Nicht nur der Raspberry Pi vermag den Herzschlag des Bastlers zu beschleunigen: Der Markt bietet zahlreiche Single-Board-Computer mit guter Rechenpower, vielen Schnittstellen und akzeptablem Preis.
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Es muss nicht immer RasPi sein: Dieser Artikel stellt acht Alternativen mit ähnlicher oder besserer Ausstattung vor, die Sie allesamt bei europäischen Distributoren beziehen können, ganz ohne Umstandskrämereien mit dem Zoll.
Wer dieser Tage auf Messen und Konferenzen umherstreift, gewinnt den Eindruck, der Raspberry Pi sei das Zentralgestirn aller Geeks und Nerds. Was als Projekt für Bildungscomputer startete, ist im Mainstream angekommen. Wer in Sachen Technik etwas auf sich hält, nennt mindestens einen der Minicomputer sein Eigen. Und wenn selbst der für exotische Zielgruppen unverdächtige “Spiegel” online Anleitungen zum Einsatz eines RasPi als Settop-Box veröffentlicht [1], macht das klar: Das Thema hat die Nerd-Umlaufbahn verlassen und setzt zur Landung in dicht bewohntem Gebiet an.
Die Vermutung, dass im Gefolge des Raspberry-Pi-Erfolges auch andere günstige Ein-Platinen-Computer zu Ruhm kommen, erweist sich bislang als falsch. Deren anfangs wahrscheinlich euphorische Hersteller müssen den Raspberry-Hit mittlerweile als Fluch erleben: Obwohl ihre von Profis entwickelten Produkte oft besser ausgestattet, länger auf dem Markt und mit stärkeren CPUs und GPUs ausgerüstet sind, können sie vom Raspberry-Boom kaum profitieren.
Dieser Artikel will das ändern und bietet dazu einen Überblick über durchweg nennenswerte Pi-Alternativen und deren Ausstattung. Alle vorgestellten Bastelrechner arbeiten mit ARM-CPUs und kommen mit Linux zurecht, häufig bekommt man ohne Mühe auch Android zum Laufen. Viele Hersteller bieten zudem laufend gepflegte Open-Source-Frameworks zu ihren Produkte an.
Damit ein Gerät es in diesen Artikel schaffen konnte, muss es zudem über einen Händler in Europa zu beziehen sein, um die nervige Fahrt zum Zollamt zu vermeiden. Bastler, die den Aufwand nicht scheuen, können bei fernöstlichen (eBay-)Händlern Boards noch billiger erwerben. Die größte Ersparnis winkt jedoch bei der Peripherie: Displays und Sensoren sind für ein paar Hongkong-Dollar zu haben, und bei Einzelbestellungen bleibt man in der Regel unter der Zoll-Freigrenze.
pcDuino
Den Anfang macht der pcDuino (Abbildung 1), der dem Raspberry Pi weitgehend ähnelt. Das von der gleichnamigen Firma hergestellte Rechnerlein [2] bietet im Vergleich zum Pi jedoch Mehrwert: 1 GByte RAM und 2 GByte fest installierter NAND-Speicher sind mehr, als jede Himbeere bietet. Das Rechnen übernimmt eine Cortex-A8-CPU, die permanent mit einer Taktrate von 1 GHz läuft. Anders als der RasPi verwendet der pcDuino keine SD-Karten, sondern die kleineren Micro-SD-Cards. HDMI, Ethernet und zwei USB-Anschlüsse gehören zum Standardprogramm.
In Sachen Betriebssystem läuft auf dem pcDuino alles, was eine ARM-CPU grundsätzlich unterstützt. Etwas verquer nennt der Hersteller “Linux 3.0 + Ubuntu 12.10”, doch der pcDuino kommt auch mit anderen ARM-Distributionen zurecht, wenn auch ohne den offiziellen Segen des Herstellers. Er bietet auch preislich eine interessante Alternative zum RasPi, weil er in Europa bereits unter 50 Euro zu haben ist.
pcDuino
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CPU |
Cortex-A8 (1 GHz) |
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Onboard-Speicher |
2 GByte NAND-Flash |
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RAM |
1 GByte |
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Anschlüsse |
Micro-USB (Strom), Arduino-Pin, HDMI, 2 USB, RJ45, JTAG, Micro-SD |
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Abmessungen |
125 x 52 Millimeter |
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Preis (ca.) |
50 Euro |
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Bezugsquelle |
EXP Tech,http://www.exp-tech.de |
Pandaboard ES
Der nächste Kandidat, das Pandaboard ES (Abbildung 2), begründet die zweite Evolutionsstufe der recht bekannten Pandaboards. Es richtet sich vorrangig an Entwickler, die Hardware zum Testen suchen. Das Pandaboard ES [3] will mehr sein als der Raspberry Pi, das macht schon der Preis von 170 Euro deutlich. Wer noch rund 65 Euro drauflegt, erhält ein “Multimedia Kit”, das neben dem Board ein Gehäuse, ein Micro-USB-Netzteil, eine SD-Karte mit 8 GByte, eine externe WLAN-Antenne und ein HDMI-Kabel enthält.
Die inneren Werte des Pandaboard ES stimmen: Die Dualcore-Cortex-A9-CPU taktet mit bis zu 1,2 GHz, 1 GByte RAM steht ihr zur Seite. HDMI, Ethernet und WLAN gehören ebenso zum Paket genau wie Bluetooth und zwei USB-Ports. Wer ein LC-Display anschließen will, kann auch das tun. JTAG steht für Debugging zur Verfügung, sogar ein zweiter Monitor lässt sich ansprechen.
Skurriles Detail: Statt mit einem vollständigen DVI-Anschluss kommt das Pandaboard ES mit einer zweiten “HDMI-Schnittstelle”, die in Wirklichkeit ein DVI-D-Port ist und nur funktioniert, wenn man sie kombiniert mit einem HDMI-DVI-D-Adapter verwendet. Als Speichermedium schluckt das Pandaboard ES eine SD-Karte, auf der praktisch jedes ARM-Linux eine gemütliche Heimat findet.
Pandaboard ES
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CPU |
Dualcore Cortex-A9 (1,2 GHz) |
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RAM |
1 GByte DDR2 |
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Anschlüsse |
Micro-USB (USB-OTG), Strom, HDMI, 2 USB, RJ45, JTAG, SD |
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Funk-Technologie |
WLAN, Bluetooth |
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Abmessungen |
114 x 102 Millimeter |
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Preis (ca.) |
ab 170 Euro |
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Bezugsquelle |
Tigal, http://www.tigal.com |
Beagleboard xM
Das Beagleboard xM (Abbildung 3) verfolgt einen ganz anderen Ansatz als das Pandaboard ES und der pcDuino. Er will keine fertige Entwicklungsplattform darstellen, sondern lediglich eine Community-basierte Grundlage für eine solche. Bis auf die eingebaute serielle Schnittstelle handelt es sich bei der Hardware um Hausmannskost, die jener des RasPi stark ähnelt. Das beginnt schon bei der mit 1 GHz getakteten Cortex-A8-CPU und der Speicherausstattung von 512 MByte.








