Aus Raspberry Pi Geek 06/2021

Aktuelle Hardware im Kurztest

Ausgepackt

Bernhard Bablok

USB-Umschalter Rybozen USB 2.0, Einsteiger-Mikrocontroller Digispark ATtiny85, Pimoroni Mini-Protoboard, RFID-Starterset für Nahbereichskommunikation.

Wechselbalg

Mit dem USB 2.0 Switch Selector von Rybozen betreiben Sie mehrere Rechner mit nur einer Tastatur, Maus und sonstigen USB-Peripheriegeräten.

Der freie Platz auf dem Schreibtisch verhält sich umgekehrt proportional zu der Anzahl der eingesetzten (Klein-)Computer. Der Autor nutzt inzwischen regulär drei Rechner: einen großer Desktop, einen RasPi 3 als festen Thin-Client für das Home-Office und einen RasPi 4 für diverse kleinere Desktop-Anwendungen. Gelegentlich gesellt sich noch ein weiterer RasPi für Testzwecke dazu. Neben einem Monitor brauchen alle Geräte auch noch Maus und Tastatur. Minitastaturen bieten keine Dauerlösung, das Umstecken von Kabeln oder Funkempfängern gestaltet sich mühselig. Einfacher funktioniert das mit USB-Umschaltern.

Das besondere am Rybozen USB 2.0 Switch Selector liegt in seiner Fähigkeit, bis zu vier PCs mit drei USB-Geräten zu verbinden. Lange Zeit waren nur Zweifachumschalter im Angebot, ein Exemplar von Ugreen verwendete der Autor lange ohne Probleme. Das neue Exemplar verspricht aber noch weniger Aufwand beim Wechsel der Rechner. Das kleine schwarze Kästchen aus Plastik wirkt etwas windig, dank Gumminoppen verrutscht es aber nicht auf dem Schreibtisch. Der Hersteller liefert vier USB-Kabel mit stabilem USB-B-Stecker auf der Switch-Seite für den Anschluss an die PCs mit. An die mit Output beschriftete Seite kommen Tastatur, Maus und nötigenfalls ein weiteres Gerät. Die Beschriftung verwirrt zunächst, denn Maus und Tastatur sind ja keine Ausgabegeräte.

Als weiteren Kritikpunkt identifiziert der Autor eine eher schwache LED-Anzeige, die den aktuell aktiven PC anzeigt. Zwischen den Rechnern schalten Sie manuell über einen Taster mit gutem Druckpunkt um, dessen Langlebigkeit sich noch zeigen muss.

USB 2.0 Switch Selector

 

Preis: 27 Euro

Bezugsquelle: Amazon

Kleinigkeit

Mit dem ATtiny85 in der Größe eines USB-Sticks treibt Digispark die Miniaturisierung auf die Spitze.

Digisparks ATtiny85-Mikrocontroller beschränkt sich auf das absolute Minimum. Schon der USB-Stecker ist fast so groß wie die gesamte Trägerplatine der MCU. Das Breakout gibt es in diversen Revisionen als Original und daneben oft als Klon. Es gibt nur wenige Unterschiede im Verhalten; diverse Seiten im Internet stellen hierzu die Details bereit.

Die Platine führt die Pins P0 bis P5 heraus; damit stehen neben den normalen I/O-Funktionen noch I2C, PWM und drei Mal ADC für Anwendungen bereit. Den Prozessor programmieren Sie via Arduino IDE, die Konfiguration für das Board lässt sich dank der vielen Anleitungen im Netz schnell erledigen. Dort finden sich auch Beispiele aus allen Anwendungsbereichen. Viele Anfängerübungen aus der Arduino-Welt laufen mit minimalen Anpassungen. Damit dient der Chip als günstiger und einfacher Einstieg in die Welt der Mikroprozessoren.

