Beachten Sie während des ganzen Zusammenbaus, dass sich einige Bauteile auch seitenverkehrt montieren lassen. Halten Sie sich also genau an die Abbildungen, um sich einen späteren zeitraubenden Umbau zu ersparen. Insgesamt passen die meisten Komponenten des Anet A8 allerdings bestens zusammen.
Alle elektrischen Verbindungen des Anet A8 lassen sich stecken oder schrauben. Allerdings schweigt sich die Anleitung weitgehend darüber aus, wie Sie die Leitungen verlegen sollen. Es bleibt oft unklar, in welcher Ausrichtung Sie die einzelnen Komponenten (Schrittmotoren, Lüfter) für eine optimale Leitungsführung montieren sollen.
Bei der Bedieneinheit taucht ein weiteres Problem auf: Die Platine des Displays passt nicht richtig, sodass Sie sie mit etwas Druck in das Gehäuse pressen müssen. Das tut der Komponente auf Dauer jedoch nicht gut. Auch die Befestigung des Zahnriemens wirkt unprofessionell, hier wäre eine bessere Konstruktion möglich gewesen. Darüber hinaus müssen Sie darauf achten, genug Spannung auf den Riemen zu bringen.
Die Montage des Halters schließt den Aufbau ab – ein Leichtes, nachdem Sie den restlichen Drucker bereits zusammengesetzt haben. Streng genommen dürfte allerdings nur eine Elektrofachkraft das Netzteil anschließen. Am Ende der Montage bleiben einige Teile übrig, die sich als Ersatzteile eignen.
Es gibt im Internet eine große Fan-Gemeinde für den Anet A8. Daher gibt es bei Youtube etliche Videos, die den Aufbau des 3D-Druckers sehr detailliert zeigen. Auch zu allen Fragen rund um den Betrieb des Geräts finden sich viele Foreneinträge und Tipps. Das macht es manchmal eher schwierig, aus der Fülle an Informationen die passenden heraus zu filtern.
Der erste Druck
Bevor Sie mit dem Drucken beginnen, treffen Sie optimalerweise noch einige Vorbereitungen. So sollten Sie etwa das Heizbett mit einem Kreppband beschichten, damit das Filament besser darauf haftet. Das vom Hersteller mitgelieferte Krepp ist etwas grob; Sie verwenden besser handelsübliches Malerkrepp, etwa von Nopi.
Als Nächstes stellen Sie den Abstand zwischen Düse und Druckbett ein. Dazu justieren Sie den Endschalter für die Z-Achse so, dass zwischen Düse und Oberfläche gerade noch ein Stück 80-Gramm-Papier passt – eine kniffelige Angelegenheit. Am besten nehmen Sie die Einstellung des Schalters erst grob vor und nähern sich dann mit den Flügelschrauben des Heizbetts an das optimale Maß an.
Das Bett muss exakt unter der Düse liegen; prüfen Sie in allen vier Ecken des Betts den Abstand. In der Software des Druckers gibt es einen Menüpunkt, über den Sie bei Bedarf die einzelnen Achsen in die Startposition fahren.
Wollen Sie das Bett oder den Druckkopf beim Justieren bewegen, schalten Sie am besten die Servomotoren ab. Das erledigen Sie entweder per Software oder Sie schalten den Drucker einfach aus. Es empfiehlt sich, zum Justieren des Druckers einige entsprechende Filme auf Youtube anzusehen.
Nun laden Sie das Filament in den Drucker. Von Haus aus besitzt der Anet A8 keine Funktion dazu. Die einfachste Methode ist es, einen Druck zu beginnen und dabei das Filament so lange in den Kopf zu schieben, bis dieser es fördert. Dann drucken Sie weiter, bis das Filament aus der Düse kommt, und brechen den Druck ab. Nun reinigen Sie das Bett von eventuellen Filamentresten und starten den eigentlichen Druck.
Für den ersten Druck empfiehlt es sich, ein Modell von der SD-Karte auszusuchen. Abbildung 1 zeigt den ausgedruckten Baymax. Achten Sie darauf, dass Sie genug Filament für den Ausdruck haben – der mitgelieferte Strang hält nicht sehr lange vor. Mit einer Rolle Prusament PLA [2] sind Sie auf der sicheren Seite. Mehr zum Thema Filament lesen Sie im Basics-Artikel ab Seite 10 in dieser Ausgabe.

Abbildung 1: Als erster Ausdruck auf dem Anet A8 entsteht die Figur Baymax aus dem gleichnamigen Animationsfilm.
Geht alles gut, halten Sie nach einigen Stunden den Ausdruck in Händen. Es ist kein großes Geheimnis, dass beim 3D-Drucken recht viel schiefgeht. Daher sollten Sie bei Fehlern das Internet zurate ziehen.
Die auf der SD-Karte vorhandenen Modelle genügen für den Einstieg in den 3D-Druck, auf die Dauer ist das aber etwas langweilig. Daher werden wir uns in der nächsten Ausgabe ansehen, wie Sie eigene Modelle zum Ausdrucken erstellen.
Erfahrungen
Wenn Sie den Anet A8 einige Zeit verwenden, treten schon bald einige Schwächen zutage. Sie sollten allerdings nicht zu hart mit dem Gerät ins Gericht gehen, insbesondere, wenn Sie sich vor Augen halten, wie günstig es in der Anschaffung ist. Letztlich stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis; wer mehr investieren möchte, findet in Form des Plus-Modells eine Alternative mit einigen Vorteilen (siehe Kasten “Ein Plus an Leistung”).





