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Aus Raspberry Pi Geek 04/2020

Editorial 03-04/2020

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Jörg Luther

Mit den passenden Werkzeugen zur Hand stellt es kein Problem dar, die heimische RasPi-Flotte noch um ein, zwei Exemplare aufzustocken. Egal, wie viele Exemplare welchen Modells Sie im Einsatz haben, mit den in dieser Ausgabe vorgestellten Tools behalten Sie alle im Griff.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

ein Raspberry Pi kommt selten allein. Der stromsparende und lüfterlose Mini-Rechner eignet sich nicht nur bestens für Bastelprojekte, sondern auch für vielfältige Dienste im digitalen Haushalt. Oft sind dabei nur bestimmte Dienste gefragt, die der RasPi anbieten soll; eine Komplettausstattung mit Bildschirm, Tastatur und Maus würde nur stören. Hat man den Mini-Rechner für den vorgesehenen Einsatzzweck eingerichtet, will man diese Komponenten abziehen und den RasPi dann im sogenannten Headless-Modus betreiben.

In einem solchen Szenario erfordert schon der nun notwendige Zugang über SSH ein wenig Konfigurationsaufwand, da Raspbian schon seit Längerem den SSH-Server nicht mehr automatisch startet. Will man einen RasPi von vornherein headless einrichten, also schon beim Aufbau auf Peripheriegeräte oder gar ein Netzwerkkabel verzichten, erfordert das deutlich mehr Aufwand sowie ein gewisses Know-how. Schon vor dem ersten Start des Raspbian-Systems gilt es in diesem Fall, die Konfigurationsdatei /etc/wpa_supplicant zu bearbeiten und die Zugangsdaten zum Netzwerk einzutragen.

Es geht aber auch einfacher: Sie bereiten einfach eine SD-Card mit BerryLan vor, booten den für den Headless-Betrieb vorgesehenen RasPi von dieser, und richten ihn dann über eine Bluetooth-LE-Verbindung von einem Smartphone aus ohne weitere manuelle Interaktion ein. Dazu bietet das Open-Source-Projekt BerryLan passende Apps in den App-Stores von Apple und Google an. Wie das Ganze funktioniert, zeigt ein Artikel ab Seite 27.

Haben Sie auf diese Weise erst einmal ein paar RasPis headless zum Laufen gebracht, fällt es ab einer gewissen Anzahl schwer, die Übersicht zu behalten. Überhitzt etwa der im Schaltschrank eingequetschte RasPi? Läuft auf dem Raspberry-Pi-Server der Speicherplatz voll? Möchten Sie kurz einen der Sensoren eines Sense HAT abfragen oder einen der GPIO-Ports schalten? Dafür müssen Sie sich nicht zwingend am jeweiligen RasPi anmelden oder eine umfangreiche Monitoring-Lösung aufsetzen: Mit der Android-App RaspController gelingt auch das vom Smartphone aus. Was es dabei zu beachten gilt, zeigt ein Artikel ab Seite 22.

Wer keine Smartphones mag, der behält seine RasPi von einem anderen Rechner aus mithilfe eines Webbrowsers unter Kontrolle. Das ermöglicht das pfiffige Tool Ttyd, bei dem Sie Konsolenprogramme auf dem RasPi als Dienst starten und deren Ausgabe dann im Webbrowser sehen (Seite 6). Auf diese Weise lässt sich zwar nicht mehr erledigen als via SSH, aber auch Konsolen-Allergiker kommen damit problemlos zurecht.

Betreiben Sie schließlich mehrere RasPis für denselben oder zumindest ähnliche Zwecke, kann es ziemlich lästig werden, die Konfiguration auf allen Systemen synchron zu halten. Sie müssen sich trotzdem bei Änderungen nicht jeden der Mini-Rechner einzeln vorknöpfen: Mit dem praktischen Werkzeug Runoverssh (Seite 7) stoßen Sie einzelne Befehle oder Befehlsfolgen parallel auf mehreren RasPis an.

Sie sehen also: Mit den passenden Werkzeugen zur Hand stellt es kein Problem dar, die heimische RasPi-Flotte noch um ein, zwei Exemplare aufzustocken. Egal, wie viele Exemplare welchen Modells Sie im Einsatz haben, mit den in dieser Ausgabe vorgestellten Tools behalten Sie alle im Griff.

Herzliche Grüße,

Jörg Luther

Chefredakteur

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