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Aus Raspberry Pi Geek 02/2018

Raspberry Pi als Werbeträger (Seite 2)

Nach einem Warmstart zeigt das System die Videos und Bilder bildschirmfüllend an, was bei entsprechender Bildgröße auch die lästigen schwarzen Ränder eliminiert (Abbildung 2).

Abbildung 2: Durch Modifikation der Datei »/boot/config.txt« sorgen Sie für eine verbesserte Bilddarstellung.

Abbildung 2: Durch Modifikation der Datei »/boot/config.txt« sorgen Sie für eine verbesserte Bilddarstellung.

Ein weiteres Problem ergibt sich insbesondere beim Abspielen umfangreicher Bildersammlungen: Der Player Fbi nutzt nur einen relativ kleinen Zwischenspeicher, sodass es beim Wechsel der Bilder zu stotternden Übergängen kommt. Um das zu verhindern, editieren Sie die Datei /etc/rs.conf, die Sie in der Root-Partition der SD-Karte finden.

Diese Datei regelt die Parameter für den Start der beiden Abspielprogramme. Für Fbi finden Sie in den Befehlssequenzen jeweils den Parameter cachemem, der die maximale Größe des genutzten Zwischenspeichers angibt. Hier erhöhen Sie den angegebenen Wert, um ruckelnde Übergänge künftig zu vermeiden.

In dieser Datei modifizieren Sie bei Bedarf auch die Parameter für Überblendeffekte und die Anzeigedauer. Außerdem stellen Sie hier eine eventuelle Rotation der Bilder ein oder eine zufällige Reihenfolge (Abbildung 3). Eine ausführliche Anleitung dazu liefert die Dokumentation der Software [3].

Abbildung 3: Die Datei »/etc/rs.conf« widmet sich der Player-Konfiguration.

Abbildung 3: Die Datei »/etc/rs.conf« widmet sich der Player-Konfiguration.

Aus dem Netz

Wollen Sie Inhalte von einem Webserver laden, statt sie auf den USB-Stick zu kopieren, dann weisen Sie das System an, die Daten direkt aus dem Internet oder dem LAN zu beziehen. Dazu legen Sie auf dem Stick eine einfache Textdatei mit dem Namen remote-urls.txt an. Hier tragen Sie jeweils eine URL pro Zeile ein, die auf die Inhalte verweist. Sie können sowohl Web- als auch FTP-Server als Quelle nutzen.

Diese Textdatei platzieren Sie im Hauptverzeichnis des Datenträgers und starten anschließend Raspberry Slideshow neu. Es ruft nun die Bilder und Videos aus dem Netz ab und spielt sie lokal ab. Dabei besteht die Möglichkeit, lokale und entfernte Inhalte in einer Sitzung zu mischen.

Die Kaufvariante der Software ermöglicht darüber hinaus den Abruf von Inhalten für eine Slideshow von einem Samba-Server und eine Wiedergabe einzelner Inhalte auf einem entfernten Server. Beispiele dazu und eine gute Dokumentation finden Sie auf der Projektseite [4].

In der Praxis

Im Test überzeugte Raspberry Slideshow prinzipiell. Allerdings schmälern die Einschränkungen der Standardvariante – die fehlende SSH-Unterstützung und die Beschränkung auf lediglich drei Dateien – den Nutzwert deutlich. Positiv fällt auf, dass die Software (was nirgendwo in der Dokumentation steht) ohne angeschlossene Eingabegeräte funktioniert.

Mit Raspberry Slideshow gelingt es problemlos, etwa in Schaufenstern oder auf einer Ausstellung vorgefertigte Videos oder Bildersammlungen in einer Endlosschleife zu zeigen. Dabei lässt sich der RasPi optisch dezent an der Rückseite des Displays befestigen, was unnötigen Kabelsalat vermeidet.

Eine weitere interessante Funktion stellt die allerdings nur in der kostenpflichtigen Version vorhandene automatische Bildrotation dar: Sie nutzt die Exif-Daten der Fotos und garantiert damit, dass alle Bilder in der korrekten Orientierung erscheinen. Diese Version ermöglicht zudem den Einsatz des im RasPi 3 vorhandenen integrierten WLAN-Chips. Das ermöglicht eine Remote-Konfiguration, etwa von einem Notebook aus per SSH-Zugang. Auch Inhalte lassen sich auf diesem Weg auf den RasPi übertragen, was das Aktualisieren von Displays vereinfacht.

Im Test stach bei sehr hochauflösenden Fotos auf dem RasPi 2 an einem 3K-Display ein Ruckeln beim Wechsel negativ ins Auge. Dieser Effekt ließ sich jedoch durch Anpassen der Zwischenspeicher beseitigen (Abbildung 4).

Abbildung 4: Auch mit 3K- und 4K-Displays macht der RasPi eine gute Figur.

Abbildung 4: Auch mit 3K- und 4K-Displays macht der RasPi eine gute Figur.

Fazit

Raspberry Slideshow macht aus dem Einplatinencomputer ein vollwertiges Werbesystem für Messen, Ausstellungsräume und Vorführungen. Dabei gefallen der flexible Umgang mit Quellen, die vielfältigen Möglichkeiten zum Anpassen und die einfache Konfiguration mithilfe lediglich zweier Textdateien. Der volle Funktionsumfang steht allerdings erst mit der Bezahlvariante bereit. Die dafür zu entrichtenden 16,90 Euro sind allerdings gut angelegtes Geld. 

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