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Aus Raspberry Pi Geek 04/2017

Neues Embedded-Betriebssystem Minoca OS (Seite 2)

Abbildung 2: Per Parametereingabe zeigt jeder Befehl seine einzelnen Optionen an.

Abbildung 2: Per Parametereingabe zeigt jeder Befehl seine einzelnen Optionen an.

Paketmanagement

Minoca OS besitzt ein eigenes System zum Verwalten der Pakete, das ähnlich arbeitet, wie man es von den gängigen Ansätzen unter Linux kennt. Die Syntax von Opkg orientiert sich an Debians Dpkg. Zunächst empfiehlt es sich, die Listen mit den Paketen neu zu laden und auf den aktuellen Stand zu bringen, wenn Sie neue Software installieren möchten. Das erledigt der Befehl opkg update.

Anschließend finden Sie im Verzeichnis /var/opkg-lists/ die Datei main. Sie liegt als ASCII-Text vor, was es ermöglicht, diese mit jedem Editor oder Pager anzuschauen. Sie enthält eine Liste der vorhandenen Pakete inklusive deren Größe, dem installierten Umfang, den Abhängigkeiten sowie Namen der zugehörigen Dateien im iPKG-Format. Eine kurze Beschreibung und die Download-Adresse des Quelltexts finden sich hier ebenfalls. Die Aufzählung enthält neben verschiedenen Compilern und Entwicklungsumgebungen den Webserver Apache mit mehreren Datenbank-Backends (Abbildung 3).

Abbildung 3: Die Liste der für das System gepackten Software fällt noch übersichtlich aus, zeigt jedoch nützliche Informationen zu jedem Paket an.

Abbildung 3: Die Liste der für das System gepackten Software fällt noch übersichtlich aus, zeigt jedoch nützliche Informationen zu jedem Paket an.

Um ein Programm zu installieren, geben Sie am Prompt opkg install Datei(en) ein. Dabei dürfen Sie, falls Sie mehrere Pakete in einem Durchlauf auf den Massenspeicher packen möchten, mehrere Dateinamen hintereinander jeweils durch ein Leerzeichen getrennt eingeben.

Die Software lädt anschließend das beziehungsweise die Pakete aus den Repositories, löst die Abhängigkeiten durch Nachziehen entsprechender zusätzlicher Pakete korrekt auf und installiert alle Komponenten auf dem Speichermedium. Danach brauchen Sie nur noch entsprechende Konfigurationsdateien mithilfe des Texteditors anzupassen, wie etwa beim Apache-Webserver.

Die Entwickler unterstützen das System recht umfassend: Neben einer Guided Tour zum Kennenlernen [6] beschreiben sie die Installation für die dedizierten Varianten sowie für das Starter-Pack. Außerdem gibt es für Interessierte unterschiedliche Hilfestellungen [7] und Referenzen, ein Blog und außerdem eine Community-Seite. Auf Github findet sich zudem eine Seite für Unterstützer, die sich aktiv an der Arbeit an Minoca OS beteiligen wollen [8].

Fazit

Für Software-Entwickler, die sich speziell für Embedded-Systeme mit ihren im Vergleich zu herkömmlichen Computern beschränkten Hardware-Ressourcen interessieren, ist Minoca OS eine beachtenswerte Alternative. Das System kommt außerordentlich schlank daher und schleppt keinerlei Ballast mit sich herum, wie es meist bei abgespeckten Varianten herkömmlicher Betriebssysteme der Fall ist. Die beiden Entwickler von Minoca OS arbeiten engagiert am System. Da es sich um ein noch junges Betriebssystem handelt, besteht eine gute Chance, sich als Programmierer in die Arbeit einzubringen. 

Glossar

iPKG

Itsy Package (“klitzekleines Paket”). Freies, vom Debian-Format abgeleitetes Paketverwaltungssystem speziell für ressourcenschwache Computer. iPKG kommt unter anderem bei Openmoko, Zaurus und OpenWRT zum Einsatz. Die Paketnamen tragen die Dateiendung .ipk.

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