Aus Raspberry Pi Geek 03/2025

Home Assistant mit KNX verbinden

© Pascale Gueret / 123RF.com

Elefantentreffen

Martin Mohr

Home Assistant ist eine im Smart-Home-Universum weitverbreitete Software, KNX belegt Platz eins bei der professionellen Gebäudeautomation. Beide zusammen ergeben ein unschlagbares Team.

KNX ist seit über 30 Jahren ein bewährter offener Standard für die Automation in Gebäuden. Entsprechende Installationen sind weltweit in großer Anzahl in Betrieb. Theoretisch wäre es möglich, in einer Installation um die 60 000 Geräte miteinander zu verbinden. Dabei gibt es keine zentrale Komponente, die alles steuert. Viel mehr ist die komplette Intelligenz auf den betreffenden Geräten vorhanden. Das macht KNX-Installationen sehr betriebssicher, da ein Ausfall einer einzelnen Komponente sich nicht auf das Gesamtsystem auswirkt. Eine Reihe von Verfahren sorgt darüber hinaus für umfassende Datensicherheit.

Mittlerweile unterstützen mehr als 400 Hersteller diesen Standard. Im Handel gibt es zahlreiche Geräte, die sich miteinander kombinieren lassen. Alle nehmen für ihre Funktion freigegebene Parameter entgegen. Kurz: KNX ist ein leistungsstarker Allrounder.

Eine KNX-Installation bringt nicht unerhebliche Kosten mit sich, die extrem hohe Flexibilität macht das System entsprechend kompliziert. An dieser Stelle kommen die unzähligen proprietären Smart-Home-Lösungen ins Spiel, die zwar alle untereinander nicht kompatibel sind, aber dafür günstiger kommen als KNX.

Die Grundlagen von KNX fallen umfangreich aus. Eine gute Zusammenfassung der Grundlagen liefert ein Artikel [1] unserer Schwesterzeitschrift Linux-Magazin. Dabei spielt es keine Rolle, dass der Text schon einige Jahre auf dem Buckel hat. An der Art und Weise, wie KNX arbeitet, hat sich in den letzten Jahren kaum etwas verändert.

Als erste Anlaufstelle für alle Fragen rund um KNX eignet sich die Homepage der KNX Association [2]. Die Webseite liefert Einsteigern und Fortgeschrittenen viel Wissen rund um den Standard. Eine weitere gute Informationsquelle ist der Youtube-Kanal [3] der KNX Association. Darin finden sich gut strukturierte Videos zu vielen Themen. Als Einstieg in das Thema KNX und ETS eignet sich die Videoserie von Torben Ledermann [4]. ETS ist die Software für die Entwicklung von KNX-Projekten.

Home Assistant

Home Assistant [5] ist ein Open-Source-Projekt, mit dem Sie eine flexible Smart-Home-Lösung inklusive Visualisierung selbst aufbauen können. Das Projekt legt großen Wert auf Sicherheit und den cloudfreien Betrieb. Home Assistant kommt mit über 3000 Diensten und Produkten zurecht, eine Übersicht dazu findet sich auf der Homepage [6]. Sie alle kommunizieren über Home Assistant miteinander.

Mittlerweile läuft Home Assistant auf fast 400 000 Rechnern. In der Statistik [7] erscheinen allerdings nur die Systeme, deren Besitzer der Auswertung zugestimmt haben. Damit dürfte die reale Verbreitung von Home Assistant erheblich höher ausfallen. Support für Home Assistant gewährleistet eine weltweite Entwickler-Community. Für die mobile Bedienung gibt es in den entsprechenden Stores eine App.

Installation

Auf der Homepage von Home Assistant finden Sie Installationsanleitungen [8] für verschiedene Betriebssysteme und Single-Board-Computer. Suchen Sie die zu Ihren Anforderungen passende Variante heraus, und arbeiten Sie sie Schritt für Schritt ab, um Ihr System aufzubauen.

Die meisten Varianten verwenden eine vorinstallierte virtuelle Maschine. Wir haben uns an dieser Stelle für die Linux-Variante auf Virtualbox entschieden. Die virtuelle Maschine kommt mit 2 GByte RAM, 32 GByte Festplattenplatz und 2 virtuellen CPUs aus. Nach dem Start der VM ist der Browserzugriff auf die Benutzeroberfläche von Home Assistant aktiv. Dabei kommt der Port 8123 für die Kommunikation zum Einsatz.

Hat alles geklappt, sehen Sie die Einstiegsseite (Abbildung 1). Mit einem Klick auf MEIN SMARTHOME ERSTELLEN starten Sie den Assistenten für die Basiseinrichtung. Hier legen Sie zum Beispiel ein Benutzerkonto zur Verwaltung an. Der Wizard fragt zudem einige allgemeine Informationen zur Installation ab. Ist das erledigt, landen Sie auf dem Dashboard der Home-Assistant-Umgebung.

Abbildung 1: Einstiegsseite einer neuen Installation von Home Assistant.

Abbildung 1: Einstiegsseite einer neuen Installation von Home Assistant.

Home Assistant verstehen

Bevor Sie sich mit der Verbindung zu KNX auseinandersetzen, sollten Sie sich mit den Grundlagen von Home Assistant beschäftigen. Als zentrale Komponente dient das Dashboard (Abbildung 2), das alle wichtigen Informationen zusammenfasst. Auf der linken Seite befindet sich der Navigationsbereich. Um alle Möglichkeiten von Home Assistant nutzen zu können, sollten Sie immer den erweiterten Modus aktivieren. Dazu klicken Sie unten links auf Ihren Benutzernamen und aktivieren danach den Schiebeschalter neben Erweiterter Modus.

Abbildung 2: Das Dashboard ist die zentrale Komponente von Home Assistant.

Abbildung 2: Das Dashboard ist die zentrale Komponente von Home Assistant.

Alle in Home Assistant vorhandenen Dienste und Produkte nennt man Integrations. Die Integrations erzeugen Geräte, die ihrerseits eine oder mehrere Entitäten bereitstellen. Dieser Prozess funktioniert meist vollautomatisch. Alle im lokalen Netz vorhandenen Geräte werden automatisch gefunden und brauchen nur noch eine Konfiguration. In der Benutzeroberfläche definieren Sie Bereiche, denen Sie die Geräte/Entitäten zuordnen.

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