
Abbildung 5: Das Stacking erlaubt, Fenster unterschiedlicher Anwendungen zu Reitern zusammenzufassen. Das schafft auf kleinen Bildschirmen Platz und erleichtert das Bedienen des Systems per Tastatur.
Eine vollständige Übersicht aller Tastenkombinationen der Pop Shell erhalten Sie über das Tiling-Menü unter Shortcuts | View All. Hilfe beim Einstieg liefern auch die von den Entwicklern bereitgestellten Video-Tutorials “Workflow and Customization” [3] und “Auto Tiling” [4]. Direkt unverändert von Gnome übernommen wurde hingegen die Funktion, zwischen den virtuellen Desktops zu wechseln – bis auf den Punkt, dass Gnome inzwischen die Desktops wieder horizontal organisiert. Mit [Strg]+[Super] plus Pfeil nach oben oder unten wechseln Sie zum nächsten virtuellen Desktop. Drücken Sie hingegen [Umschalt]+[Super] plus eine Pfeiltaste, nehmen Sie das gerade aktive Fenster mit auf die nächste Arbeitsfläche.
Fazit
System76 gehört zu den etablierten Anbietern von Linux-Laptops und -PCs, konzentriert sich aber eher auf den amerikanischen Markt. Der Versand der Geräte erfolgt immer aus den USA, sodass Käufer eventuell Zoll und Einfuhrumsatzsteuer bezahlen müssen. Zudem kennt der Online-Shop des Anbieters keine Option, eine Tastatur mit deutschen Layout zu konfigurieren. Dieser Fokus auf den heimischen Markt zeigt sich auch bei PopOS. So wurden bislang weder der Einrichtungsassistent noch die Dialoge und Hilfen der Pop Shell ins Deutsche übersetzt. In der Praxis stört das allerdings nicht sehr, da man nach dem Erlernen der wichtigsten Tastaturkürzel ohnehin nur noch selten die Konfiguration aufruft. Der Rest des Systems spricht nach entsprechender Einstellung Deutsch.
Mit der Pop Shell hebt sich System76 von anderen Linux-freundlichen Computerherstellern ab. Die Kombination aus klassischem Gnome-Desktop mit einer zuschaltbaren Tiling-Funktion adressiert Einsteiger und fortgeschrittene Linux-User gleichermaßen. Auf einem Raspberry Pi macht PopOS keine schlechte Figur. Das System fühlt sich zwar ein wenig träger an als der grafisch wesentlich schlichtere Pi-OS-Desktop, doch das System arbeitet keineswegs so langsam, dass es stören würde. Das kapazitive Touch-Display des Raspberry Pi lässt sich ohne Komplikationen einbinden. Bei der geringen Auflösung von 800 x 480 Pixeln spielen die Tiling- und Stacking-Funktionen der Pop Shell ihre Stärken aus. Insgesamt präsentiert sich PopOS auf dem RasPi als gute Pi-OS-Alternative für Anwender, die den Mini-Rechner als Desktop nutzen möchten. (cla)
Glossar
- Super
-
Die Taste, auf der bei den meisten Keyboards ein Windows-Logo prangt und auf der sich beim RasPi 400 eine Himbeere befindet. Unix kannte den Modifier [Super] schon, bevor es Microsoft auch nur gab, geschweige denn Windows.
Infos
- System76: https://system76.com
- PopOS: https://pop.system76.com
- Tutorial “Workflow and Customization”: https://www.youtube.com/watch?v=SrWw2LeZ21U
- Tutorial “Auto Tiling”: https://www.youtube.com/watch?v=-fltwBKsMY0





