Aus Raspberry Pi Geek 07-08/2020

Mit Rclone mehrere Cloud-Speicher synchronisieren (Seite 2)

Anhand einer Prüfsumme lässt sich später erkennen, ob beim Übertragen von Dateien ein Fehler aufgetreten ist oder ob die Originaldatei sowie die Kopie vollständig übereinstimmen. Der Befehl rclone hashsum ermittelt die unterstützten Hash-Algorithmen: Mittels rclone hashsum MD5 Drive:Pfad erzeugt Rclone zum Beispiel die MD5-Prüfsummen eines Verzeichnisses in der Cloud. Für die heruntergeladenen Dateien erstellen Sie dann mit md5sum Datei die MD5-Prüfsummen. So können Sie die Prüfsummen des Quell- und Zielverzeichnisses miteinander vergleichen.

Crypt-Remote

Um einen verschlüsselten Speicher anzulegen, richten Sie zunächst einen lokalen Speicher ein. Im Konfigurationsassistenten entspricht der lokale Speicher der Nummer 16. Bei allen weiteren Einstellungen genügen die Vorgabewerte.

Anschließend starten Sie den Konfigurationsassistenten erneut und wählen diesmal die Nummer 9 aus. Für den verschlüsselten lokalen Speicher kommt beispielsweise ein Ordner auf dem USB-Stick in Frage. Da der USB-Stick beim Mounten in den lokalen Speicher integriert wird, beginnen Sie den Pfad zum verschlüsselten Speicher mit dem Namen des lokalen Speichers, den Sie bereits in Rclone eingerichtet haben (Listing 2, erste Zeile).

Listing 2

remote> MeinSpeicher:/Pfad/zum/USB-Stick/Ordner
[...]
$ rclone copy LokalerSpeicher:/Pfad Crypt-Remote:/Pfad

Rclone erfragt während der Konfiguration, ob es die Datei- und Ordnernamen im Klartext oder verschlüsselt anzeigen soll. Diese Einstellungen sind optional. Allerdings setzt der Zugriff auf das Crypt-Remote ein Passwort voraus, das Rclone erstellt. Die Passwort-Stärke kann dabei 64 Bit, 128 Bit oder 1024 Bit betragen. Das Passwort lässt sich zudem mit einem Salt (deutsch: Salz) versehen, was während der Eingabe des Passworts die Sicherheit erhöht. Die fortgeschrittenen Einstellungen brauchen Sie nicht zu beachten. Das Crypt-Remote lässt sich anschließend wie in der letzten Zeile von Listing 2 gezeigt bespielen.

Cache-Remote

Der Inhalt einer Cloud lässt sich auch temporär auf der lokalen Festplatte speichern. Das Ganze ähnelt einer Cloud, die Sie lokal in das Dateisystem einbinden. Zum Einrichten einer solchen Cloud wählen Sie im Konfigurationsassistenten den Eintrag mit der Nummer 7. Als nächstes geben Sie die Cloud, die Sie lokal zwischenspeichern möchten, samt Pfad an:

$ remote> Cloud:/Pfad

Auch hier erstellt Rclone ein Passwort für die neue Cloud. Um die Internet-Verbindung während des Datentransfers nicht zu überlasten, empfiehlt es sich, die Chunk-Größe der Daten auf 5 MByte zu setzen. Diese Option veranlasst das Programm, die Daten nur stückchenweise herunterzuladen.

Außerdem lässt sich einstellen, wie lange Rclone die Daten im Cache vorhalten soll. Ein hoher Wert wie zum Beispiel 24 Stunden ist nur dann ratsam, wenn der Quellspeicher in dieser Zeit nicht von außen, sondern nur innerhalb der Cache-Cloud geändert wird.

Ebenso sollten Sie auf die Größe des Offline-Speichers achten, den das Programm in Echtzeit aktualisiert. Um Platz zu schaffen, löscht Rclone ältere Daten, falls die eingestellte Datenmenge im Offline-Speicher nicht mehr ausreicht. Die weiteren Optionen für diese Funktion sind optional.

Sie hängen dann den zu cachenden Cloud-Speicher wie in Listing 3 gezeigt in das Dateisystem ein. Im Beispiel stehen die Daten dann im Ordner ~/tmp/test-cache zur Verfügung. Sofern andere Benutzer Zugriff auf die Cache-Cloud benötigen und es zu einer Fehlermeldung beim Mounten kommt (siehe Listing), genügt es, aus in der Datei /etc/fuse.conf den Kommentar bei user_allow_other zu entfernen.

Listing 3

$ rclone mount --allow-other test-cache: ~/tmp/test-cache
2020/04/27 17:56:59 mount helper error: fusermount: option allow_other only allowed if 'user_allow_other' is set in /etc/fuse.conf
2020/04/27 17:56:59 Fatal error: failed to mount FUSE fs: fusermount: exit status 1

Für Laufwerke, die lange Pfade wie etwa den Einhängepunkt des USB-Laufwerks beinhalten, lassen sich zur einfacheren Nutzung Alias-Namen definieren. Im Konfigurationsassistenten geben Sie dazu als Speichertyp eine 2 ein. Rclone möchte dann unter anderem den Speicher wissen, für den Sie einen Alias verwenden möchten. Hier tragen Sie entweder den Cloud-Speicher samt Pfad ein oder geben den Pfad zum USB-Stick an:

$ remote> /Pfad/zum/Laufwerk/Mein-Ordner

Im Rclone-Browser lassen sich dann Dateien oder Ordner verschieben, ohne dass Sie sich durch einen ewig langen Pfad klicken müssen. Die Änderungen erscheinen dann auch umgehend im Datei-Browser.

Union-Remote

Ein Union-Remote (Union = Vereinigung) eignet sich vor allem für Backups. Während der Konfiguration verbindet Rclone mehrere Remote-Speicher zu einem einzigen. Zum Einrichten wählen Sie im Konfigurationsassistenten den Eintrag union, was der Nummer 2 entspricht. Zusätzlich benötigt Rclone die Namen der Remote-Speicher, die sich wie in der ersten Zeile von Listing 4 gezeigt eingeben lassen.

Listing 4

remote> MeinSpeicher1:Dir1 MeinSpeicher2:Dir2Mein-Speicher3:Dir3
[...]
$ rclone copy /Pfad/zur/Datei Union-Remote:source

Ausschließlich der Speicher, der beim Anlegen des Union-Remotes zuletzt genannt wurde, ist zum Schreiben geeignet. Die anderen Speicher erlauben nur das Lesen der Daten. Während eines Backups sichert Rclone eine Datei oder ein Verzeichnis mit dem Befehl aus der letzten Zeile von Listing 4. Rclone kopiert dabei eine Datei in das Verzeichnis source/ des Union-Remotes. Die Datei befindet sich dann im Verzeichnis Mein-Speicher3:Dir3/source/Datei.

DIESEN ARTIKEL ALS PDF KAUFEN
EXPRESS-KAUF ALS PDFUmfang: 4 HeftseitenPreis €0,99
(inkl. 19% MwSt.)
RASPBERRY PI GEEK KAUFEN
EINZELNE AUSGABE Print-Ausgaben Digitale Ausgaben
ABONNEMENTS Print-Abos Digitales Abo
TABLET & SMARTPHONE APPS Raspberry Pi Geek bei Google Play Readly Logo
Nach oben