Listing 3
$ systemctl status saned.socket * saned.socket - saned incoming socket Loaded: loaded (/lib/systemd/system/saned.socket; disabled) Active: inactive (dead) Listen: [::]:6566 (Stream) Accepted: 0; Connected: 0 $ sudo systemctl start saned.socket $ sudo systemctl enable saned.socket Created symlink from /etc/systemd/system/sockets.target.wants/saned.socket to /lib/systemd/system/saned.socket. $ systemctl status saned.socket * saned.socket - saned incoming socket Loaded: loaded (/lib/systemd/system/saned.socket; disabled) Active: active (listening) since Fr 2017-04-28 13:29:54 CEST; 7s ago Listen: [::]:6566 (Stream) Accepted: 0; Connected: 0 Apr 28 13:29:54 raspberrypi systemd[1]: Listening on saned incoming socket.
Damit haben Sie die Konfiguration des Scan-Servers auf dem Raspberry Pi abgeschlossen. Weiter geht es mit dem Client: Die einfachste Option dafür bietet ein Linux-Rechner, auf dem Sie beispielsweise das Programm Simple Scan [3] installieren. Sie finden es bei allen großen Distributionen in den Paketquellen als Teil der Desktop-Umgebung Gnome. Für Anwender mit einer Vorliebe für KDE bietet sich Skanlite [4] als Alternative an. Als Allzweckwerkzeug steht auch noch Xsane zur Verfügung, das mit seinen unzähligen Fenstern und Dialogen seine Herkunft aus dem letzten Jahrtausend nicht verleugnen kann.
Scanner-Apps für PC und Handy
Damit diese Programme jedoch den Netzwerkscanner finden, müssen Sie die IP-Adresse des Scan-RasPi mit Root-Rechten auf dem Client in die Konfigurationsdatei /etc/sane.d/net.conf eintragen (Listing 4). Anschließend listet ein auf dem Client ausgeführtes scanimage -L den Netzwerkscanner auf, zu erkennen an dem “net:” vor der entsprechenden Zeile (Listing 5). Die Scan-Programme führen dann den über das Netz angeschlossenen Scanner wie ein lokales Gerät auf. In Simple Scan wirft danach ein Klick auf Scannen den Scanner an (Abbildung 1).
Listing 4
# This is the net backend config file. [...] ## saned hosts # Each line names a host to attach to. # If you list "localhost" then your backends can be accessed either # directly or through the net backend. Going through the net backend # may be necessary to access devices that need special privileges. # localhost 192.168.188.34
Listing 5
$ scanimage -L device `v4l:/dev/video0' is a Noname HD Pro Webcam C920 virtual device device `net:192.168.188.34:plustek:libusb:001:004' is a Canon CanoScan N650U/N656U flatbed scanner

Abbildung 1: Scan-Programme für Linux, wie hier Simple Scan, finden den RasPi-Scanner mit der entsprechenden Konfiguration automatisch im Netz.
Arbeiten Sie hingegen mit einem Microsoft-System, gibt es zum Beispiel mit SaneTwain [5] oder SANEWinDS [6] Programme, die Sane-Scanner unter Windows integrieren (Abbildung 2). Es existiert mit SANEDroid [7] sogar eine Android-App, über die sich der RasPi-Scanner ansteuern lässt. In der App müssen Sie nach der Installation aus dem Menü heraus die Preferences öffnen und dort unter SANE_NET_HOSTS die IP-Adresse des Scan-Servers eintragen. Anschließend aktualisieren Sie über Refresh Device List die Scannerliste und fangen dann über einen “Klick” auf Scan am unteren Bildschirmrand zu scannen an (Abbildung 3).

Abbildung 2: Auch für Windows-Anwender gibt es eine Reihe von Programmen (hier SANEWinDS), die sich mit Sane-Scannern im Netzwerk verstehen.

Abbildung 3: Optional erlaubt SANEDroid das Scannen ganz ohne PC: Die kostenlose Android-App lässt sich sehr einfach konfigurieren.
Fazit
Trotz immer weiter fortschreitender Digitalisierung stirbt der gute alte Brief nicht aus. Nach wie vor trudeln regelmäßig Rechnungen und wichtige Unterlagen per “Schneckenpost” ins Haus. Mit einfachen Scanner-Apps oder gar Dokumentenverwaltungsprogrammen wie Paperwork [8] lassen sich diese Dokumente schnell digitalisieren und auf dem PC archivieren. Ein Raspberry Pi als Scan-Server ermöglicht, dass Sie dafür auf dem Schreibtisch nicht einmal permanent Platz für einen klobigen Flachbettscanner freihalten müssen.
Mithilfe des RasPi lösen Sie den Scanner vom PC. Per Ethernet oder WLAN lässt sich der unter Linux für das Scannen verantwortliche Sane-Dienst ohne USB-Kabel zum PC ansteuern. Somit brauchen Sie keinen dedizierten “Scanner-PC” mehr, jeder Rechner im Netz erhält Zugriff auf das Lesegerät. Zudem darf der Scanner in ein entferntes Regal auswandern, der Platz auf Ihrem Schreibtisch steht Ihnen von nun an wieder für wichtigere Dinge zur Verfügung.
Ausblick
Sane erlaubt nun den Zugriff via Netzwerk auf den am Raspberry Pi angeschlossenen Scanner. Das erlaubt alle Freiheiten beim Scannen – also Scannen in Farbe, in Graustufen oder doch nur eine gering auflösende Strichzeichnung. Allerdings brauchen Sie immer einen PC mit einem Scan-Programm. Um aber einfach nur schnell eine per Briefpost erhaltene Rechnung einzuscannen, erscheint der Aufwand zu hoch, dafür den PC zu starten und das entsprechende Programm zu laden.
Viele Scanner besitzen jedoch Knöpfe, über die sich Aktionen auslösen lassen. Mit Scanbd [9] lassen sich diese Schaltknöpfe auch unter Linux abfragen. So scannen Sie dann beispielsweise mit einem Knopfdruck das eingelegte Dokument im Graustufen-Modus ein, machen den Text per OCR digital lesbar und legen das Ergebnis als PDF auf einem Netzwerkspeicher ab. Darauf geht ein eigener Artikel in einer der nächsten Ausgaben im Detail ein.
Infos
- Von Sane unterstützte Geräte: http://www.sane-project.org/sane-supported-devices.html
- Vuescan: https://www.hamrick.com
- Simple Scan: https://launchpad.net/simple-scan
- Skanlite: https://www.kde.org/applications/graphics/skanlite
- SaneTwain: http://sanetwain.ozuzo.net
- SANEWinDS: https://sourceforge.net/projects/sanewinds
- SANEDroid: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.sane.droid&rdid=com.sane.droid
- Paperwork-Workshop: Karsten Günther, “Bits statt Papier”, LU 01/2017, S. 62, http://http:/linux-community.de/36724
- Scanbd: https://sourceforge.net/projects/scanbd/




