Aus Raspberry Pi Geek 09/2024

Fedora 40 für den Raspberry Pi 3/4 (Seite 2)

Listing 4

Cronjob einrichten

### Cron installieren
# dnf install cronie
# systemctl start crond.service
# systemctl enable crond.service
### Crontab anlegen
# crontab -e
### Zeile in Crontab einfügen
@reboot /Pfad/zum/Skript.sh
Abbildung 3: Die Skalierung der CPU mittels Cpupower verlief erfolgreich.

Abbildung 3: Die Skalierung der CPU mittels Cpupower verlief erfolgreich.

In der Grundeinstellung verwendet das System den Mesa-Grafikkartentreiber in der Version 24.1.1 und aktiviert zusätzlich OpenGL (Abbildung 4). Außerdem läuft der Gnome-Desktop offensichtlich mit Wayland, was Sie mit dem Befehl loginctl herausfinden, der zunächst alle laufenden Sessions anzeigt. Das Eingeben der entsprechenden Session-ID (loginctl show-session <§§I>ID<§§I>) verrät den verwendeten Typ, in unserem Fall Type=wayland.

Abbildung 4: Unter Fedora&nbsp;ARM ist OpenGL f&uuml;r die GPU des Raspberry&nbsp;Pi voreingestellt.

Abbildung 4: Unter Fedora ARM ist OpenGL für die GPU des Raspberry Pi voreingestellt.

Dabei sticht direkt ins Auge, dass Einstellungen für den GPU-Speicher fehlen. Um die Konfiguration abzuschließen, sollten Sie die Einstellungen aus Listing 5 übernehmen. Dadurch steht der CPU mehr Spannung zur Verfügung, die angeschlossenen USB-Geräte lassen sich mit dem 1,2 Ampere betreiben und der GPU steht mehr Arbeitsspeicher zur Verfügung.

Listing 5

/boot/efi/config.txt

[...]
max_usb_current=1
### Überspannung zwischen -16V und 8V
over_voltage=Wert
gpu_mem=Speicher
[...]

Unterstützte Hardware

Offiziell unterstützt F40 WS die RasPi-Modelle 3 und 4, wobei das Projekt die Kompatibilität zum Zero 5B derzeit überprüft. Die angeschlossenen USB-Geräte erkennt Fedora einwandfrei, wie der Befehl lsusb belegt. Der USB-Support variiert von Modell zu Modell, weshalb Sie bezüglich der Kompatibilität zusätzlich die offizielle Webseite [7] der Raspberry Pi Foundation konsultieren sollten.

In der Konfigurationsdatei werden der Onboard-Sound sowie der Sound via HDMI standardmäßig aktiviert und von Fedora erkannt. Die Tonqualität lässt jedoch zu wünschen übrig, der Sound klingt blechern. Zusätzlich ist die Ausgabe über eine USB-Soundkarte (Abbildung 5) möglich. Um den Ton zu modifizieren, rufen Sie in der Workstation-Variante die Einstellungen auf und klicken auf den Menüeintrag Audio. Dort definieren Sie sowohl das Aus- als auch das Eingabegerät (Abbildung 6).

Abbildung 5: Fedora erkannte im Test s&auml;mtliche benutzten Soundkarten fehlerfrei.

Abbildung 5: Fedora erkannte im Test sämtliche benutzten Soundkarten fehlerfrei.

Abbildung 6: In den Einstellungen von Gnome w&auml;hlen Sie die gew&uuml;nschte Soundkarte aus.

Abbildung 6: In den Einstellungen von Gnome wählen Sie die gewünschte Soundkarte aus.

Sofern Sie den RasPi mit einem Router verbunden haben, konfiguriert Fedora bereits beim ersten Booten den Zugang ins Internet. So funktionieren Ethernet, WLAN sowie Bluetooth auf Anhieb ohne Probleme. Zu den Netzwerkeinstellungen der Workstation-Variante gelangen Sie, indem Sie rechts oben in der Hauptleiste das Ein- und Ausschaltsymbol betätigen, gefolgt von einem weiteren Klick auf eines der Netzwerkgeräte.

Auch der Zugriff auf das GPIO-Modul funktioniert unter Fedora. Allerdings gelingt das ausschließlich mit Software, die die C-Bibliothek Libgpiod verwendet. Die Python-Bibliothek RPi.GPIO lässt sich zwar installieren, doch bei deren Import kommt es zu Fehlermeldungen (Listing 6).

Listing 6

GPIO-Installation und Fehler

# dnf install python3-pigpio
$ python
$ import RPi.GPIO as GPIO
from RPi._GPIO import *
RuntimeError: This module can only be run on a Raspberry Pi!

Die Hardware stocken Sie bei Bedarf mit HATs auf, also aufsteckbaren Zusatzplatinen für verschiedene Zwecke. Fedora erkennt diese Form von Hardwareerweiterungen, wofür das Projekt eigens eine allgemeine Installationsanleitung [8] herausgebracht hat.

Fazit

Die Workstation-Variante von Fedora 40 eignet sich eher für RasPi-Modelle mit mindestens 8 GByte an Arbeitsspeicher. Schon im Leerlauf belegt das System 1,35 GByte RAM, weshalb Sie bei weniger leistungsstarken Modellen auf einen der zur Verfügung stehenden Fedora Spins zurückgreifen sollten. (tle)

Die Autorin

Anzela Minosi bietet unter dem Pseudonym macrolab auf Comeup.com diverse Dienstleistungen rund um IT an, darunter das Erstellen von LibreOffice-Projekten und das Rekompilieren von in C++, Haskell, Python oder Java geschriebener Software. Sie erreichen sie über den Github-Account https://github.com/amxyz-cyber.

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