Aus Raspberry Pi Geek 04/2017

Raspbian lässt in Zukunft den SSH-Server aus (Seite 2)

Da beißt sich die Katze in den Schwanz: ohne SSH kein SSH. Doch auch für diesen Fall haben die Entwickler von Raspbian eine Lösung parat: Damit Raspbian von Haus aus SSH aktiviert, schreiben Sie die Image-Datei wie gewohnt auf die SD-Karte. Nach Abschluss der Aktion nehmen Sie die Karte nun jedoch nicht sofort aus dem Kartenleser, sondern öffnen die /boot-Partition des Raspbian-Systems in einem Dateimanager Ihrer Wahl und erstellen dort eine leere Datei mit dem Namen ssh (Abbildung 4).

Abbildung 4: Um SSH zu aktivieren, legen Sie im Dateimanager eine leere Datei mit dem Namen »ssh« in »/boot« an.

Abbildung 4: Um SSH zu aktivieren, legen Sie im Dateimanager eine leere Datei mit dem Namen »ssh« in »/boot« an.

Da diese Partition mit dem FAT-Dateisystem formatiert wurde, funktioniert das mit allen gängigen Betriebssystemen, also sowohl unter Linux und MacOS als auch mit dem Windows Explorer unter Microsoft Windows.

Unter Linux kann man es sich hier auch noch ein wenig leichter machen: Statt einen Dateimanager zu bemühen, schreibt man das Raspbian-Image wie gewohnt mit Dd auf die Speicherkarte. Passen Sie beim entsprechenden Befehl aus der ersten Zeile von Listing 2 bei Bedarf den Namen und den Pfad der Image-Datei an und ändern Sie gegebenenfalls den Pfad zur SD-Karte.

Anschließend legen Sie die Datei ssh mittels touch an (zweite Zeile), wobei es auch hier den Pfad zum Einhängepunkt der /boot-Partition anzupassen gilt. Das im Beispiel verwendete Arch Linux bindet externe Medien unter /run/media/User ein; das $(whoami) löst dann den Benutzernamen automatisch auf.

Listing 2

 

$ sudo dd if=2016-11-25-raspbian-jessie.img of=/dev/sdd bs=512; sync
$ touch /run/media/$(whoami)/boot/ssh

Fazit

In Zukunft wird es also ein klein wenig komplizierter, einen Raspberry Pi ohne Monitor und Tastatur aufzusetzen. Das Plus an Sicherheit macht diesen Aufwand jedoch allemal wett, auch wenn Rechner hinter einem WLAN-Router in der Theorie nur über eine explizit einzurichtende Port-Weiterleitung zu erreichen wären: Von einem gekaperten Internet-of-Things-Gerät aus könnte man das lokale Netzwerk dennoch ohne Probleme nach unzureichend abgesicherten RasPis durchsuchen und diese Treffer in “vollwertige” Linux-Bots verwandeln. Das standardmäßige Abschalten von SSH und das Ändern des Passworts entschärfen die Situation etwas. 

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