Aus Raspberry Pi Geek 11/2023

Aktuelle Hardware im Kurztest

Ausgepackt

Bernhard Bablok

Farbkodierte Pin Header Sets und ESP32-CAM-Module von Berrybase, 5V Buck Regulator Breakout von Sparkfun, Adafruit I2C-Multiplexer PCA9546.

Farbenschmaus

Die farbig kodierten Berrybase Pin Header Sets erleichtern die Orientierung.

Für Anwender, die immer rätseln, welches Kabel jetzt an welchen Pin gehört, sind farblich kodierte Pin-Leisten ein Segen. Für den RasPi gab es sie schon länger, jetzt kommen auch Pico-User in den Genuss. Berrybase offeriert eine ganze Palette an Varianten, darunter auch eine aufgepeppte Version mit mehr Farben für den RasPi. Sie markiert nicht nur die Power- und Masse-Pins, sondern hebt die auch I2C-, UART- und SPI-Anschlüsse hervor. Für den Pico gibt es sogar zwei verschiedene Sätze. Beim einen sind die Pins oben farblich markiert, beim anderen seitlich. Da der Pico eine sehr flexible Zuteilung der Schnittstellen an die Pins erlaubt, erreichen die Pico-Pin-Leisten nicht die Farbigkeit der RasPi-Variante. Für die Markierung zahlen Sie gegenüber normalen Pins einen Aufpreis, und wer sowieso einen kompletten HAT aufsteckt, benötigt die Leisten nicht. Für Bastler, die immer wieder neue Projekte zusammenstellen, sind die Farbleisten aber eine nützliche Sache.

Berrybase Pin Header Sets

 

Preis: 1,10/1,20 Euro

Bezugsquelle: Berrybase

Fotoplatte

Mit den ESP32-CAM-Modulen bietet Berrybase kostengünstige netzwerkfähige Kameras an.

Mit einem RasPi samt passendem Kameramodul bekamen Sie früher kostengünstig eine netzwerkfähige Kamera, etwa für die Überwachung des 3D-Druckers. Allerdings liegt selbst der Pi Zero inzwischen in schwindelerregenden Preisregionen, von der Verfügbarkeit einmal ganz abgesehen. In diese Bresche springen Kameramodule, die auf speziell optimierten ESP32-Chips von Espressif beruhen. Die ESP32-CAM-Module können nicht nur aufnehmen, sondern auch sonst fast alles, was die normalen ESP32-MCUs bieten. Ihre Ausstattung variiert etwas, das Modul rechts im Bild hat beispielsweise einen SD-Kartenleser. Das Modul links rüstet für wenig Geld den USB-Anschluss nach – technisch nicht notwendig, aber es vereinfacht den Einsatz ungemein. Wunder vollbringt die Minilinse (vorn im Bild) freilich nicht, aber das war bei der Pi-Cam auch nicht anders. Softwareseitig lohnt sich der Blick ins Netz, dort gibt es diverse fertige Firmware-Varianten, die meisten davon als Open Source.

Berrybase ESP32-CAM-Module

 

Preis: 8,60+1,90 Euro (CAM-Modul, USB-Basis)

Bezugsquelle: Berrybase, eBay

Stromversorger

Das 5V Buck Regulator Breakout von Sparkfun eignet sich als Netzteil-Alternative.

5-Volt-(USB-)Netzteile gibt es für wenig Geld. Wie stabil sie die Spannung halten, ist eine andere Sache. Und nicht überall steht eine 220-Volt-Steckdose parat. Eine Alternative zu den Netzteilen bietet das 5V Buck Regulator Breakout von Sparkfun auf Basis des hocheffizienten AP63357-Chips von Diodes Inc. Er akzeptiert 6 bis 32 Volt Eingangsspannung und stellt 5 Volt mit bis zu 3,5 Ampere bereit. Die Stromaufnahme ohne Last beträgt minimale 22 µA. Neben der Effizienz punktet das Breakout noch mit dem herausgeführten Enable-Pin. Zwar haben die Chips auf den allermeisten DC-DC-Wandlern einen solchen Eingang, aber gerade die billigen Wandler-Breakouts führen ihn oft nicht heraus. Die Schaltlogik des EN-Pins des AP63357 ist unabhängig von der Eingangsspannung und schaltet schon bei 1,18 Volt – damit kommt jede gängige MCU zurecht. Noch nie war ein Remote-Neustart eines RasPi einfacher. Neben der 5-Volt-Variante hat Sparkfun auch noch eine 3,3-Volt-Version im Angebot.

Sparkfun 5V Buck Regulator Breakout

 

Preis: 8,35 Euro

Bezugsquelle: Pimoroni

Mehrfachstecker

Über den Adafruit I2C-Multiplexer PCA9546 betreiben Sie mehrere identische Devices an einem Bus.

Für den I2C-Bus braucht jedes Gerät eine feste Adresse. Nur wenige Sensoren oder Displays erlauben über Jumper die Auswahl aus mehreren Werten. Benötigen Sie mehrere gleichartige Geräte am selben Rechner, wird es daher oft eng. Eine Ausnahme stellen MCUs mit mehreren I2C-Bussen dar. Der RasPi hat davon auch mehrere, teils in Software implementiert. Wer die Pins aber für andere Komponenten braucht, kommt damit auch nicht weiter. In dieser Situation schlägt die Stunde eines I2C-Multiplexers. Der ist selbst ein I2C-Gerät, verwaltet aber mehrere untergeordnete Devices. Die dürfen durchaus identische Adressen haben, denn technisch erzeugt der Multiplexer weitere, unabhängige I2C-Busse. Diverse Chips (etwa TCA9546, PCA9546, PCA9548) kümmern sich dabei um die Details. Von Adafruit gibt es 4- und 8-Port-Multiplexer auf Basis der PCA-Chips, ältere TCA-Breakouts sind auch noch im Handel. Andere Hersteller offerieren ebenfalls entsprechende Breakouts mit den gleichen Chips. Je nach Ausstattung variiert dann der Preis. Die Multiplexer mit Stemma/Qt vereinfachen die Verkabelung. Softwareseitig hält sich der Aufwand in Grenzen, denn Adafruit stellt wie üblich Bibliotheken und Tutorials mit Beispielcode bereit. (jlu)

Adafruit I2C-Multiplexer PCA9546

 

Preis: 4,90 Euro

Bezugsquelle: Pimoroni

DIESEN ARTIKEL ALS PDF KAUFEN
EXPRESS-KAUF ALS PDFUmfang: 1 HeftseitePreis €0,99
(inkl. 19% MwSt.)
RASPBERRY PI GEEK KAUFEN
EINZELNE AUSGABE Print-Ausgaben Digitale Ausgaben
ABONNEMENTS Print-Abos Digitales Abo
TABLET & SMARTPHONE APPS Raspberry Pi Geek bei Google Play Readly Logo
Nach oben