Aus Raspberry Pi Geek 11/2022

Aktuelle Hardware im Kurztest

Ausgepackt

Bernhard Bablok

Leuchttastatur Adafruit NeoTrellis, LiPo-Ladegerät Sertronics DTC-1901-P1, I2C-Anschlussplatine Sparkfun Quiic Shim, CO2-Sensor MH-Z19C.

Leuchttastatur

Die LED-Tastatur Adafruit NeoTrellis sorgt durch blinkende Tasten für Aufmerksamkeit.

Für ein aktuelles Projekt des Autors war eine Tastatur mit mehr als zehn Tasten nötig. Die Recherche förderte die Tastatur NeoTrellis von Adafruit zutage. Um sie einzusetzen, benötigen Sie zwei Bauteile: Zum einen die Platine mit Neopixeln im 4-mal-4-Raster, zum anderen die passenden Gummitaster dazu. Ohne Letztere funktioniert es nicht.

Sie schließen die Platine per I2C an den Rechner an, passende Bibliotheken und Beispielprogramme gibt es für den Arduino und in Python. Der Clou des NeoTrellis-Keyboards ist die dynamische Farbgestaltung der Tasten abhängig vom Systemzustand, etwa mit einer grünen Start- und einer roten Stopptaste. Das Vorgängermodell Trellis finden Sie übrigens auch noch im Handel. Bei ihm müssen Sie die Platine selbst mit 3-Millimeter-LEDs bestücken. Auch hier sind Farbakzente möglich, aber einmal eingelötet, lassen sich die Farben nicht mehr anpassen.

NeoTrellis-Platinen können Sie in zwei Dimensionen koppeln und kommen damit maximal auf eine 8-mal-8-Tastatur mit 64 Tasten. Dafür gibt es auf den Platinen passende Löt-Pads für das Anpassen der I2C-Adressen sowie die Verbindung der I2C-Leitungen. Ein Gehäuse können Sie entweder zukaufen oder greifen auf Designs der Community zurück, etwa von Thingiverse, die Sie selbst drucken.

Ganz billig ist der Spaß zwar nicht, aber das Auge isst bekanntlich auch mit, und eine leuchtende und blinkende Tastatur peppt jedes Projekt ordentlich auf.

Adafruit NeoTrellis

 

Preis: 12,90 Euro (PCB), 5,10 Euro (Tasten)

Bezugsquelle: BerryBase

Ladestation

Mit der Sertronics DTC-1901-P1 laden Sie bis zu drei LiIon- und LiPo-Akkus.

Je nach Bedarf kann man als Bastler aus unzähligen Akkus auswählen. Da nicht jedes Projekt mit einer integrierten Ladeelektronik ausgestattet ist, muss ein externer Lader her. Der Charger von Sertronics (der Firma hinter BerryBase) deckt hier fast alle Bedürfnisse ab. Ein großer Ladeschacht nimmt die gängigen LiIon-Rundzellen (18650, 14500 und so weiter) auf.

Für die kleineren, flachen LiPo-Akkus mit JST-PH2-Anschluss gibt es auf der Stirnseite zwei Buchsen. Allerdings ist die Anschlussbelegung dieser Buchsen nicht normiert. Dank Schiebeschalter – es gibt einen je Buchse – funktioniert der Lader aber für beide möglichen Belegungsvarianten.

Den Ladestrom für die Lithium-Ionen-Zellen stellt das Gerät automatisch ein. Die größeren Akkus versorgt es mit 1000 Milliampere, die kleineren mit 500 mA. Bei den Lithium-Polymer-Akkus steuern Sie den Ladestrom über eine Reihe von Tasten an der oberen Seite des Laders. Hier stehen vier Werte von 100 bis 1000 Milliampere zur Verfügung. Die Stromversorgung erfolgt über eine Micro-USB-Buchse, ein passendes Kabel liegt dem Gerät bei.

