Aus Raspberry Pi Geek 07/2025

Aktuelle Hardware im Kurztest

Ausgepackt

Bernhard Bablok

Gehäuse-Kit Waveshare Pi5 Module BOX-C, Reset-Taster Elecrow Pico QwiicReset Addon, M.2-HAT Geekworm X1001 PCIe to M.2 Key-M NVMe SSD Shield, Adafruit DS3502 Digital Potentiometer Breakout.

Luxuswohnung

Mit der Pi5 Module BOX-C von Waveshare spendieren Sie Ihrem RasPi 5 ein Deluxe-Gehäuse.

Waveshare hat eine Serie von stabilen Gehäusen für den Raspberry Pi 5 aus gebürstetem, schwarz eloxiertem Aluminium aufgelegt. Wer nicht gerade auf industrielle Optik steht, wird dem Produkt keinen Schönheitspreis verleihen. Vom Äußeren einmal abgesehen, punktet das Gehäuse technisch in jeder nur möglichen Hinsicht.

Eine mitgelieferte Platine mit zwei HDMI-Anschlüssen und USB-C-Port stecken Sie auf den RasPi 5 und legen damit alle Anschlüsse auf die Seite mit den USB-Buchsen und dem Netzwerk-Port um. Auf diese Weise stehen endlich die Kabel nicht mehr in alle Himmelsrichtungen weg. Als Bonus hat die Platine statt Micro-HDMI- ganz normale HDMI-Buchsen. Auf die andere Seite des RasPi 5 kommt eine per PCIe angeschlossene Zusatzplatine. Hier haben Sie die Wahl zwischen einer M.2-NVMe-Variante (BOX-C), einer Version mit vier weiteren USB-3.2-Gen1-Anschlüssen (BOX-B) und einer Dual-Gigabit-Ethernet-Spielart (BOX-A). Die M.2-NVMe-Variante BOX-C nimmt ohne Weiteres selbst große 2280er-SSDs auf. Die Integration in das Gehäuse löst ein Problem, das viele Anwender mit den sonst üblichen PCIe-Adaptern haben.

Passende Winkel für die Wandmontage liegen dem Gehäusekit bei. Dagegen fehlt eine Befestigungsmöglichkeit für einen aktiven Lüfter. Da der Hersteller die Belüftungsöffnungen allerdings ohnehin intelligent platziert hat, sollte ein Lüfter im Normalbetrieb sowieso nicht nötig sein. Insgesamt hat Waveshare hier ein sehr gut ausgestattetes und durchdachtes Gehäuse im Angebot, das seinen Preis wert ist.

Waveshare Pi5 Module BOX-C

 

Preis: 24,50 Euro

Bezugsquelle: Berrybase

Anschlussfähig

Der Reset-Taster Pico QwiicReset Addon von Elecrow packt noch einen I2C-Anschluss obendrauf.

Üblicherweise rüstete der Autor beim Raspberry Pi Pico einen Reset-Button mit dem winzigen Captain Resetti von Pimoroni nach, den wir hier schon 2021 vorgestellt haben. Allerdings hat der Hersteller mittlerweile die Produktion dieses praktischen Tasters eingestellt. Der Hersteller Elecrow aus dem chinesischen Shenzhen springt mit seinem Pico QwiicReset Addon in die Bresche – und legt sogar noch einen drauf.

Während das Pimoroni-Original lediglich den Reset-Taster selbst bietet, packt Elecrow noch einen vollwertigen QWIIC/Stemma-QT-I2C-Anschluss (an den Pins 27 und 28) auf die Platine. Sie müssen damit aber nicht zwangsläufig I2C betreiben, die Pins lassen sich ebenso gut als Analog-Digital-Umsetzer (ADC) oder als normale GPIOs nutzen. Einziger Kritikpunkt am I2C-Port: Er steht konstruktionsbedingt über, was den Reset-Taster für einige Projekte ungeeignet macht.

Der Button selbst (der runde Taster unten in der Bildmitte) bietet ebenfalls Anlass zu Kritik . Er ist winzig, obendrein wirkt der Druckpunkt sehr schwammig. Außerdem blockiert er beim Pi Pico W die Leiste für die Debug-Pins. Beim Pi Pico WH ist die Montage schlechterdings völlig unmöglich. Da der I2C-Anschluss sowieso übersteht, hätte der Hersteller den Button auch gleich auf die andere Seite des Boards legen können – das hätte dieses Problem elegant umgangen. Aber da schon beim Pimoroni-Reset-Taster der Pico W komplett außen vor blieb, ist das Jammern auf hohem Niveau.

