An der vollständigen Integration des Formats arbeitet das Entwicklerteam noch. Derzeit unterstützt die Software nur eine Teilmenge. Zu den nicht unterstützten Funktionen zählt insbesondere der Umgang mit verschiedenen Zeitzonen.
Viele Webseiten bieten die Termine der Veranstaltungen im iCal-Format an. Liegt ein solcher Termin vor, im Beispiel aus Listing 2event.ics, importieren Sie diesen Termin mit dem Schalter -i (Langform: --import).
Listing 2
$ calcurse -i event.ics Importstatus: 0017 Zeilen eingelesen 1 Termine / 0 Ereignisse / 0 Aufgaben / 0 übersprungen
Möchten Sie einen Termin im interaktiven Modus einlesen oder exportieren, nutzen Sie dazu [I] (Import) und [X] (Export). Das umfasst nicht nur einzelne Einträge, sondern ebenso gesamte Monate und Listen von Aufgaben. Dazu aktivieren Sie zunächst per Tabulator das entsprechende Fenster oder den Eintrag.
Über die genannten Tasten gelangen Sie zu einem Menü am unteren Fensterrand, in dem Sie zwischen den Formaten iCal und Pcal wählen dürfen. Nach der Angabe der gewünschten Datei steht der Termin bereit – importiert in Calcurse oder nach dem Export als separate Datei.
Anpassen
Entspricht das Programm noch nicht Ihren Vorstellungen, konfigurieren Sie es auf verschiedenen Wegen: Neben dem verwendeten Farbschema variieren Sie das Layout der Komponenten und stellen die Optionen für Benachrichtigungen und die Tastenbindung ein.
Dazu bietet die Software zwei Wege: Einmal greifen Sie zum Editor und ändern direkt die Konfigurationsdatei der Wahl, zum anderen verfügt das Programm über einen interaktiven Modus zum Konfigurieren.
Diesen erreichen Sie über [C]. Anschließend wählen Sie [G] für allgemeine Optionen, [L] für Layout, [S] zum Anpassen der Seitenleiste, [C] für das Farbschema, [N] zum Einstellen der Benachrichtigungen sowie [K] für die Tastenbelegung. Abbildung 3 zeigt die Möglichkeiten für das Layout, hier mit der Farbkombination Grün auf Schwarz.

Abbildung 3: Über einen interaktiven Modus ändern Sie bei Bedarf das Layout der Teilbereiche der Software.
Alternativen
Wenn Ihnen Calcurse nicht zusagt oder doch zu wenige Funktionen bietet, genügt ein Blick in das Angebot der Distribution. Die Auswahl für den Bereich Kalender und Termine fällt in der Regel sehr groß aus. Neben Mical [5] steht insbesondere die Kombination aus Wyrd [6] und Remind [7] hoch im Kurs.
Wyrd setzt ebenfalls Ncurses auf, nutzt aber Remind als Backend. Dahinter verbirgt sich eine mächtige Software mit Alarm- und Erinnerungsfunktion. Benötigen Sie hingegen nur einen Blick auf den aktuellen Monat, helfen die Urgesteine Cal und Ncal [8] weiter (Abbildung 4).
Das bereits oben angesprochene Programm Pcal erzeugt Kalender als Postscript-Datei. Es benötigt dafür kein X-Window-System – Sie bedienen es vollständig über die Kommandozeile. Das gleichnamige Paket pcal bringt zwei Werkzeuge mit – pcal zum Erzeugen von Monatskalendern und lcal für Jahresübersichten. Lcal steht dabei als Abkürzung für “luna calendar” – eine Darstellung entsprechend der Mondphasen.
Fazit
Das Konzept von Calcurse geht auf: Es zeichnet sich durch Übersichtlichkeit, einfache Bedienbarkeit über die Tastatur und Kompaktheit aus. Dabei bietet es alle Funktionen, die Sie als einzelner Benutzer im Alltag benötigen, kommt aber mit sehr wenig Speicherplatz aus. Die Optionen für die Oberfläche und auf der Kommandozeile machen Eingabe und Ausgabe einfach.
Die Dokumentation fällt umfangreich, aber verständlich aus und steht über die Manpage, als integrierte Hilfe sowie online [9] bereit. Zudem ist das Programm vollständig übersetzt. Das sollte eigentlich die Regel sein – andere Werkzeuge dürfen sich Calcurse hier als Vorbild nehmen.






