Aus Raspberry Pi Geek 04/2016

Der Raspberry Pi mit MiniDVBLinux als Videorekorder (Seite 4)

Abbildung 8: Bei Bedarf lässt sich der RasPi-Videorekorder über die Weboberfläche steuern sowie das aktuelle TV-Bild auf den PC streamen.

Abbildung 8: Bei Bedarf lässt sich der RasPi-Videorekorder über die Weboberfläche steuern sowie das aktuelle TV-Bild auf den PC streamen.

Unter Aufnahmen finden Sie genau, was der Name erwarten lässt. Am oberen Bildschirmrand zeigt das System die noch verfügbare Aufnahmekapazität an – sowohl in GByte als auch in Stunden und Minuten, wobei der virtuelle Videorekorder von der Bitrate bei HD-Aufnahmen ausgeht. Für Aufnahmen in SD-Qualität bietet das System dementsprechend noch mehr Kapazität.

Aufnahmen speichern

Für die VDR-Software genügt eine Speicherkarte mit 2 GByte Kapazität völlig, Aufnahmen passen dann aber nicht mehr darauf. Daher sollten Sie eine externe USB-Festplatte als Speichermedium für die Aufnahmen einrichten. Dazu installieren Sie zunächst die Software für die Unterstützung von USB-Speichermedien, was genau so funktioniert wie die Installation des VDRadmin-am-Plugins zuvor. Suchen Sie unter Pakete | Systempakete das Paket usb-storage heraus und klicken Sie es an. Das System spielt es daraufhin automatisch ein.

Dann verbinden Sie die externe Festplatte mit dem Raspberry Pi (siehe auch Kasten “Mehr Spannung”). Zur Konfiguration öffnen Sie das Menü Konfiguration | Hard Disks und wählen dort den Punkt Datenspeicher. Hier taucht in der Liste der verfügbaren Partitionen auch die externe Festplatte auf. Klicken Sie sie an und wählen Sie Speichern. Nach einem Neustart schreibt das auf dem RasPi installierte VDR-System alle Aufnahmen auf die USB-Platte.

Mehr Spannung

Die USB-Schnittstelle des Raspberry Pi liefert in der Standardeinstellung nur einen Strom von 600 mA. Das genügt, um externe 2,5-Zoll-Festplatten ohne eigenes Netzteil am Laufen zu halten. Viele Festplatten benötigen jedoch beim Anlauf mehr Strom und quittieren daher am RasPi den Dienst. Die Stromstärke lässt sich allerdings auf 1200 mA erhöhen: Dazu öffnen Sie mit einem Editor die Datei /boot/config.txt des Raspberry Pi und fügen die Zeile max_usb_current=1 ein. Nach einem Neustart sollte das System dann genug Strom über die USB-Buchse liefern, sodass auch stromhungrige Festplatten hochdrehen. Beim RasPi 3 ist dieser Schritt überflüssig: Dort betreibt das System die USB-Ports von Haus aus mit 1200 mA.

Ausblick

Ein Tipp zum Schluss: Sobald der RasPi-VDR zu Ihrer Zufriedenheit läuft, machen Sie eine Sicherheitskopie der Speicherkarte. Ein solches Backup sollten Sie spätestens dann anlegen, wenn Sie mit Plugins herumspielen möchten, von denen Sie nicht genau wissen, wie sie arbeiten. Die Verlockung dazu ist groß, da MLD nicht einfach als weitere VDR-Distribution fungieren möchte, sondern auch zahlreiche Pakete mitbringt, die sich an Bastler richten: So können Sie über Plugins etwa einzelne GPIO-Pins ansteuern, im “Smart Home” Funkschalter mit 433-MHz-Technik schalten und vieles andere mehr. Es lohnt sich, in der Paketliste zu stöbern. 

Glossar

CEC

Consumer Electronics Control [8]. Industriestandard für Funktionen zum Steuern von Komponenten in der Unterhaltungselektronik. Die meisten aktuellen TV-Geräte unterstützen CEC, jedoch je nach Hersteller unter anderem Namen (Philips: EasyLink, LG: Simplink, Samsung: Anynet+, Sony: Bravia Sync). Im konkreten Fall übermittelt der Fernseher einen Tastendruck auf der TV-Fernbedienung über das HDMI-Kabel an den RasPi. Die LibCEC [9] greift diesen auf und übergibt ihn an die Software.

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