Arch Linux operiert nach dem Rolling-Release-Modell; es fließen also fortwährend aktuelle Pakete in die Repositories ein. Bringen Sie deshalb als Nächstes das System auf den aktuellen Stand. Dazu genügt der Aufruf pacman -Syu, der die Paketquellen einliest und in einem Rutsch alle anstehenden Updates einspielt. Aufgrund der nicht gerade berauschenden I/O-Leistung des Raspberry Pi dauert diese Aktion eine ganze Weile.
TIPP
Weitere gängige Kommandos zur Paketverwaltung finden Sie in der Tabelle “Befehlsübersicht: Pacman und Yaourt”. Für Umsteiger von anderen Distributionen lohnt auch ein Blick auf Pacman Rosetta [2]: Dieser Artikel aus dem Arch-Wiki stellt die wichtigsten Kommandos zur Paketverwaltung der verschiedenen Distributionen gegenüber.
Befehlsübersicht: Pacman und Yaourt
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Kommando |
Funktion |
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Paketmanager Pacman |
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alle Paketlisten aktualisieren |
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komplette Systemaktualisierung |
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Pakete anhand eines Begriffs suchen |
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angegebenes Paket installieren |
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angegebenes Paket entfernen |
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angegebenes Paket samt nicht mehr benötigter Abhängigkeiten entfernen |
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alle installierten Pakete auflisten |
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AUR-Helper Yaourt |
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im AUR und den Paketquellen nach Paketen suchen |
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Installation eines Pakets, auch aus dem AUR |
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System-Upgrade inklusive Paketen aus dem AUR |
Auch unter Arch sollten Sie nicht fortwährend mit einem Root-Account arbeiten. Legen Sie daher mit useradd einen weiteren Benutzer an [3]. Die Option -m erzeugt ein Home-Verzeichnis, -g users fügt den neuen Benutzer gleich der Gruppe users hinzu, und mit -s /bin/bash geben Sie die Bash als Shell vor (Listing 4). Mit der Vergabe eines Passworts (Zeile 2) aktivieren Sie den Benutzer.
Listing 4
$ useradd -m -g users -s /bin/bash Benutzer $ passwd Benutzer $ gpasswd --add Benutzer wheel $ cp /root/.xinitrc /home/Benutzer
Von anderen Distributionen sind Sie es wahrscheinlich zudem gewohnt, sich mit sudo schnell Root-Rechte zu verschaffen. Auch das müssen Sie unter Arch Linux erst einrichten: Dazu installieren Sie mittels pacman -S sudo das dafür nötige Paket und definieren in der Konfigurationsdatei /etc/sudoers die Gruppe wheel, die sich per Sudo administrative Rechte holen darf. Öffnen Sie die Datei nicht mit dem erstbesten Editor, sondern sorgen Sie mit EDITOR=nano visudo für einen Syntax-Check nach dem Speichern.
Suchen Sie in /etc/sudoers nach der Zeile # %wheel ALL=(ALL) ALL, in der Sie das Kommentar- und Leerzeichen entfernen (Listing 5), dann speichern Sie die Datei mit [Strg]+[O],[Eingabe],[Strg]+[X] wieder ab. Weitere Optionen zur Konfiguration von Sudo fasst das Arch-Wiki zusammen [4]. Danach fügen Sie Ihren Benutzer zu der Gruppe wheel hinzu (Listing 4, Zeile 3) und übertragen im nächsten Schritt die .xinitrc des Root-Users auf den Account – ohne diese Datei schlägt der Start des X-Servers fehl.
Listing 5
[...] ## Uncomment to allow members of group wheel to execute any command %wheel ALL=(ALL) ALL [...]
Um den X-Server selbst zu starten, melden Sie sich nun mit exit aus dem Root-Account ab und loggen sich unter dem neuen Benutzerkonto ein. Dann laden Sie via startx den X-Server mitsamt dem vorinstallierten LXDE-Desktop (Abbildung 2).

Abbildung 2: RaspArch nutzt wie die meisten gängigen Raspberry-Pi-Distributionen das schlanke LXDE als Desktop-Umgebung.
Ausbaufähig
LXDE eignet sich aufgrund seiner geringen Ressourcenanforderungen gut für den RasPi 2 und harmoniert damit ideal mit Arch Linux, das sich in der Standardinstallation ebenfalls recht genügsam gibt. So spartanisch wie das Grundsystem gibt sich erfreulicherweise auch die Paketauswahl von RaspArch. Zur Konfiguration des Netzwerks und des Internetzugangs greift die Distribution auf das schlanke Wicd zurück statt auf den schwergewichtigen NetworkManager. Damit LXDE jedoch beim Start der grafischen Umgebung nicht immer über fehlenden Zugang zu Wicd klagt, müssen Sie diesen noch als Dienst aktivieren und dafür sorgen, dass selbiger bei jedem Start des Systems lädt (Listing 6).
Listing 6
$ sudo systemctl start wicd $ sudo systemctl enable wicd
Zum Einrichten eines WLAN-Zugangs stecken Sie einen USB-WLAN-Adapter an den RasPi und kontrollieren mit dmesg, ob der Kernel dessen Firmware findet. Danach installieren Sie weitere für den WLAN-Zugang nötige Pakete und lesen mit iw dev aus, unter welcher Geräte-ID das System die WLAN-Karte einordnet – in unserem Beispiel in Listing 7 ist es wlan0 (Listing 8). Mit dieser Information aktivieren Sie die Karte und suchen nach aktiven WLANs in der Umgebung.
Listing 7
$ dmesg | grep firmware [ 3.251521] raspberrypi-firmware soc:firmware: Attached to firmware from 2015-08-20 17:44 [ 13.164496] ieee80211 phy0: rt2x00lib_request_firmware: Info - Loading firmware file 'rt2870.bin' [ 13.184350] ieee80211 phy0: rt2x00lib_request_firmware: Info - Firmware detected - version: 0.29
Listing 8
$ sudo pacman -S wireless_tools iw crda
$ iw dev
phy#0
Interface wlan0
ifindex 3
wdev 0x1
addr 7c:dd:90:5f:d7:37
type managed
$ sudo ip link set wlan0 up
$ iw dev wlan0 scan | grep SSID
SSID: Littlehelper
SSID: Santa
Weiter müssen Sie den WLAN-Zugang nicht zwingend per Hand einrichten: Damit der Netzwerkmanager Wicd den Zugang verwaltet, bearbeiten Sie dessen Konfigurationsdatei /etc/wicd/manager-settings.conf und geben in der Zeile wireless_interface die Geräte-ID der WLAN-Karte an (Listing 9). Nach einem Neustart des Hintergrunddienstes von Wicd mit sudo systemctl restart wicd findet der grafische Wicd-Client in der LXDE-Oberfläche die nächsten WLANs und baut bei Eingabe der Zugangsdaten eine Verbindung auf (Abbildung 3).
Listing 9
[Settings] backend = external wireless_interface = wlan0 wired_interface = eth0 wpa_driver = wext [...]





