Zu den wichtigsten Neuerungen des Raspberry Pi 3 gehört die Integration von Bluetooth und WLAN. Besonders das drahtlose Netz ist für diverse Einsatznischen wichtig, wie etwa die Heimautomatisierung: So können Sie den RasPi frei in Haus oder Wohnung platzieren. Wir zeigen, wie Sie den RasPi ins Wireless LAN bekommen.
Der Raspberry Pi 3 besitzt bekanntlich einen integrierten Funkchip mit WLAN und Bluetooth inklusive der entsprechenden Antennen. So spart man sich mit der Investition in einen RasPi3 einen zusätzlichen USB-WLAN-Adapter. Die Antennen befinden sich in einem kleinen Baustein auf der Oberseite der Platine neben dem Bildschirmanschluss (Abbildung 1). Aufgrund dieser neuen Komponente wanderten die LEDs des RasPi 3 von der Position bei den bisherigen Modellen zu einem Platz neben den USB-Stromanschluss.
Aktuelle Ausgaben von Raspbian unterstützen den WLAN-Chip des RasPi 3 ohne weitere Basteleien, doch der Mini-Rechner muss ja auch den Weg ins heimische WLAN finden. Über eine GUI funktioniert das ohne weitere Probleme, doch wer bei seinem RasPi-Projekt auf eine grafische Oberfläche verzichtet, der muss die WLAN-Verbindung über das Terminal einrichten.
Das kann man komplett zu Fuß erledigen oder sich mit einem kleinen Tool die Aufgabe etwas erleichtern. Dieser Artikel stellt Ihnen drei Wege im Detail vor – diese funktionieren übrigens auch auf RasPis der zwei vorigen Generationen mit einem geeigneten USB-WLAN-Adapter.
Einrichtung via LXDE
Installieren Sie die aktuelle Ausgabe des RasPi-Betriebssystems Raspbian “Jessie” [1] in der Vollversion, also mit grafischer Oberfläche, auf dem Raspberry Pi, dann finden Sie sich nach dem Start direkt auf dem LXDE-Desktop wieder. Er bringt von Haus aus ein grafisches Werkzeug zum Verwalten der Netzwerkverbindungen mit, das auch mit dem WLAN-Chip auf dem RasPi 3 umgehen kann – oder alternativ auch mit älteren RasPis, die Sie mit einem geeigneten USB-WLAN-Adapter aufgerüstet haben (Abbildung 2).
Im Idealfall müssen Sie also einfach nur den RasPi booten, das WLAN aus dem Menü auswählen, die Zugangsdaten eingeben, und schon geht der RasPi ohne Kabel online. Der Netzwerkmanager speichert die Zugangsdaten, sodass sich das System in Zukunft automatisch ins WLAN einloggt.
Nutzen Sie hingegen die Lite-Version von Raspbian ohne grafische Oberfläche, dann müssen Sie den Aufbau der WLAN-Netzwerkverbindung über das Terminal regeln. Die Installation einer kompletten GUI würde dem Vorhaben widersprechen, einen möglichst schlanken RasPi aufzubauen. Hängen Tastatur und Monitor am RasPi, können Sie direkt loslegen.
Verzichten Sie hingegen auf jegliche Peripherie, verbinden Sie den RasPi vorübergehend mit dem LAN und suchen dann auf einem Linux-Rechner mittels arp-scan die IP-Adresse des “kopflosen” RasPis raus (Listing 1). Alternativ suchen Sie die IP-Adresse über das Webfrontend Ihres WLAN-Routers heraus, das in der Regel eine Übersicht mit allen aktuell im Netzwerk aktiven Geräten bietet.
Listing 1
$ sudo arp-scan --interface=net0 --localnet | grep Raspberry 192.168.178.33 b8:27:eb:e4:e1:30 Raspberry Pi Foundation 192.168.178.35 b8:27:eb:f3:c6:25 Raspberry Pi Foundation
Manuelle Einrichtung
Auf dem zukünftigen WLAN-RasPi eingeloggt, sorgen Sie erst einmal für die Installation aller anstehenden Updates und starten dann den Mini-Rechner neu (Listing 2). Die im Listing genannten nutzen das seit Raspbian “Jessie” auf Basis von Debian 8 neu eingeführte Kommando apt, das apt-get, apt-cache und Co. in einem Programm zusammenfasst [3].
Listing 2
$ sudo apt update $ sudo apt full-upgrade $ sudo reboot
Nach dem Neustart melden Sie sich wieder im Terminal oder via SSH an und machen sich ans Einrichten der WLAN-Verbindung. Als ersten Schritt prüfen Sie mittels iwlist scan kurz nach, ob das System auch wirklich den WLAN-Adapter findet (Listing 3). Der Name der Netzwerkkarte lautet im Fall des Raspberry Pi 3 wlan0; nutzen Sie einen älteren RasPi mit USB-WLAN-Adapter, erscheinen je nach für die Karte verantwortlichem Kernel-Modul eventuell andere Namen.
Listing 3
$ iwlist scan wlan0 No scan results lo Interface doesn't support scanning. eth0 Interface doesn't support scanning.
Anschließend gilt es zu kontrollieren, ob der RasPi das gewünschte WLAN findet. Lassen Sie dazu abermals die Netzwerkkarte mit iwlist scan die Umgebung nach aktiven WLANs abgrasen, aber rufen Sie das Kommando dieses mal mit Root-Rechten auf. Das per Pipe angehängte Kommando egrep filtert aus der Ausgabe von iwlist dann die SSIDs der gefundenen WLANs sowie deren Verschlüsselungsverfahren heraus (Listing 4).








