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Aus Raspberry Pi Geek 08/2017

Optimiert und abgesichert: NextcloudPi als RasPi-Image

© alexmillos, 123RF

Wolken

Redaktion

NextcloudPi erleichtert Ihnen die Installation einer privaten Cloud. Das RasPi-Image bringt alle wichtigen Funktionen von Haus aus mit.

Frei nach Ikeas “Wohnst du noch oder lebst du schon?” heißt es für Anwender, die einen Server mit Nextcloud aufsetzen möchten “Installierst du noch oder bist du schon in der Cloud?”. Gerade Einsteigern in Sachen RasPi und Linux dürfte das Aufsetzen des Cloud-Speichers Nextcloud [1] nicht gerade leicht fallen. Schließlich setzt das voraus, dass Sie erste Schritte mit Raspbian als Linux-System machen, mit Apache, PHP und MariaDB einen kompletten Webserver mit allem drum und dran einrichten und schlussendlich Nextcloud auf den Server schieben.

Für optimale Leistung und größtmögliche Sicherheit ist es damit aber noch nicht getan: Der Browser und angebundene Nextcloud-Clients sollten verschlüsselt mit dem Server kommunizieren, dazu braucht es SSL-Zertifikate und einen entsprechend konfigurierten Webserver.

PHP-Anwendungen wie Nextcloud leiden zudem generell immer darunter, dass der Rechner den Quelltext bei jeder Anfrage aufs Neue in Bytecode übersetzt und diesen anschließend noch interpretiert. Zwischenspeicher wie APC User Cache [2] und PHP OPcache [3] sorgen dafür, dass weniger Last auf dem System entsteht, erfordern aber gleichzeitig mehr Aufwand beim Einrichten.

NextCloudPi

All diese Dinge nimmt Ihnen NextcloudPi [4] ab. Das auf Raspbian “Jessie” aufbauende Image integriert von Haus aus die namensgebende Software und optimiert das System mit den genannten Caches auf die beschränkten Kapazitäten des Raspberry Pi.

Dazu erstellt es mit Let’s Encrypt [5] SSL-Zertifikate für die verschlüsselte Kommunikation, blockt mit Fail2Ban [6] Brute-Force-Angriffe auf den SSH-Zugang ab und integriert von Haus mit No-IP [7] einen DynDNS-Anbieter (falls der eigene Router nicht eine ähnlich Funktion besitzt).

Sie erhalten das Image über die Homepage des Projekts in zwei Versionen: NextcloudPi Full enthält mit Let’s Encrypt, Fail2Ban, DynDNS und einem eigenen DNS-Server sämtliche Funktionen. Zudem spielt das System von Haus aus automatisch alle Sicherheitsupdates ein.

Die Variante ohne “Full” im Namen beinhaltet lediglich Raspbian mit einer optimierten Nextcloud-Installation. Haben Sie eine spezielle Konfiguration im Kopf, dann hilft unter Umständen ein angepasstes Image weiter (siehe Kasten “Generator”).

Generator

Fortgeschrittene Anwender haben mit dem Generator [8] die Möglichkeit, selbst ein Image zu erstellen. Dafür benötigen Sie ein Linux-System mit Qemu [9] als Virtualisierungsumgebung. Auf diesem Weg passen Sie das System schon vor der Installation weiter an. Wer jedoch möglichst einfach zu einem RasPi mit eigener Cloud kommen möchte, sollte auf das fertige Image zurückgreifen.

Beide Varianten schreiben Sie wie ein normales Raspbian auf eine Speicherkarte. Beim ersten Start vergrößert das System die Partition für die Daten auf den gesamten Speicherbereich.

Erste Schritte

Wie bei Raspbian üblich aktiviert NextcloudPi den SSH-Server nicht mehr automatisch. Möchten Sie ihn verwenden, schließen Sie entweder eine Tastatur und einen Monitor an oder richten den SSH-Server per Konfigurationsdatei ein. Die Zugangsdaten zum System lauten wie gewohnt pi und raspberry. Arbeiten Sie direkt am Raspberry Pi, stimmt das Tastaturlayout nicht. Sie müssen bei der Eingabe des Kennworts “y” und “z” vertauschen.

Auf dem RasPi-System angemeldet, gilt es, über sudo raspi-config erst einmal die wichtigsten Konfigurationen anzupassen: Ändern Sie am besten gleich über 1 Change User Password das Passwort des Standardbenutzers. Aktivieren Sie (falls es noch nicht geschehen ist) unter 5 Interface Options den SSH-Server, und passen Sie unter 4 Localisation Options die Spracheinstellungen an (Abbildung 1).

Abbildung 1: Die Konfiguration des Systems geschieht wie bei Raspbian gewohnt über das Raspberry Pi Configuration Tool.

Abbildung 1: Die Konfiguration des Systems geschieht wie bei Raspbian gewohnt über das Raspberry Pi Configuration Tool.

Die Nextcloud-Installation erreichen Sie dann über einen Browser. Als URL geben Sie mit https://RasPi-IP zunächst einmal die IP-Adresse des Mini-PCs ein (Abbildung 2). Die Login-Daten heißen hier in der Voreinstellung admin mit ownyourbits als Passwort.

Abbildung 2: Nach der Installation des Image auf dem Raspberry Pi, steht der Nextcloud-Speicher umgehend bereit.

Abbildung 2: Nach der Installation des Image auf dem Raspberry Pi, steht der Nextcloud-Speicher umgehend bereit.

Das Kennwort des Admin-Users ändern Sie, indem Sie mit einem Klick auf den Benutzernamen in der Kopfzeile das Menü für die Konfiguration öffnen und dann unter Persönlich das neue Kennwort eingeben. Danach machen Sie am besten ein wenig mit der eigentlichen Cloud-Software vertraut. Wenn Sie bereits andere Cloud-Speicher wie Dropbox kennen, dürfte dies nicht schwer fallen.

Konfiguration

Für die zentrale Konfiguration des Systems setzt NextcloudPi ein ähnliches Werkzeug ein wie Raspbian: Mit sudo nextcloudpi-config steuern Sie die Funktionen, die den Spezialisten von einer Standardinstallation abheben (Abbildung 3). Für einen Zugriff auf den Cloud-Speicher von außerhalb des lokalen Netzwerks (also über ein Smartphone mit der Nextcloud-App) sollten Sie zunächst eine Weiterleitung der Ports 80 (HTTP) und 443 (HTTPS) vom WLAN-Router auf den Raspberry Pi einrichten.

Abbildung 3: ein spezielles Werkzeug hilft Ihnen dabei, die spezifischen Einstellungen des System zu konfigurieren.

Abbildung 3: ein spezielles Werkzeug hilft Ihnen dabei, die spezifischen Einstellungen des System zu konfigurieren.

Anschließend richten Sie über die Option free Dynamic DNS provider (need account) in der Konfiguration mit No-IP eine DynDNS-Domain, sodass Sie Ihren eigenen Cloud-Speicher immer unter einer festen Domain wie zuhause.ddns.net erreichen. Eventuell bietet aber der Router bereits eine solche Funktion an.

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