Aus Raspberry Pi Geek 12/2017

Bau eines Pi-Zero-Lichtweckers mit dem Four-Letter-pHAT (Seite 5)

Neben den hier gezeigten Methoden kennt die Python-Bibliothek noch eine Reihe weiterer nützlicher Kommandos. So kann das Display in verschiedenen Frequenzen blinken oder sogar einen Lauftext anzeigen – zum Beispiel ein fröhliches “Guten Morgen”, wenn der Wecker losgeht.

Der Rest der Logik ist unabhängig von der eingesetzten Hardware und beschäftigt sich mit dem richtigen Verarbeiten von per Tasten oder Chatbot ausgelösten Befehlen sowie dem Starten und Stoppen von Alarmen. Eine detaillierte Beschreibung des Programms würde hier zu weit gehen.

Ebenso haben wir das Thema Soundausgabe ausgeblendet. Der Anschluss eines Lautsprechers über Bluetooth wäre eigentlich die eleganteste Lösung, gestaltet sich aber alles andere als trivial. Leichter fällt es, eine Soundkarte mit 3,5-Millimeter-Klinke zu verwenden oder gleich einen USB-Lautsprecher mit integrierter Soundkarte einzusetzen, wie den Logitech S150. Verwenden Sie statt des Pi Zero eines der größeren RasPi-Modelle schließen Sie einen solchen Lautsprecher direkt per Klinke an die entsprechende Buchse des Raspberry Pi an.

Fazit

Das Beispiel des Weckers zeigt, dass sich mit dem Pi Zero, einigen zusätzlichen Komponenten und etwas Python-Kenntnissen selbst komplexere Projekte kostengünstig verwirklichen lassen. Dabei ist keineswegs die Hardware die Herausforderung, sondern vielmehr die Software, die dazu passen muss. Bei der Arbeit an diesem Artikel ging dem Autor schnell ein Licht auf, warum so viele Produkte mit Fehlern auf den Markt kommen: Einerseits steht den Entwicklern keine so mächtige Plattform wie Raspbian zur Verfügung, andererseits fehlt es oft einfach an Zeit.

Das Schöne an der offenen Firmware sind die vielen Möglichkeiten, diese an eigene Vorlieben anzupassen. In dieser Hinsicht bietet unser Nerd-Wecker viele Ausbaumöglichkeiten. Die Konfiguration per Chatbot ist zwar intuitiv und einfach, hängt aber von der Verfügbarkeit einer Chat-Plattform im Internet ab, einschließlich des eigenen WLANs und der Verbindung via Provider. Deshalb steht noch eine kleine Weboberfläche auf der Liste – diese liefert der Zero per eigens aufgespanntem WLAN- oder Bluetooth-Netz völlig unabhängig von sonstiger Infrastruktur aus.

Weitere Möglichkeiten ergeben sich durch den Anschluss von zusätzlicher oder alternativer Hardware. Ein Infrarot-Empfänger in Kombination mit einer alten Fernbedienung erweitert den Wecker auf einen Schlag um viele Tasten und damit um zusätzliche Konfigurationsoptionen. Die Segmentanzeige ließe sich durch ein kleines oder mittelgroßes Display ersetzen, auf dem das aktuelle Wetter und die Schlagzeilen des Tages Platz finden könnten. Ein Funkchip böte die Möglichkeit, rechtzeitig vor dem Aufwachen die Kaffeemaschine einzuschalten. Softwareseitig wäre das alles ohne Umbauten möglich, für die neue Hardware würde jeweils eine eigene Python-Klasse genügen.

Noch fehlt dem Wecker ein schickes Gehäuse – dank 3D-Druckdienstleister ist das aber kein Problem. Auf der Kostenseite rutschen Sie dann allerdings in den Bereich der Oberklasse der kommerziellen Lichtwecker. Dafür haben Sie aber ein Gerät, das sich perfekt auf Ihre Bedürfnisse abstimmen lässt. 

Der Autor

Bernhard Bablok arbeitet bei der Allianz Technology SE als SAP-HR-Entwickler. Wenn er nicht Musik hört oder mit dem Rad beziehungsweise zu Fuß unterwegs ist, beschäftigt er sich mit Themen rund um Linux, Programmieren und Mini-Computer. Sie erreichen ihn unter mailto:[email protected].

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