Aus dieser Liste heraus wählen Sie einen der Prozesse und modifizieren dessen Einstellungen. So erlaubt ein weiteres Menü, den jeweiligen Prozess zu priorisieren oder dessen Priorität zu verringern. Auch einen Scheduler für die CPU bietet das Tool an, ebenso das Ein- und Ausschalten aktiver Services. Die entsprechenden Modifikationen speichert die Software und aktiviert sie beim nächsten Warmstart.
Buntes
DietPi lässt sich dank der installierbaren Arbeitsoberflächen auch mit einer grafischen Umgebung verwenden. Der Assistent richtet in diesen Fällen die wichtigsten spezifischen Programme der jeweiligen Arbeitsumgebung mit ein. Voreingestellt startet das System jedoch textbasiert, sodass Sie am Prompt nach dem ersten Einloggen den Befehl startx zum Hochfahren des X-Servers und der grafischen Umgebung eingeben müssen.
Um zukünftig automatisch in die grafische Arbeitsoberfläche zu starten, konfigurieren Sie diese Option mithilfe des Launchers. Die distributionsspezifischen Werkzeuge integriert das System auch in die Menühierarchie der einzelnen Desktop-Umgebungen und sie lassen sich aus diesen heraus aufrufen (Abbildung 6).

Abbildung 6: Die Software integriert auf Wunsch mehrere schlanke grafische Arbeitsumgebungen, hier den LXDE-Desktop.
Die grafischen Umgebungen speckt DietPi ebenfalls radikal ab, sodass sie nur die nötigsten Programme mitbringen. Dank des Zugriffs auf die Repositories von Raspberry Pi OS steht Ihnen aber auch der ganze Fundus dieser Quelle zur Verfügung. Dazu verwenden Sie im Terminal die herkömmlichen Befehle der Apt-Paketverwaltung. Die jeweilige Desktop-Umgebung lässt sich daher individuell anpassen.
Fazit
Der Autor testete das aktuelle DietPi 6.35 in zwei Varianten auf einem Raspberry Pi 4B und auf einem älteren RasPi 2B. Er installierte die Arbeitsumgebungen Mate und LXDE sowie einige Pakete aus den Repositories von Raspberry Pi OS. Das System überzeugte dabei auf beiden Mini-Rechnern.
Die Konfiguration mithilfe der DietPi-Werkzeuge gelang auf Anhieb fehlerfrei und ohne Abstürze. Auch die Arbeitsoberflächen zeigten ein vergleichsweise agiles Verhalten. Lediglich beim Einsatz extrem schwergewichtiger Applikationen wie Firefox und LibreOffice zeigte vor allem der RasPi 2B erhebliche Latenzen, was jedoch auch am recht kleinen Arbeitsspeicher von lediglich 1 GByte liegt.
Ein probehalber auf einem RasPi 4B mit 4 GByte Arbeitsspeicher aufgesetzter Nextcloud-Server ließ sich auf Anhieb in einer kleinen Arbeitsgruppe ohne größere Latenzen verwenden. DietPi empfiehlt sich daher sowohl als Desktop-Umgebung als auch als Server-System, ohne dabei Anwender mit manuellen Nacharbeiten zu belasten. (tle)
Infos
- DietPi: https://dietpi.com
- Balena Etcher: https://www.balena.io/etcher/






