Aus Raspberry Pi Geek 04/2020

3D-Druck-Trends auf der Formnext 2019 in Frankfurt

© Mesago / Mathias Kutt

Die dritte Dimension

Martin Mohr

3D-Druck gehört längst zum Alltag. Doch wohin entwickelt sich die Branche? Die Formnext 2019 in Frankfurt zeigte Trends, die 2020 von Bedeutung sind.

Der Schwerpunkt der Formnext 2019 lag eindeutig auf dem industriellen 3D-Druck. Das heißt nicht, dass es für den Heimanwender nichts zu sehen gab. Im Gegenteil: Viele interessante Exponate hatten das Zeug dazu, den Hobby-3D-Enthusiasten auf neue Ideen zu bringen.

Die Messe belegte die Hallen 11 und 12 des Frankfurter Messegeländes – zusammen ein Fläche von über 50 000 Quadratmetern. Mit über 850 Ausstellern gab es im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs von mehr als 30 Prozent. Die Besucherzahlen entwickelten sich ähnlich: So gab es dieses Jahr über 34 000 Besucher (Vorjahr: 27 000).

Mittlerweile kommen in vielen Bereichen Verfahren der additiven Fertigung zum Einsatz, unter anderem für Prototypen im Maschinenbau sowie der Medizin und Dentaltechnik. Verschiedene Unternehmen stellen mittlerweile Hilfsmittel wie Greifer oder Befestigungen einfach mittels 3D-Druck her. Das ist in der Regel günstiger, als diese Teile von Fachpersonal manuell fertigen zu lassen.

Beim Druck selbst kommt nicht mehr nur Kunststoff zum Einsatz. Es gibt viele unterschiedliche Verfahren für Metalle, Keramik und zahlreiche Arten flexibler Werkstoffe, wie etwa Silikon. Oft mischen die Hersteller dabei unterschiedliche Materialien, um bessere Eigenschaften zu erzielen. Ein Beispiel dafür sind die kohlestoffverstärkten Filamente.

Es gibt mittlerweile viele Dienstleister, die das komplette Erstellen von Prototypen mittels 3D-Druck übernehmen. Unternehmen müssen also nicht zwangsläufig eigene Industriedrucker beschaffen.

Ein großer Teil der Aussteller beschäftigte sich mit dem Nachbearbeiten der Ergebnisse aus dem 3D-Druck. Dazu zählen die Behandlung mit Wärme, das Veredeln von Oberflächen sowie die Messtechnik. Es ist wichtig, Werkstücke nach dem Druck zu vermessen, um zu überprüfen, ob der Prozess fehlerfrei ablief.

Nabertherm

Beim Herstellen von 3D-Druck-Werkstücken aus Metall ist das Nachbehandeln mit Wärme extrem wichtig. Erst dadurch erreichen die Werkstücke ihre endgültige Belastbarkeit. Während des Fertigungsprozesses entstehen im Werkstück Spannungen, die sich durch das Erwärmen abbauen.

Nabertherm [1] stellt spezielle Öfen für dieses Verfahren her, die mit Temperaturen von 30 bis 3000 Grad Celsius arbeiten. Um Oxidationen bei diesen Prozess zu verhindern, lässt sich das Erwärmen unter einer Schutzatmosphäre oder evakuiert vornehmen. Das Unternehmen führt Öfen für viele unterschiedliche Varianten im Sortiment.

Prusa

Der Messestand von Prusa [2] war eine echte Augenweide für jeden Freund des 3D-Drucks. Die Unmengen an ausgedruckten Objekten zeigten anschaulich, was mit dem Multi Material Upgrade (MMU) und einem relativ günstigen Drucker möglich ist. MMU erlaubt es, während eines Druckvorgangs fünf unterschiedlich farbige Filamente zu verwenden.

Neben dem Drucker Prusa I3 MK3S waren die neueren Modelle wie der Prusa Mini (Abbildung 1) sowie der Prusa SL1 auf dem Stand zu sehen. Die Mini-Variante verfügt über einen Bauraum in der Größe eines Würfels mit 18 Zentimeter Kantenlänge und kostet nur knapp 400 Euro.

Abbildung 1: Prusa hat neben 3D-Druckern, die bis zu fünf verschiedene Filamente verarbeiten, auch einen Mini-Drucker für kleine Projekte im Programm.

Abbildung 1: Prusa hat neben 3D-Druckern, die bis zu fünf verschiedene Filamente verarbeiten, auch einen Mini-Drucker für kleine Projekte im Programm.

Der Prusa SL1 arbeitet nach dem MSLA-Verfahren. Dabei härtet die Maschine flüssige Polymere mit UV-LEDs Schicht für Schicht aus. Produkte aus diesem Verfahrens weisen eine so hohe Genauigkeit auf, dass sie sich für die Dentaltechnik eignen. Ein echtes Highlight auf dem Stand war Josef Prusa selbst, der vor Ort Fragen der Besucher beantwortete.

Mimaki

Mimaki stellte den ersten 3D-Drucker vor, der 10 Millionen Farben drucken kann. Bei einem ersten Blick auf die ausgestellten Objekte drängte sich der Modellbau als Einsatzgebiet auf. Es ist mit dem Mimaki 3DUJ-553 [3] möglich, extrem detailreich und farbenfroh zu drucken.

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