Elecrow Pico QwiicReset Addon

 

Preis: 2,50 Euro

Bezugsquelle: Berrybase

Plattenstapel

Das clever konzipierte X1001 M.2 SSD Shield von Geekworm unterstützt große 2280er-SSDs.

Mittlerweile gibt es M.2-HATs für den Raspberry Pi wie Sand am Meer. Das Konstrukt an sich stellt keine hohen technischen Ansprüche, weswegen sich Hardwaredesigner jeglicher Couleur mit Vorliebe daran austoben. Jeder denkt sich dabei etwas anderes, und das kommt letztlich den Kunden zugute, die dann die Auswahl haben und sich ganz nach ihren Bedürfnissen entscheiden können.

Das Produkt mit dem sperrigen Namen X1001 PCIe to M.2 Key-M NVMe SSD Shield von GeeekPi/Geekworm unterstützt als Alleinstellungsmerkmal große 2280er-SSDs auf dem Raspberry Pi 5. Dank der minimalistischen PCB-Form bleiben die GPIOs komplett frei. Dasselbe gilt für den Platz oberhalb der Chips, ein Lüftereinbau stellt also keinerlei Problem dar. Anders als bei den meisten anderen Konkurrenten lässt sich beim X1001 ein Austausch der SSD ohne komplette Demontage erledigen.

Eine gute Figur macht der Adapter auch, wenn der Raspberry Pi 5 in einem Rack sitzt. Die Platine liegt zwar auf der Ethernet-Buchse auf, aber nicht vollständig, insofern sollte es beim Einbau in typische Racks keine Probleme geben. Wollen Sie Ihren RasPi auch ohne Rack gut verpacken, sollten Sie einen Blick auf die ebenfalls von GeeekPi/Geekworm hergestellten Metallgehäuse der Serien X1011-C1 und X1202-C1 werfen.

Geekworm X1001 PCIe to M.2 Key-M NVMe SSD Shield

 

Preis: 12,95 Euro

Bezugsquelle: Amazon

Regelgerecht

Das Digitalpotentiometer DS3502 von Adafruit lässt sich in 128 Stufen bis 10 kOhm regeln.

Potentiometer sind an sich billige Bauteile, ihre Haptik verleiht selbst digitalen Geräten einen analogen Touch. Nicht in jedem Fall ist das aber gewollt, etwa wenn sich das System rein per Touchscreen bedienen lassen soll. Hier springen digital steuerbare Potentiometer ein. Sie sind auch in anderen Anwendungsszenarien nützlich, beispielsweise beim automatisierten Regeln eines Feedback-Widerstands.

Adafruit hat ein gängiges Digitalpotentiometer von Maxim auf ein Breakout gepackt und mit zwei QWIIC/Stemma-QT-Anschlüssen versehen. Als Alternative können Sie auch eine Pin-Leiste einlöten. Für die üblichen Anschlüsse eines Potentiometers – Minimalspannung, eingestellte Spannung, Maximalspannung – gibt es ebenfalls Lötanschlüsse. Das DS3502 ist ein 10-kOhm-Potentiometer und verfügt über 128 Stufen. Es arbeitet mit einer 3,3- oder 5-Volt-Versorgung und kontrolliert analoge Spannungen zwischen 4,5  und 15,5 Volt. Bis zu vier der Potis lassen sich mit verschiedenen Adressen an einem I2C-Bus betreiben. Dank EEPROM speichert der Chip auf Wunsch auch einen Wert, den er nach einem Kaltstart dann automatisch setzt. Via I2C lässt sich das Einstellen von Werten mit wenigen Codezeilen erledigen.

Adafruit liefert in typischer Manier nicht nur die Hardware selbst, sondern stellt darüber hinaus passende Bibliotheken samt Tutorial und Beispielcode bereit. Ebenfalls von Adafruit kommt der recht ähnlich aufgebaute, aber fast doppelt so teure DS1841. Er bietet dafür ein logarithmisch regelbares Poti (3,7 bis 22 kOhm), das zudem auf Wunsch temperaturkompensiert arbeitet. (Bernhard Bablok/jlu)

Adafruit DS3502 Digital Potentiometer Breakout

 

Preis: 5,90 Euro

Bezugsquelle: Berrybase, Pimoroni

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