Nach dem Einrichten von Hunspell ist die deutsche Rechtschreibkontrolle direkt aktiviert. Um die Oberfläche von LibreOffice auf Deutsch umzustellen, wählen Sie im Menü Tools | Options | Language Settings | Languages die Option Deutsch (Deutschland) aus.
Kommunikation
Den E-Mail-Client Thunderbird bringt Ubuntu ebenfalls standardmäßig mit. Er lässt sich wie gewohnt einrichten und verwenden. Positiv fällt auf, dass auch die Addons funktionieren. So arbeitet das Plugin für den Google-Kalender ohne Probleme.
Ähnliches gilt für den Webbrowser Firefox. Beim üblichen Surfen fielen keine unangenehmen Überraschungen auf. Sofern nicht zu viele Programme laufen oder Reiter offenstehen, funktioniert auch das Abspielen von Youtube-Videos problemlos und ruckelfrei. Überraschenderweise lässt sich auch Microsoft Teams in Firefox ohne Probleme verwenden.
Bei den Kurznachrichtenprogrammen fiel unsere Wahl auf Telegram und einen Whatsapp-Klon, die sich beide in den Ubuntu-Repos finden. Telegram lief bei uns direkt nach der Installation problemlos, der Whatsapp-Klon verweigerte jedoch den Start – eine der wenigen Anwendungen, die gar nicht funktionierten.
Werkzeugkasten
Häufig sind es die kleinen Tools, die bei der täglichen Arbeit mit dem System das Leben erleichtern. Listing 3 zeigt die beim Autor nachinstallierten Helferlein. Die Liste fällt sehr kurz aus, weil Ubuntu bereits in der Basisinstallation viele nützliche Werkzeuge mitbringt.
Listing 3
Hilfreiche Tools
#### Bildschirmfoto erstellen $ sudo apt-get install gnome-screenshot #### SD-Karten erstellen $ sudo snap install rpi-imager
Drucker sind zwar keine Tools im eigentlichen Sinne, aber der Brother MFC_L3770CDW wurde im Test direkt automatisch erkannt und lief sauber. Zwar konnten wir ihn nicht zu Schwarzweißausdrucken bewegen, der beidseitige Druck funktionierte jedoch problemlos. Die Darstellung von PDF-Dateien funktionierte ebenfalls einwandfrei.
Um die Sache abzukürzen: Alles, was das Installationsabbild an Software mitbringt, läuft auf dem RasPi 5 ohne Probleme. Bei Linux-Distributionen kommt es immer wieder vor, dass es bestimmte Pakete für manche Architekturen wie ARM nicht gibt. Die Ubuntu-Version für den Raspberry Pi hingegen scheint wirklich vollständig zu sein.
Entwicklungsumgebungen
Bei der Entwicklung von Software kommen spezielle Editoren zum Einsatz, die den Programmierer bei seiner Arbeit unterstützen. Diese Umgebungen bezeichnet man im Allgemeinen als IDE (Integrated Development Environment). Wir sehen uns im Folgenden einige prominente Vertreter an und probieren aus, ob sie sich für den RasPi 5 eignen.
Starten wir mit Thonny [3], einer einfachen IDE für die Python-Entwicklung. Ein interessantes Feature erlaubt es, auch Python-Programme für Mikrocontroller zu entwickeln. Im Ubuntu-Repository finden Sie die Version 4.0.1, die Sie via sudo apt install thonny installieren. Bereits beim Setup lassen sich spezielle, auf den RasPi zugeschnittene Einstellungen auswählen. Dazu blendet das Programm das komplette Menü aus und deaktiviert etliche Funktionen. Auch wenn es auf den ersten Blick vernünftig erscheint, sollten Sie diese Einstellung nicht wählen und den Standard beibehalten.
Da bei den lokalen Varianten von Python keine Probleme zu erwarten sind, versuchen wir es direkt mit MicroPython auf den ESP32. Wie immer beim ersten Start von Thonny bekommen wir beim Versuch, auf USB-TTY-Geräte zuzugreifen, die Fehlermeldung Permission denied: '/dev/ttyUSB0'. Zum Glück verrät Thonny die Lösung: Die Eingabe von sudo usermod -a -G dialout User gefolgt von einem Reboot löst das Problem (Abbildung 2).
Thonny bietet eine eigene Funktion, um eine aktuellere Firmware auf den Controller aufzuspielen. Beim Versuch, diese auszuführen, kam es im Test zu der Fehlermeldung Esptool fehlt. Die Anwendung ließ sich mit dem Kommando sudo apt install esptool zwar nachinstallieren, danach erschienen jedoch andere Fehler. Sie lassen darauf schließen, dass es sich um ein Plattformproblem handelt.
Die Arduino IDE [4] dient eigentlich zum Erstellen von Programmen für die beliebten Arduino-Mikrocontroller-Boards. Als Programmiersprache kommt hier C/C++ zum Einsatz. Die IDE lässt sich über sogenannte Boardmanager erweitern, sodass sich fast jeder populäre Mikrocontroller programmieren lässt. Zur Installation tippen Sie in der Konsole sudo apt install arduino. Das richtet die schon recht angestaubte Version 1.8.19 ein. Das Problem: Tatsächlich ist das die aktuellste Version für die ARM-Architektur. Der Arduino Mega lässt sich damit noch programmieren, der moderne Arduino Nano 33 IoT nicht. Es ist tatsächlich nicht ratsam, die alte Arduino-IDE auf dem RasPi 5 zu verwenden.






