Arbeiten Sie regelmäßig im Terminal und müssen häufig Textabschnitte übersetzen, dann erledigen Sie das mit dem Tool Google Translate CLI ohne den nervigen Wechsel ins Browserfenster.
README
Das schlanke Kommandozeilentool Google Translate CLI übersetzt direkt im Terminal Textabschnitte oder auch ganze Dateien. Dabei bedient es sich des Online-Dienstes Google Translate.
Egal, ob Privatanwender oder Systemadministrator – wer mit Linux arbeitet, verwendet häufig die Kommandozeile. Auch wenn das System die eigene Muttersprache nutzt, stößt man dabei häufig auf fremdsprachige Texte, sei es in Manpages oder den Ausgaben diverser Tools. Schnell steht dann das Nachschlagen einzelner Begriffe auf Übersetzungswebseiten an – mitsamt einem umständlichen Hin- und Herwechseln zwischen Konsole und Webbrowser. Hier springt Google Translate CLI in die Bresche: Mit nur einem Aufruf übersetzt es direkt auf der Konsole komfortabel einzelne Begriffe oder auch ganze Texte.
Installation
Das wohl bekannteste Werkzeug für das unkomplizierte Übersetzen von Begriffen und Texten bietet Google Translate: In der linken Box geben Sie den gewünschten Text ein, die rechte zeigt in Echtzeit die Übersetzung in der gewünschten Sprache an [1]. Während die Browserversion des Dolmetscherprojekts gratis zur Verfügung steht, bietet Google auch eine kostenpflichtige API an, die Sie beispielsweise in eigene Anwendungen einbetten können.
Neben dem finanziellen Aspekt gibt es hier jedoch noch einen anderen Nachteil: Jeder Nutzer benötigt einen eigenen API-Key, was diese Variante für freie Übersetzungswerkzeuge nahezu uninteressant macht. Google Translate CLI nutzt daher bewusst den umständlichen Weg, über ein Skript direkt die Webseite von Google Translate anzusteuern. So benötigen Sie keinen eigenen API-Key und erhalten dennoch die Antwort in recht knapper und präziser Form – ganz wie über eine API.
Unter der Haube arbeitet ein GNU-Awk-Skript, das mit 108 Zeilen sehr schlank ausfällt. Auch die Installation der Google Translate CLI [2] erledigen Sie mit wenigen Handgriffen (siehe Listing 1). Alternativ zur Online-Version steht Ihnen auf der Heft-DVD das aktuelle Release zur Verfügung.
Listing 1
$ sudo apt-get update $ sudo apt-get install gawk git make $ git clone https://github.com/soimort/google-translate-cli.git $ cd google-translate-cli $ sudo make install
It works!
Nach der Installation rufen Sie Google Translate CLI auf der Kommandozeile über den Befehle translate oder kurz trs auf. Anschließend geben Sie die Wörter ein, die Sie übersetzen möchten. Mehrere eingegebene Begriffe übersetzt das Tool einen nach dem anderen, ohne sie miteinander in Verbindung zu bringen. Umschließen Sie eine Wortgruppe mit Anführungszeichen, interpretiert Google Translate CLI diese als Satz und behandelt diesen entsprechend (Listing 2).
Listing 2
$ trs wie komme ich nach München as come I after Munich $ trs "wie komme ich nach München" how do I get to munich
In der Grundeinstellung übersetzt das Skript ins Englische, wobei es die Quellsprache automatisch erkennt. Wünschen Sie die Übersetzung in eine andere Sprache, müssen Sie den entsprechenden Language-Code in geschweiften Klammern mit angeben, beispielsweise:
$ trs {=de} "bonjour"
Die Webseite von Google Translate stellt eine ausführliche Liste an Sprachen und den dazugehörigen Codes bereit [3]. Optional geben Sie mit einem einzigen Aufruf auch mehrere Zielsprachen an, indem Sie die Sprachkürzel mit Plus-Zeichen verketten (Abbildung 1). Verwenden Sie die Bash als Standard-Shell, gilt es, Ausrufezeichen mit einem Backslash zu maskieren (\!).

Abbildung 1: Das Verwenden des Google-Übersetzers bietet interessante Zusatzfunktionen, etwa die Ausgabe in verschiedene Sprachen gleichzeitig – das beherrscht nicht einmal die Browser-Version.
Möchten Sie Wörter oder ganze Texte in exotische Sprachen übersetzen, müssen Sie zuvor die entsprechenden Schriftarten installieren. Der Aufruf von trs ohne zusätzliche Parameter gibt einen kurzen Hilfetext aus.
Vielseitig
Google Translate CLI lässt sich durch seine einfache Handhabung schnell in die alltägliche Arbeit mit Linux integrieren. Prinzipiell bietet das Werkzeug auch mehr Einsatzmöglichkeiten, als “nur” in der Kommandozeile einzelne Begriffe nachzuschlagen. So lässt es sich beispielsweise in eigene Skripte einbinden, etwa um das eigene Wiki automatisiert übersetzen zu lassen.