Auf ihm läuft ein spezieller Bootloader, der das einfache Programmieren per USB erlaubt. Zwar fällt damit der verfügbare Programmspeicher etwas kleiner aus als auf einem “nackten” ATtiny85, aber für die meisten Anwendungen genügt der Platz dennoch. Der Digispark empfiehlt sich für einfaches Prototyping, macht aber auch bei simplen Anwendungen er eine gute Figur, denn dank der Bauweise verschwindet das Breakout fast im USB-Anschluss. Diverse verfügbare 3D-Gehäuse aus der Community stehen als willkommene Ergänzung bereit.

ATtiny85

 

Preis: 3,80 Euro

Bezugsquelle: diverse Versender

Partybrötchen

Für kleine Projekte genügt auch ein kleines Steckbrett wie das Breadboard Mini von Pimoroni.

Ordentliche Breadboards mit Stromschienen gehören zur Standardausstattung eines jeden Elektrobastlers. Aber es muss nicht immer das große Steckbrett sein: Für kleine Anwendungen oder einzelne Chips erweisen sich selbst kleine klassische Breadboards als zu groß, etwa wenn Sie einen IC samt Pufferkondensator verdrahten und dann in verschiedenen Schaltungen nutzen wollen.

An dieser Stelle kommen Mini-Breadboards ins Spiel. Die gibt es einzeln oder farblich sortiert als Sechser- oder Zwölferpacks mit 2 x 17 Reihen und je 5 Steckplätzen; Stromschienen fehlen jedoch. Die Federn sitzen sehr stramm und sorgen für stabile und verlässliche Verbindungen, was sich aber bei Bauteilen mit empfindlichen Beinchen als problematisch erweist. Die perfekte Ergänzung zu den Mini-Breadboards bieten die Pimoroni-Mini-Protoboards. Sie weisen dieselben Dimensionen auf, weswegen es leichtfällt, die Schaltung vom Steckbrett auf die Lötplatine zu übertragen, wenn Sie die Schaltung dauerhaft brauchen. Diese Boards besitzen auch Aufhänger für tragbare Elektronik, etwa blinkende Namensschilder oder andere Gimmicks.

Breadboard Mini

 

Preis: 2 Euro (einzeln), 8 Euro (Sechserpack)

Bezugsquelle: Amazon, Pimoroni

Flurfunk

Mit dem RFID Kit RC522 von AZ-Delivery bauen Sie Ihr eigenes RFID-Systeme zur Nahfeldübertragung von Daten.

Das Prinzip von RFID-Systemen (Radio-Frequency Identification) gestaltet sich einfach: Ein Chip in einer Karte oder einem Schlüsselanhänger enthält Daten, die ein spezielles Gerät ausliest. Das muss sich sehr nahe am Chip befinden und versorgt ihn während des Lesevorgangs auch mit Strom. Für den schnellen und unkomplizierten Einstieg in die Technik bietet AZ-Delivery ein Komplettpaket aus Leser, Chipkarte und Schlüsselanhänger an, wobei die beiden Letzteren zum Leser passende Chips enthalten.

Wie bei AZ-Delivery üblich, ergänzen diverse Dokus die Hardware, wobei der Lesestoff für das RFID-Set etwas lieblos ausfällt. So liefert ein E-Book eine Mini-Anleitung für Arduinos; für den RasPi gibt es lediglich eine kommentarlose Abbildung der Verkabelung sowie ein RAR-Archiv mit drei ZIP-Dateien, die jeweils den Master-Zweig eines Github-Projekts enthalten. Eine halbe Seite Text mit den Links zu den Projekten hätte es hier auch getan. Da sich bei den Projekten in den letzten Jahren allerdings herzlich wenig tat, ist der Code zumindest nicht überholt.

Trotz dieser Zugaben erfordert es also eine kleine Recherche im Internet, wo passende Tutorials für das Lesegerät bereitstehen. Auf den üblichen Marktplätzen gibt es den Leser sowie passende RFID-Chips einzeln auch etwas billiger, allerdings müssen Sie dann als Käufer selbst darauf achten, das Chip und Lesegerät zueinander passen. (tle)

RFID Kit RC522

 

Preis: 4,79 Euro

Bezugsquelle: AZ-Delivery

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