Aus Raspberry Pi Geek 08/2017

PiVPN installiert OpenVPN auf dem Raspberry Pi (Seite 3)

Diese Profildatei kopieren Sie nun auf das Gerät, das Sie mit dem RasPi-VPN verbinden möchten. Das verschlüsselte Netzwerk starten Sie dann auf einem Linux-Rechner über die Eingabe des Befehls sudo openvpn Name.ovpn. In Kombination mit modernen Desktop-Umgebungen wie Gnome oder KDE richten Sie solch eine Verbindung allerdings in der Regel über einen Netzwerkmanager ein, indem Sie die Profildatei importieren.

VPN unter Kontrolle

Unter Android stehen diverse Apps bereit: OpenVPN für Android [8] oder OpenVPN Connect [9] als Teil des OpenVPN-Projekts erwiesen sich im Test als einfach zu bedienen und zuverlässig im Einsatz. In beiden Programmen importieren Sie die Profildatei mit wenigen Fingerzeigen und starten dann die Verbindung.

Bei ersten Tests im LAN sollten Sie beachten, dass der Aufbau der Verbindung zum VPN aus dem eigenen Netzwerk nicht zwangsläufig funktioniert. Überprüfen Sie ihre VPN-Installation daher am besten mit dem Smartphone über den mobilen Internet-Zugang. Den aktuellen Status des VPN-Servers erhalten Sie über die Schalter -l (oder list) und -c (beziehungsweise clients). Diese zeigen Ihnen die aktuell gültigen Zertifikate (Listing 4) sowie die gerade verbundenen Nutzer (Listing 5).

Listing 4

 

$ pivpn -l
: NOTE : The first entry should always be your valid server!
::: Certificate Status List :::
 ::  Status  ||   Name   ::
     Valid   ::   server
     Valid   ::   Christoph

Listing 5

 

$ pivpn -c
: NOTE : The output below is NOT real-time!
:      : It may be off by a few minutes.
::: Client Status List :::
                                                        Bytes           Bytes
Name            Remote IP               Virtual IP      Received        Sent            Connected Since
Christoph               82.113.121.84:2978      10.8.0.2        343252          2209875         Mar 23 2017 -- 12:15:48

Sollten Sie einmal ein Gerät mit einem gültigen VPN-Zertifikat verlieren (oder den Zugang für diesen Nutzer nicht mehr benötigen), dann löschen Sie es über pivpn -r oder pivpn revoke vom Server. Letztendlich entfernen Sie PiVPN über pivpn -u sowie pivpn uninstall wieder vom Raspberry Pi.

Fazit

Die Top-Modelle der gängigen Router-Hersteller verfügen in der Regel über eine VPN-Funktion. Doch nicht jeder Anwender ist bereit, über den Internet-Vertrag hinaus noch eine Miete für einen Router zu bezahlen oder sich ein leistungsfähigeres Modell für mehr als 100 Euro zu kaufen.

Bei manchen Anbietern kommen Sie zudem trotz Verbots des Router-Zwangs [10] nicht ganz vom Gerät des Anbieters los. So gibt es bei den Triple-Play-Angeboten des Kabelanbieters Unitymedia zwar die Option, auf einen eigenen Router zu wechseln, doch zum Empfang verschlüsselter TV-Sender (dazu zählt das HD-Angebot der privaten Rundfunkstationen) benötigen Sie weiterhin die vom Kabelanbieter gestellte Horizon Box [11].

Mit einem Raspberry Pi und PiVPN hingegen richten Sie einen VPN-Zugang in die eigenen vier Wände für wenig Geld und unabhängig vom Router ein. Dabei brauchen Sie nicht extra einen RasPi für den VPN-Dienst aufzusetzen: Die Software funktioniert auf allen Systemen, die auf Raspbian aufsetzen.

Aus diesem Grund gelingt es etwa, den entsprechenden Server selbst unter dem Open Source Media Center OSMC [11] aufzusetzen. Die Last, die durch das VPN entsteht, bremst den RasPi selbst bei gleichzeitigem Abspielen eines HD-Films nicht aus. 

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