Als Nächstes steht das Aktualisieren des Systems an, denn es gilt, einige Fehler der ersten Version zu beseitigen. Dazu öffnen Sie ein Terminal und geben sudo su ein, um Root zu werden. Dann stoßen Sie mit apt update und einem folgenden apt dist-upgrade die Aktualisierung an. Der Vorgang dauerte im Test fast eine halbe Stunde und brachte nicht weniger als 74 Pakete auf den neuesten Stand.
Änderungen im Blick
Nach einem anschließenden Reboot ist es an der Zeit, durch das System zu schlendern und einen Blick auf die Anpassungen zu werfen, die PIXEL mit sich bringt. Wer Raspbian schon länger kennt, dem fällt sofort der aufgeräumtere und weniger altbackene erste Eindruck auf. Neben den 16 neuen Hintergrundbildern bringt der aufgefrischte Desktop auch ein komplett überarbeitetes Icon-Set mit. Es soll sowohl professionellen Ansprüchen genügen als auch den verspielten Hintergrund des Raspberry Pi als Bastelrechner signalisieren.
Auch die Menüleiste profitiert von den neuen Icons (Abbildung 2) und wartet mit einer vereinfachten Menüstruktur auf. Die Fensterrahmen zeigen sich ebenfalls gründlich überarbeitet: Die Titelleiste und deren Symbole wurden optisch aufgewertet, die Ecken der Fenster leicht abgerundet (Abbildung 3). Der bisher verwendete Schriftsatz Roboto bleibt erhalten, glänzt jedoch dank des Font-Rendering-Pakets Infinality [4] mit einer wesentlich saubereren Darstellung als bisher.
Abbildung 2: Auch die Menüleiste und deren Symbole sehen in der neuen Fassung (oben) deutlich moderner aus als zuvor (unten).

Abbildung 3: Abgerundete Fensterecken und ein wesentlich gefälligeres Icon-Set (Vordergrund) sorgen im Vergleich zum Vorgänger (Hintergrund) für wesentlich mehr Chic.
PIXEL beschert uns auch zwei neue Anwendungen. So haben die Entwickler das Desktop-Fernsteuerungspaket RealVNC auf den Raspberry Pi portiert, das sich dort nun komplett mit Server und Client wiederfindet. Außerdem bringt Raspbian PIXEL nun die in Python geschriebene Anwendung Sense HAT Emulator [5] mit. Mit deren Hilfe können Sie die Erweiterungsplatine Sense HAT [6] virtuell programmieren, ohne dazu die Hardware besitzen zu müssen (Abbildung 4). Bei den Einstellungen dürfen Sie jetzt beim Raspberry Pi 3 sowohl Bluetooth als auch das WLAN deaktivieren. Das funktioniert übrigens auch bei den handelsüblichen WLAN- und Bluetooth-Dongles für den Raspberry Pi 2.

Abbildung 4: Mit dem in Python geschriebenen Sense-HAT-Emulator lässt sich das Programmieren mit der gleichnamigen Erweiterungsplatine erlernen und üben, ohne die Hardware zu besitzen.
Fazit
Wer mit Raspbian als täglichem Begleiter arbeitet, der freut sich über die visuelle Auffrischung. Sie vermittelt einen in sich geschlosseneren Eindruck als bisher, die 16 hochwertigen Hintergrundbilder sorgen dabei für Abwechslung. Die Integration von RealVNC und des Sense-HAT-Emulators bereichert das System und unterstützt im Konzert mit weiteren Anwendungen wie Scratch, Mathematica, Sonic Pi oder Wolfram den ursprünglichen Zweck des Pi: Kinder und Jugendliche an Elektronik und Programmierung heranzuführen.
Infos
- Download: https://www.raspberrypi.org/downloads/raspbian/
- NOOBS: https://www.raspberrypi.org/documentation/installation/noobs.md
- Anleitung: https://www.raspberrypi.org/documentation/installation/installing-images/README.md
- Infinality: http://www.webupd8.org/2013/06/better-font-rendering-in-linux-with.html
- Emulator: https://www.raspberrypi.org/blog/sense-hat-emulator/
- Sense HAT: https://www.raspberrypi.org/products/sense-hat/

