByte. Slitaz startet ferner nur die grundlegendsten Komponenten.
Die meisten Anwender nutzen diese Distribution auf in die Jahre gekommenen x86-Desktop-PCs. Dort bietet sie den Vorteil, dass sie komplett im RAM laufen kann und damit selbst sehr betagten Rechnern noch einen flüssigen, wenn auch spartanisch gehaltenen Desktop-Betrieb ermöglicht.
Auf dem Raspberry Pi eignet sich Slitaz jedoch ausschließlich für das Aufsetzen eines Headless-Servers – unter anderem deswegen, weil die Slitaz-Pakete für Desktop-Software noch gar nicht für die ARM-Plattform portiert wurden. Das hängt damit zusammen, dass ein einziger und zudem nicht sonderlich aktiver Entwickler die Raspberry-Pi-Version von Slitaz betreut. Zum Zeitpunkt der Entstehung dieses Artikels lag das letzte Update des SD-Karten-Images über acht Monate zurück (Abbildung 3).
Darüber hinaus befanden sich in der Paketquelle nur wenige hundert Programme – ganz im Gegensatz zur x86-Plattform: Dort steht die zehnfache Menge an Software zur Verfügung. Theoretisch könnte man die für die ARM-Architektur des RasPi fehlenden Pakete selbst übersetzen, doch vor diesem Aufwand dürften die meisten Anwender zurückschrecken.
Slitaz: Erste Schritte
Nach dem Booten melden sich als Benutzer root mit dem Passwort root bei Slitaz an. Zusätzliche Software installieren Sie über den Paketmanager Tazpkg, der – getreu dem minimalistischen Ansatz der Distribution – aus einem einzigen Shell-Skript besteht.
Das Kommando tazpkg list gibt eine Aufstellung der installierten Pakete aus. Mit tazpkg recharge aktualisieren Sie die Informationen über weitere verfügbare Programme, ein anschließendes tazpkg list-mirror gibt eine entsprechende Liste aus. Sind Sie darin fündig geworden, richten Sie mittels tazpkg get-install Paket die gewünschte Software ein.
Auch beim Bootvorgang kocht Slitaz sein eigenes Süppchen: Es vereinfacht diesen, in dem es keine Runlevel kennt. Stattdessen startet es nur /etc/init.d/rcS, das wiederum die Datei /etc/rcS.conf auswertet. Möchten Sie also beispielsweise, dass während des Bootvorgangs automatisch der leichtgewichtige SSH-Server Dropbear startet, dann erreichen Sie das durch die Angabe RUN_DAEMONS="dropbear" in der Datei rcS.conf. Zum manuellen Starten via Shell würden Sie den Daemon hingegen mittels /etc/init.d/dropbear start ausführen.
Fazit
Suchen Sie eine aktuelle, zuverlässig gepflegte und mit reichlich Paketen bestückte Distribution für Ihren im Headless-Modus betriebenen RasPi-Server, dann stellt Arch Linux eine gute Wahl dar. Es gehört zu den wenigen von der Raspberry Pi Foundation selbst gehosteten Distributionen, was eine hohe Zukunftssicherheit verspricht.
Für das eher schlecht als recht gepflegte Slitaz gilt das nicht. Allerdings verrichtet es auf dem Raspberry Pi seine Arbeit noch einen Hauch schneller als Arch Linux und kommt somit für lastintensive Server durchaus als Alternative infrage, falls die benötigte Software in der Slitaz-ARM-Paketquelle vorliegt.






