Aus Raspberry Pi Geek 02/2020

Im Test: Mozillas Webthings Gateway (Seite 2)

Abbildung 4: Über den Einstellungsdialog bietet das Webthings Gateway zahlreiche leicht erreichbare Optionen an.

Abbildung 4: Über den Einstellungsdialog bietet das Webthings Gateway zahlreiche leicht erreichbare Optionen an.

Modular

Zum Betrieb der meisten Geräte müssen Sie Addons nachladen. Von Anfang an aktiv sind lediglich das Webthings-, das Z-Wave- und das Zigbee-Modul. Diese sollen dafür sorgen, dass Endgeräte, die die beiden führenden Hausautomationsprotokolle unterstützen, mit Webthings harmonieren. Das Webthings-Modul dient dazu, intelligente Endgeräte, die sich via WLAN ansprechen lassen, in Mozillas Heimautomation-Software zu integrieren. Weitere nachinstallierbare Module gestatten unter anderem den Umgang mit Endgeräten, die via Bluetooth kommunizieren (Abbildung 5).

Abbildung 5: Mithilfe von Addons binden Sie in Webthings zusätzliche Geräte in das Netzwerk ein.

Abbildung 5: Mithilfe von Addons binden Sie in Webthings zusätzliche Geräte in das Netzwerk ein.

Eine Liste mit Zusatzmodulen erreichen Sie, indem Sie in der Addons-Listenanzeige unten rechts auf den Plus-Schalter klicken. In der daraufhin eingeblendeten Aufzählung von Gerätemodulen genügt ein Klick auf den Schalter + Add, um die dazugehörige Software automatisch ins System zu integrieren.

Steuerung

Um nützliche Verkehrsdaten zu ermitteln, wie etwa den Energieverbrauch von Komponenten, bietet Mozillas Webthings eine Protokollfunktion an, die Sie ebenfalls über das Settings-Menü erreichen.

Der Eintrag Logs öffnet eine neue Ansicht. In ihr wählen Sie zunächst über einen Klick auf den Plus-Button eins der ins System integrierten Geräte für die Protokollfunktion aus. In diesem Dialog bestimmen Sie außerdem, wie lange Webthings die Protokolle speichern soll. Außerdem erzeugen Sie im Settings-Menü über den Dialog Floorplan einen Hausplan. Darin tragen Sie nun die Standorte sämtlicher Endgeräte ein. Bei einer größeren Anzahl eingebundener Geräte hilft das, die Übersicht zu wahren.

Über den Eintrag Rules im Settings-Menü definieren Sie Regeln, nach denen Sie die einzelnen Endgeräte steuern. Das geschieht, indem Sie Komponenten aus der Geräteliste ziehen und ablegen. Dadurch gelingt es beispielsweise, ein Endgerät mit wenigen Mausklicks zu einer frei definierbaren Zeit ein- oder auszuschalten. Neue Regeln legen Sie wiederum durch einen Klick auf den Plus-Schalter unten rechts im Fenster an.

Katastrophal

Im Praxistest hinterließ Mozillas Webthings einen schlichtweg katastrophalen ersten Eindruck. Zwar lässt sich die Oberfläche intuitiv bedienen und ist auch logisch aufgebaut. Allerdings gibt es nur wenige Module, die zudem häufig inzwischen nicht mehr hergestellte Endgeräte abdecken. Einige der Geräte kann man zudem in Europa gar nicht kaufen.

Von dem guten halben Dutzend im Test verwendeten Endgeräten der Hersteller Aurora Lighting, Enlite Lighting, Müller-Licht, Philips und Osram ließ sich nicht ein einziges mit Webthings in Betrieb nehmen. Dabei führt Mozillas Kompatibilitätsliste zumindest Philips-Leuchten und Osram-Steckdosenadapter auf [11].

Die Hue-Leuchten von Philips sollen zudem erst dann mit Webthings harmonieren, wenn Sie einen Reset auf die werksseitigen Voreinstellungen der Leuchten vornehmen. Dazu benötigen Sie allerdings wiederum ein Steuergerät von Philips. Von zahlreichen weiteren, inzwischen im Marktsegment der Heimautomation erfolgreichen Herstellern fehlt in der Kompatibilitätsliste von Webthings jedoch jede Spur.

Fazit

Webthings stellt einen interessanten Ansatz dar, das Smart Home auch für solche Anwender zugänglich zu machen, die ihre Daten nicht in die Cloud senden möchten. Zudem integriert Mozillas neues Projekt nicht nur Geräte, die ein spezifisches Protokoll unterstützen, sondern kann auch WLAN- und Bluetooth-Systeme steuern.

Allerdings krankt das Projekt noch an viel zu wenig Entwicklungsarbeit im Bereich der Addons für Endgeräte. So ist es faktisch kaum möglich, aktuell erhältliche Geräte wie intelligente Leuchten oder Bewegungs- und Temperatursensoren in Webthings einzubinden. Von einer alltagstauglichen Lösung für Endanwender scheint Webthings daher noch meilenweit entfernt. (kki)

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