Aus Raspberry Pi Geek 12/2019

Sony Spresense Development Board (Seite 3)

Folgen Sie nun den Anweisungen aus der Warnung. Als <port> sollten Sie /dev/ttyUSB0 verwenden, falls Sie nicht mehrere Mikrocontroller-Boards am PC stecken haben – dann müssten Sie den Port entsprechend anpassen. Die Installation der neuen Firmware benötigt danach etwas Zeit. Sobald die Firmware des Spresense-Boards auf dem aktuellen Stand ist, kopieren Sie das eigentliche NuttX-Image samt “Hello World”-Beispiel auf das Board (Listing 5, erste Zeile).

Listing 5

$ tools/flash.sh -c /dev/ttyUSB0 nuttx.spk
$ screen /dev/ttyUSB0 115200
NuttShell (NSH) NuttX-7.22
nsh> hello
Hello, World!!
nsh> help
help usage:  help [-v] [<cmd>]
  [           date        help        mksmartfs   rm          uname
  ?           dd          hexdump     mh          rmdir       umount
  basename    df          kill        mount       set         unset
  break       echo        ls          mv          sh          usleep
  cat         printf      mb          mw          shutdown    xd
  cd          exec        mkdir       poweroff    sleep
  cp          exit        mkfatfs     ps          test
  cmp         false       mkfifo      pwd         time
  dirname     free        mkrd        reboot      true
Builtin Apps:
  hello
nsh> ls
/:
 dev/
 mnt/
 proc/
 var/

Nach dem Übertragen des Images auf das Spresense-Board melden Sie sich mit einem beliebigen Terminalprogramm auf dem Controller an. Im Beispiel verwenden wir Screen, da das Programm im Terminal zahlreiche Vorteile bietet – so können Sie sich zum Beispiel aus der Sitzung ausklinken, während das System im Hintergrund weiterläuft. Um Screen unter Linux zu installieren, verwenden Sie gegebenenfalls das Kommando sudo apt install screen.

Mit Screen greifen Sie im Terminal über das Kommando aus der zweiten Zeile von Listing 5 auf die NuttX-Installation auf dem Spresense-Board zu. Danach rufen Sie das “Hello World”-Beispiel auf (Zeile 4). Mit help gibt das System die im System verfügbaren Kommandos aus (Zeile 6). Die typischen Befehle wie cd oder ls demonstrieren, dass Sie sich in einem kleinen Unix-ähnlichen System befinden.

Einstieg ins SDK

Tauchen bei einem der gezeigten Schritte sonderbare Fehler auf, empfiehlt es sich, zu überprüfen, ob das Spresense-Board auch richtig mit dem PC verbunden ist. Mit dem Kommando lsusb kontrollieren Sie, ob das System das Board am USB-Bus findet. Es meldet sich üblicherweise mit der Zeile Cygnal Integrated Products, Inc. CP210x UART Bridge / myAVR mySmartUSB light.

Um mit dem SDK ein neues Programm in das Spresense-Board zu laden, verwenden Sie immer die Schritte aus Listing 6 . Die Quellcodedateien für die Beispiele liegen im Ordner ~/spresens/examples/. Sie können sie einfach ausprobieren oder auch als Vorlagen für eigene Projekte verwenden. Um den Quellcode zu editieren, greifen Sie zu Ihrem Lieblingseditor. Weitere Informationen zum Entwicklerkit erhalten Sie auf der Webseite des Spresense-SDK [10].

Listing 6

### Environment aktivieren (nur einmal nötig):
$ source ~/spresenseenv/setup
### In das SDK-Verzeichnis wechseln:
$ cd ~/spresense/sdk
### NuttX Kernel konfigurieren:
$ tools/config.py --kernel release
### SDK konfigurieren (hier Beispiel oder Ihren eigenen Code auswählen):
$ tools/config.py examples/<YOUR_CODE>
### Code bauen
$ make buildkernel; make
### Gebautes Image in das Spresense laden:
$ tools/flash.sh -c /dev/ttyUSB0 nuttx.spk

Fazit

Auf den ersten Blick erscheint das Spresense-Board recht teuer, bei genauerer Betrachtung trifft das allerdings nicht zu. Sie bekommen für das Geld viel Rechenleistung auf wenig Platz. Der schon vorhandene GPS-Empfänger in Verbindung mit dem geringen Energiebedarf prädestiniert das Spresense für mobile Anwendungen aller Art.

Daneben brilliert das Board mit herausragenden Audio- und Videomöglichkeiten, deren Beschreibung allerdings die Grenzen dieses Artikels sprengen würden. Die mitgelieferten Beispielprogramme zeigen jedoch deutlich, was das Sony-Board alles leistet.

Die Integration in die Arduino IDE erleichtert es besonders Einsteigern, erste Schritt mit dem Spresense zu unternehmen. Das umfassende Spresense SDK gibt dann auch Entwicklern die Möglichkeit, anspruchsvolle Anwendungen aufzubauen. 

Der Autor

Der im Zeitalter der Magnetringkernspeicher geborene Martin Mohr studierte nach einer Ausbildung zum Elektroniker Informatik und entwickelte beruflich überwiegend Java-Applikationen. Mit dem Raspberry Pi erwachte die Liebe zur Elektronik wieder.

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