Der einzige Kritikpunkt an der ansonsten sehr durchdachten Ladestation ist eben dieser Anschluss, denn ein Maximalstrom von 3 Ampere liegt schon weit jenseits aller gängigen Spezifikationen für Micro-USB. Aber man muss ja nicht zwangsläufig drei Akkus gleichzeitig laden.

Sertronics DTC-1901-P1

 

Preis: 11,50 Euro

Bezugsquelle: BerryBase

Anschlusshelfer

Der Sparkfun Quiic Shim erspart Ihnen die lästige I2C-Anschlussfummelei.

Für die I2C-Verkabelung haben sich diverse Standards etabliert, darunter als prominente Vertreter die Anschlusssysteme Grove von Seeed und Qwiic von Sparkfun. Letzteres ist kompatibel zu Adafruits Stemma/Qt. Für den Raspberry Pi gibt es diverse HATs mit mehreren Buchsen.

Für einen einzelnen I2C-Anschluss ist ein HAT aber völliger Overkill. Außerdem blockiert eine solche Erweiterungsplatine in der Regel viele Pins, die man für andere Zwecke gebrauchen könnte. Sparkfun hat deshalb für den Raspberry Pi eine Miniaturplatine im Angebot, die kaum aufträgt und problemlos zwischen einen RasPi und etwa einen weiteren HAT passt. Die zweimal 3 Pins finden auf einer Fläche von gerade einmal 2,5 mal 5 Millimeter Platz, den Rest der Platine dominiert die JST-SH2-Buchse. Über einen Spannungswandler erzeugt das Bauteil sogar die 3V3-Spannung aus den 5-Volt-Pins des RasPi und entlastet so die 3V3-Schiene des Kleinrechners.

Sparkfun hat die winzige Platine nach eigenen Angaben so konstruiert, dass sie ohne Löten hält. Käufer haben jedoch schon regelmäßig bemängelt, dass die Konstruktion zu locker sitzt und ohne Nachlöten nicht hält. Mit einer überarbeiteten Version hat der Hersteller mittlerweile Abhilfe geschaffen. Beim Autor versehen die Anschlusshelfer bei mehreren Systemen problemlos ihren Dienst. Dank des geringen Preises verbleiben sie einmal montiert einfach an Ort und Stelle und leiern deshalb auch nicht aus.

Mit dem Qwicc-Anschluss entfällt die lästige I2C-Anschlussfummelei. Auf das Qwiic-System sind Sie trotzdem nicht festgelegt, denn passende Kabel von Qwiic auf Grove- oder DuPont-Buchsen und -Stecker gibt es im Handel für kleines Geld.

Sparkfun Quiic Shim

 

Preis: 1,30 Euro

Bezugsquelle: BerryBase, ThePiHut

Spürnase

Den preisgünstigen CO2-Sensor MH-Z19C gibt es in diversen Anschlussoptionen.

Echte CO2-Sensoren gehen normalerweise richtig ins Geld. Eine Ausnahme stellt der MH-Z19C dar, den Sie für gut 20 Euro bei diversen Elektronikversendern bekommen. Es gibt verschiedene Ausführungen und Anschlussoptionen. In der Abbildung sehen Sie die Variante mit Steckverbinder, als Alternative gibt es auch Modelle mit normalen Pins.

Die größte Herausforderung an dem Bauteil stellt das Auffinden eines ausführlichen Datenblatts dar. Letztlich ist das aber nicht unbedingt notwendig, denn für den Sensor finden sich im Internet zahlreiche Anleitungen. Dabei empfiehlt sich unbedingt die Lektüre mehrerer Tutorials, denn nicht jedes weist dieselbe Qualität auf und behandelt alle Aspekte. Auf zwei Punkte sollten Sie ganz besonders achten: die Kalibration und eine stabile Stromversorgung mit recht engen Toleranzen.

Selbst programmieren müssen Sie den Sensor übrigens ebenfalls nicht, denn entsprechende Bibliotheken stehen frei zur Verfügung. (jlu)

CO<->2<->-Sensor MH-Z19C

 

Preis: 23,40 Euro

Bezugsquelle: BerryBase, eBay

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